Bewerbungsspam

by Volker Weber

Preisfrage: Welcher Nationalität ist ein Absender, der seinem Namen ein Dipl.-Ing. voranstellt? Auflösung.

Sicher nicht mit der Nationalität verknüpft, sondern eher mit der Profession erklärbar scheint mir die Ungeschicklichkeit, eine unspezifische Initiativbewerbung an "sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren" zu schicken. Mal abgesehen davon, dass Damen verehrt und nicht geehrt werden, ist doch das neue Unternehmen sehr wenig daran interessiert, was sich der Bewerber so alles wünscht...

Dabei denke ich vornehmlich an eine anspruchsvolle Aufgabe als Softwareingenieur bzw. Projektingenieur mit Führungsverantwortung oder aber auch im Consultingbereich. Als angemessenen Ausgangspunkt für eine solche Tätigkeit betrachte ich meine fachlichen und persönlichen Fähigkeiten.

Setzen. Sechs.

Comments

Autsch! Hast ihn sicher gleich eingestellt oder? ;-)

Iwo. Wunschgemäß an die Perso weitergeschickt. :-)

Tja wo würd' ma denn da hinkommen wenn jeder HTL-Absolvent den gleichen Titel trägt wie a g'studierter...;-)

Mfg, Martin

Martin Forisch, 2004-03-29 16:50

Dem Ingeniör ist nix zu schwör !

Willkommen im Club. Die Bewerbung ist hier schon am 10. aufgeschlagen, allerdings hat Herr Gelbmann sie an meine private Adresse versandt. Woher die wiederrum stammt, vermag ich nicht zu sagen. Für weitere Interessenten: Mein Personalleiter nennt sich Devin Nullinger. ;-)

Wenigstens kann ihm keiner vorwerfen er hätte nichts getan.

Eine namentlich gezeichnete Spam-Mail provoziert natürlich, den Versender öffentlich zu schlachten. Schließlich kriegt man laufend Angebote für v-i-a-g-r-a und Verlängerungen und kann gegen diese Typen nicht an. Der Reflex, einen solchen ungebetenen Bewerber öffentlich bloßzustellen, verschafft ihm allerdings eine Aufmerksamkeit, die er mit seiner Mail alleine nie bekommen hätte. Im Tausch für ein bisschen Häme bekommt er also vielleicht seinen Job. Das war vermutlich auch der innerste Beweggrund für dein Posting, da scheint unverkennbar die gute Seele von "good mother" vowe durch :-)

Nein, ich habe sorgsam vermieden, seinen Namen hier im Text zu erwähnen, damit er keine Spuren in Suchmaschinen hinterlässt. Er kommt nur als Bild vor und soweit sind wir noch nicht. Ich habe ausserdem nicht die gesamte Selbstanpreisung zitiert, damit das nicht zu albern wird. An dieser Stelle endet dann aber auch die Fürsorgepflicht. :-)

Der Typ bemüht sich wenigstens einen Job zu kriegen. Die etwas ungeschickte Bewerbung würde ich jetzt nicht überbewerten -vielleicht hat er es ja fachlich drauf.

Olaf Schulz, 2004-03-30 13:45

Ich kann das nicht so schlimm finden, dass man eine persönliche Mail deswegen öffentlich macht - auch, wenn es nur als Bild ist. Oder hat er das Ding gleicht hundertfach geschickt? Wäre das Ding auch Spam gewesen, wenn er es an Herrn Weber, Volker oder vowe adressiert hätte? ("Sehr geehrter vowe" -- klingt nicht schlecht. Oder verehrter? ;-) )

Vielleicht ist er - Dipl.-Ing. hin, Dipl.-Ing her - einfach nur ein armes Schwein, das keinen Job findet ... und als Brief würde das als "normale" Initiativbewerbung von den meisten Firmen mit freundlichen Worten "zu unserer Entlastung" zurückgeschickt.

Ich gehe schon davon aus, dass er einige hundert Empfänger in seinem Verteiler gehabt haben muss. Warum die Bewerbung an meine private E-Mail Adresse ging, läßt sich für mich nicht nachvollziehen. Eine Quelle, die sowohl meine Adresse, als auch Volker Webers Adresse enthalten würde, ist mir nicht bekannt und aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht existent. Also muß er einige hundert Mailinglisten, Newsgroups oder ähnliches abgegrast haben.

Ich kenne die Situation von Massen-Initiativbewerbungen gut. Ab einer bestimmten Menge von Bewerbungen sucht man auch nicht mehr unbedingt den Ansprechpartner heraus, aber zumindest sollte man wissen, ob man sich bei einem Unternehmen bewirbt. Sinnvoll ist es überdies zu wissen, wie sich das Unternehmen nennt und wo es residiert. Andernfalls muss man davon ausgehen, dass der Bewerber wohl kaum ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit besitzt, bzw. nichteinmal in der Lage ist, sein Projekt "Bewerbung" mit der nötigen Sorgfalt abzuwickeln.

Insbesondere wenn man sich als "Projektingenieur mit Führungsverantwortung" bewirbt, darf man sich anschließend nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht.

Viele Grüße,
Markus

Olaf, in seinem Zeugnis steht vielleicht "Er hat sich stets bemüht".

Stefan, wenn das gestanden hätte "Sehr geehrter Herr Weber, bitte geben Sie diese Bewerbung doch bitte an Ihre Personalabteilung weiter", dann hätte ich mich allenfalls gewundert, dass er so wenig über meine Unternehmung weiss. So wusste ich, dass er einfach alle greifbaren Adressen zugemüllt hat. Was ihn auszeichnet ist allein, dass er der erste ist.

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