Papa Ratzi, find ich gut

by Volker Weber

Papa Ratzi

Comments

Warum?
(Also ich find es auch gut, da ich mir sicher bin, dass er der Richtige für diese Berufung ist, aber mich würde doch interessieren, was hinter deinem "find ich gut" steht.)

Martin Hiegl, 2005-04-19

Ob er der Richtige ist die Katholische Kirche im Neuen Jahrtausend zu führen bezweifle ich stark; er war bisher genauso ein Hardliner wie Johannes Paul II. Warum sollte er sich ändern, er wurde sicherlich wg. seiner bekannten 'Qualitäten' gewählt?

Für mich ist das ein Grund meine Religionszugehörigkeit zu überprüfen, immerhin finanziere ich diese Institution z.zt. monatlich mit einem größeren Betrag...

ciao tpk

Thomas Köster, 2005-04-19

Jawohl, geben wir Ihm eine Chance!

Bedingt durch die Aufmerksamkeit und den Respekt, die Ratzinger global erhalten wird,
ist er in der Lage eklatante Weichenstellungen zu initiieren.

Sein Vorgänger hat die friedliche Revolution, die zum Ende des Ost-West Konflikts geführt hatten, sehr unterstützt!

Vielleicht initiiert Ratzinger jetzt auch in der Kirche, eine Art friedliche Revolution, damit auch diese Geistigkeit nun endlich das
Mittelalter verlässt und sich menschlich in unsere aller Gegenwart einreiht....und unterstützend wirkt!

MfG,
Jens Huber (kein Christ)

Post Scriptum
...wie hieß es bereits in dieser deutschen Schlagerschnulze....Wunder gibt es immer wieder ;-)

jens huber, 2005-04-19

Martin, ich bin kein Katholik und sehe diese Papstwahl deshalb als Außenstehender. Nach allem was ich über den neuen Papst weiß, ist er von scharfem Verstand und möglicherweise der beste Theologe, den die Kirche hat. Ich mag es, wenn jemand sein Geschäft versteht und für seine Überzeugung kämpft. Dass so jemand nicht überall beliebt sein kann, ist eine direkte Folge dieser Haltung. Er ist ein Konservativer im Sinne von "Bewahrer". Wem dies nicht gefällt, der ist möglicherweise in der falschen Kirche, oder gar falsch in der Kirche. Für mich ist das definitiv der Fall, weil die Position der katholischen Kirche in vielen Belangen weit entfernt ist von dem, was ich für richtig halte.

Volker Weber, 2005-04-19

Papa Ratzi? Das hat doch der Typ aufm Petersplatz vorhin auf ARD schon von sich gegeben. Fand ich spontan gut und erschreckend gleichzeitig. Ich bin gespannt wie viele Tageszeitungs-Journalisten das aufgeschnappt haben. ;-)

Stefan Funke, 2005-04-20

Das "Kreuz" mit dem Konservatismus ist nicht unbedingt das Bewahren von Werten, sondern die Wiederherstellung überwunden geglaubter Relikte.
Dieser Papst wird sicher keine neuen Scheiterhaufen aufrichten, aber der Trend in den Religionen (Islam wie Christentum) zur Vergangenheit hat bisher nicht viel erfreuliches für den Rest der Menschheit gebracht.

Rolf Langhoff, 2005-04-20

Bewahren hat einen sehr großen Wert - dabei darf man dann nur nicht übersehen, dass der Zug der Zeit trotzdem weiterfährt. Irgendwann stellt sich die Frage (für alle Beteiligten), ob das Bewahren im Dienste der Kirche (Erhalten) oder im Dienste seiner Angehörigen steht - und die sind schließlich die "Kunden".

Stefan Heinz, 2005-04-20

Also den Spitzennamen finde ich mal spitzenmäßig gut. Rein von der Wortspielerei her. Und einprägsam ists auch noch.
Mich verbindet nichts mit der Kirche als Institution, aber ich kenne Ratzi nur als erzkonservativen Katholiken. Ob dies in der heutigen Zeit wirklich ein Zugpferd gegen die schwindenden Schäfchen in der großen Herde sein wird, muß sich zeigen. Ich denke, dass dem nicht so sein wird.

BTW: Warum muß sich ein Papst erstmal nen Namen zulegen. Hat er vorher keinen? Verstehe ich ehrlich gesagt nicht und klingt in meinen Ohren einfach nur absolut hirnrissig.

Jörg Dutschke, 2005-04-20

Danke, Volker, das war gut geschrieben.
Ein Papst muss sich keinen neuen Namen zulegen, aber das hat sich irgendwann eingebürgert, nachdem es einige Päpste mit unpassenden Namen gab. Zum Beispiel Mercurius, Petrus oder Octavianus u.a.. Es ist IMHO ne gute Symbolik, dass man eine neue Rolle annimmt als Vertreter Christi, und weiter kann man damit gut sein Verständnis der Rolle ausdrücken.
Stefan, du kannst die Kirche nicht mit einer Firma vergleichen. Die Gläubigen sind keine Kunden, an welche man sich anpassen muss. Eher andersrum. Was für einen Sinn hätte eine Kirche, welche sich der aktuellen Mode und Laune der Menschheit anpassen würde, welchen Halt könnte so etwas geben.
Dass die Kirche sich Frauen öffnen MUSS oder für Abtreibung/Verhütung sein MUSS ist Gerede. Sie MUSS gar nichts.
Und Dialog bedeutet nicht, dass man die andere Vorstellung annimmt, sondern dass man sich damit auseinandersetzt. Und das hat sie gemacht - dass sie dabei dann ihre eigene Vorstellung behalten hat mag nicht jedem gefallen, aber man sollte es respektieren.

Martin Hiegl, 2005-04-20

... "Ob dies in der heutigen Zeit wirklich ein Zugpferd gegen die schwindenden Schäfchen in der großen Herde sein wird, muß sich zeigen. Ich denke, dass dem nicht so sein wird." ...

@ Jörg: dieser ständig wiederholte Argumentation mag im ersten Augenblick einleuchten, ist aber m. E. falsch.

1. die protestantische Kirche in Deutschland, die ja sehr progressiv ist (weibliche Bischöfe, gleichgeschlechtliche Ehe, Ökumene etc.), leidet unter noch leereren Kirchen als die katholische Kirche.

2. diejenigen, die sich von der herkömmlichen Kirche abwenden, bilden weiß Gott keine liberalen Logen, sondern treten zum großen Teil konservativen christlichen "Sekten" bei - das gilt insbesondere für die lateinamerikanischen Länder. Auch sind die erzkonservativen US-amerikanischen Protestanten mit ihrer Missionspolitik in Osteuropa und Afrika sehr erfolgreich. Diese Gruppierungen kann man kaum als Hort der Aufklärung oder des Liberalismus bezeichnen.

3. Länder, in denen die katholische Kirche stark ist und weiter wächst, also die "Zielgruppe", z.B. auf den Philippinen, haben den neuen Papst begrüßt.

4. auf dem Kontinent mit der größten Zunahme an Christen, Afrika, steht die katholische Kirche in starker Konkurrenz zu konservativen "Freikirchen", die noch schneller wachsen - wie z.B. in Nigeria, und zum Islam.

Es ist also keineswegs so, daß die Kirche liberaler werden muß, um wieder mehr Menschen anzuziehen. Wenn man Deutschland und seine Berufslamentierer mal außer acht läßt und das Ausland betrachtet, muß die Schlußfolgerung eine andere sein. Außerhalb der gesättigten Industrienationen zieht es die Menschen zu konservativen (im Sinne von wertbeständigen) Institutionen, nicht zu Rousseau oder Kant. Das ist nur (m)eine Feststellung, keine Wertung.

Zum eigentlichen Thema: aus Sicht der Kirche ist diese Wahl nachvollziehbar. Nach dem "Außenpolitiker" nun ein "Innenpolitiker", der das Glaubensfundament für alle Katholiken klar definiert - und wer könnte das besser als Ratzinger? Darauf kann dann ein jüngerer Papst aus Afrika oder Lateinamerika sicher aufbauen.

Nochmal: die Lamentierer aus den Talkrunden sind nicht die Zielgruppe der katholischen Kirche und sie repräsentieren auch niemanden. Das haben sie nur nicht begriffen.

Gruß, Axel (weder Katholik, noch Protestant, kein "Konservativer", in vielem anderer Meinung als Papst Benedikt XVI, diesen aber wegen für intellektuelle Brillianz und seine Rhetorik bewundernd :-)

Axel Martin, 2005-04-20

Oups, der letzte Satz soll natürlich heißen "...diesen aber für seine intellektuelle..."

Soviel zum Thema Brillianz :-)

Axel Martin, 2005-04-20

Die kath. Kirche ist eine Firma, der Glaube ihr Produkt und die Gläubigen sind ihre Kunden. Genau so sollte man das sehen. Und die Kunden kaufen das Produkt gerade wegen des konservativen Erlebniswerts, mit dem es behaftet ist. Eine Liberalisierung wird nicht zu mehr Kunden führen.

Übrigens gibt es ein Theaterstück mit einem interessanten Gedankenspiel dazu: „Die amerikanische Päpstin“ von Esther Vilar. Darin stellt die Päpstin fest, dass nach der Liberalisierung die Kunden in Scharen davongerannt sind. Also führt sie eine Sanierung durch und macht auf Hardliner: Ab sofort soll es wieder mehr um Macht und Vermögensanhäufung, um nebulöse Symbolik und Unterdrückung der Andersgläubigen gehen. Wie früher eben. ;-)

Stephan Meyer, 2005-04-20

A bit out of scope. But funny anyway. The print version of Financial Times Germany had a headline this morning: "Will he be the next popestar?".

Frank Stangenberg, 2005-04-21

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