Länger ist besser

by Volker Weber

    

Nichts ist so schwer zu beurteilen an einem Mobilgerät wie die Akkulaufzeit. Das geht meiner Ansicht nach nur vergleichend und über einen längeren Zeitraum. Selbes Funknetz, selbe Services, selbes Bewegungsprofil. Ein BlackBerry etwa hält deutlich mehr als einen Tag. Es sei denn, man fährt mit der Huschebahn durch die unterversorgte Pampa. Da kriegt das Gerät keinen Schlaf, sondern muss ständig funken, um die Verbindung wieder herzustellen. Selbst die Geräte wissen nicht, wie lange sie noch durchhalten. Das Lumia hat heute schon gehauptet, es habe noch Strom für 14 Tage. Oder 11 Stunden. Je nachdem, was es in der Minute vorher gemacht hat.

Zwei Punkte sind für mich wichtig:

  1. Komme ich durch den Tag? Diese Anforderung ist offensichtlich. Ich habe kein Gerät mehr in Betrieb, das das nicht schafft. Allerdings nur, wenn ich viel arbeite und lange an einem Ort bin. Wenn ich Langeweile habe und viel an dem Handy rumspiele, dann kann es knapp werden. Vor allem, wenn ich Langeweile habe, weil ich unterwegs bin. Deshalb habe ich im ICE immer ein Steckernetzteil in Betrieb. Und einen USB-Tank in der Tasche, falls es doch mal nicht reicht.
  2. Wie gut schläft das Gerät? Ein iPad etwa schläft hervorragend. Das kann eine Woche eingeschaltet rumliegen, ohne nennenswert an Kapazität zu verlieren. Kein Wunder, bei diesem riesigen Tank. Ein PlayBook kann es übrigens nicht. Das schläft schlecht und muss alle paar Tage wieder komplett aufgeladen werden. Das Lumia scheint sehr gut zu schlafen. In acht Stunden über Nacht verliert es gerade mal ein Prozent, obwohl alles an ist. WLAN, 3G, Bluetooth, NFC, Pushmail.

An dieser Stelle ist das drahtlose Laden so nützlich. Wenn man nur ausreichend Ladestationen hat, dann legt man das Telefon einfach dort hin statt woanders auf den Tisch. Schwuppdiwupp ist es wieder voll. Das nützt einem Reisenden nichts, weil er neben dem Lader dann auch noch die Station mitschleppen muss. Man könnte jetzt träumen, dass alle Hersteller den gleichen Ladestandard nutzen und überall Induktionslader auftauchen. Ich glaube nicht, dass das passiert. Wenn wir Glück haben, dann finden wir Steckdosen.

Comments

Was mich wirklich ärgert bei all der Intelligenz da draußen: die Handys wissen doch eigentlich wo sie sind. Und dann gibt es Karten mit Basisstationen. Das müsste man doch beides verbinden können, damit die Handys in theoretisch gut versorgten Gebieten alleine aufgrund dieser Ortskenntnis weniger senden.

Inwiefern das eine Vorgabe in GSM/UMTS ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Waren das alle 15-30 Minuten? Bin gespannt, wie weit die ständige Rückmeldung zur Basisstation von der benötigten Sendeleistung abhängt, d.h., wie iterativ das gestaltet wird. Bei UMTS scheint ja der reine Standby Betrieb batterieschonender zu sein (oder war es andersherum? Telefonieren besser? Nee, oder?).

Und zum Thema Batterien: ich glaube, dass Batterien in Zukunft nicht mehr diese Langzeitspeicherfähigkeit brauchen werden, sondern relativ kurzfristig eine starke Leistung abgeben müssen. In meiner Wunschvorstellung wird die Energie dann direkt unmittelbar davor erzeugt, so dass die Batterie als Solche zum Kurzzeitspeicher reduziert wird.

Juergen Eichholz, 2012-11-02 10:41

ja, Palm war damals auf der Höhe der Zeit, zumindest was den Touch Stone anging :D.

Und ich träume von einem iPhone, was bei meiner Nutzung nur einmal die Woche geladen werden muß. Aber sowas wird es wohl nie geben, nur überall induktive Ladestationen.

In N.Y. gibt es jetzt gerade übrigens Verizon-Fahrzeuge als mobile Ladestationen für Smartphone Nutzer. Jeder kann hin und sein Smartphone aufladen, da ja alles südlich der 34. ohne Strom ist.

Karl Heindel, 2012-11-02 10:57

Die Hersteller einigen sich wahrscheinlich genau dann auf einen Standard zur Induktionsladung, wenn sich die Welt auf eine Steckdose einigt ;-). (Heute aus der Schweiz nach Deutschland, dann nächste Woche in die USA - das multipliziert den Lade-Zoo nochmal...)

Ragnar Schierholz, 2012-11-02 11:18

Das mit dem 'gut schlafen' ist eine gute Nachricht, war das bei meinem Lumia 800 nicht so toll. Das verliert pro Stunde (ohne Nutzung) ein paar Prozent. Mein iPhone 4 kann das besser, das muss alle 4-5 Tage (ohne Nutzung) ans Ladegerät. Wäre Klasse, wenn sich hier also wirklich etwas getan hätte :)

Hubert Stettner, 2012-11-02 11:18

Ich bin auch auf der Suche nach einem USB-Tank als Notfall. Was für eines benutzt du und welches kannst du empfehlen? (meistens ist das ja das Gleiche) ;-)

Alper Iseri, 2012-11-02 12:39

Ich habe ein Nokia DC-16 und ein Belkin Battery Pack. Beide sind klein und leicht. Es gibt auch größere, aber diese beiden Biester laden ein normales Smartphone einmal auf. Mehr brauche ich nicht. Entscheidend ist bei beiden, dass sie kein weiteres Netzteil brauchen. Ich habe auch ein größeres Belkin-Gerät, aber das hat einen eigenen Lader.

Das Nokia Teil gibt es übrigens in vier Farben.

Volker Weber, 2012-11-02 12:55

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