Vorgestern erreichte mich ein kleiner Hilferuf eines guten Sohnes:
Zu Hülf:
Auf die mehr als letzte Minute wünscht sich die morgen 80jährige Mutter einen Beamer, um im Kreise der Freunde “Dinge” ansehen zu können, also Filme und Fotos etc. pp., im Grunde Dia-Abend in modern. Und natürlich soll das Gerät dann am besten schon am Samstag für die große Feier da sein.
Was kaufe ich da am besten? LED, hell genug für Taglicht, HDMI und USB-Anschluß oder sowas? Nix mit Akku, sagt das Familienoberhaupt, ich würde das Budget auch etwas begrenzen wollen, weil ich ahne, aus dem Plan wird dann am Ende doch nix. Dann sollte ich damit vielleicht noch präsentieren können, auch wenn ich gerade nicht weiß, wann so ein Bedarf entstehen könnte.
Hat jemand Empfehlungen per Amazon? Dann kann ich zur Mutter liefern lassen…
Empfohlen habe ich dann den Elfin Flip Plus von XGIMI, nicht das “beste” Modell, sondern ein möglich kompaktes und preiswertes. Und das war ein voller Erfolg:
Die jetzt 80 jährige Mutter ist fasziniert und sagt Danke @Volker Weber für die Empfehlung, schönes Gerät, sie ist happy.
Die Leinwand ist übrigens uralt, noch aus der Diaprojektor-Zeit des Sohnes. Sein Fazit: “Nix wegschmeißen”.
Das ist so bemerkenswert, weil Motorola normalerweise eine sehr legere Haltung bei den Updates hat. Meine Interpretation: Das ThinkPhone ist ein Enterprise-Gerät und dort konkurriert es bei der professionellen Kundschaft mit Samsung, die bereits vor langer Zeit regelmäßige Updates als Feature gelernt haben.
Vergleicht man das mit einem Gerät für den Privatkunden wie das Top-Smartphone Motorola Signature, dann könnte der Unterschied nicht größer sein:
Signature ist deutlich teurer als ThinkPhone 25 und ist in allen technischen Eigenschaften überlegen, bis auf die Software-Pflege. Es liegt also nicht am Preis, sondern am Budget, das intern für die Wartung der Software allokiert ist.
Wir tun uns schwer mit IT-Lösungen in Deutschland. Ich will das noch mal anhand eines aktuellen Vorgangs mit der Techniker Krankenkasse (TK) erläutern. Das ist keine Kritik der Krankenkasse, mit deren Leistungen ich zufrieden bin. Es zeigt einfach nur, welchen absurden Quatsch wir produzieren, wenn es digital wird.
Als Versicherter habe ich von der Krankenkasse einen kleinen Ausweis in der Größe einer Scheckkarte. Sie wird nicht Kranken- sondern Gesundheitskarte genannt. Darauf ist ein Bild von mir, ein paar Zahlen und in der Karte ist ein Chip, der von einem NFC-Terminal gelesen werden kann. Zu der Karte sollte ich auch eine PIN haben, die ich aber nicht habe.
Also fordere ich eine solche PIN an, über die App der TK, in der ich sicher authentisiert bin. Für ganz harte Sicherheit habe ich auch noch eine zweite Ident-App der TK, die immer dann aufgerufen wird, wenn die eigentliche App superduper ganz sicher sein will, dass der angemeldete und durch FaceID authentisierte Benutzer auch wirklich der ist, der er sein sollte. Also etwa, wenn ich gucken will, ob der Arzt mein Rezept schon “auf die Karte gespeichert” hat.
Die TK-App, also die erste, kann man nur einrichten, wenn man sich per Post einen Freischaltcode (eine Start-PIN) zuschicken lässt. Dieser Code ist nur vier Jahre gültig. Man braucht ihn erneut, wenn man zum Beispiel ein neues Handy einrichtet. Bei mir ist er im Mai 2026 abgelaufen und ich überlege mir, einfach prophylaktisch einen neuen Code anzufordern. Für die TK-Ident-App gilt er aber ohnehin nicht.
Um diese zweite App freizuschalten, reicht es nicht aus, sich mit Versichertennummer und per Briefpost zugeschickter Start-PIN auszuweisen, sondern man braucht die Gesundheitskarte und eine PIN. Die PIN, die ich nicht habe. Hilfsweise kann man halbjährlich sich immer wieder mit der Ausweis-App, einem deutschen Personalausweis und der dazu gehörigen PIN ausweisen. Das funktioniert, wenn man sich einmal in der Ausweis-App und der zum Personalausweis gehörenden Start-PIN ausgewiesen hat. Diese Start-PIN bekommt man zusammen mit seinem Personalausweis auf einem Blatt Papier.
Da ich für die Gesundheitskarte gerne eine PIN hätte, bestelle ich also bei der Krankenkasse eine solche PIN. Diese kann mir von der App direkt übermittelt werden, wenn ich mich entsprechend ausweise. Dazu kann ich aber weder die superduper sichere zweite Ident-App der Krankenkasse noch die Ausweis-App mit dem Personalausweis und dessen PIN benutzen. Die TK-App erfordert dafür eine weitere, erst zu installierende Wallet-App, in der sie ein Ticket zur Überprüfung meines Ausweises aufmacht. Die will die Vorderseite und die Rückseite des Ausweises lesen, danach ein Selfie-Video von mir machen, und scheitert schließlich mit einer nichtssagenden Fehlermeldung. Einen zweiten Versuch kann ich nicht machen, da ja bereits ein Ticket existiert. Game Over.
Ich fordere also die Krankenkasse auf, mir die PIN zu der Gesundheitskarte per Post zuzustellen. Am nächsten Tag bekomme ich eine Mitteilung von DHL, dass ich demnächst einen Brief bekomme, den ich nur selbst in Empfang nehmen darf, wo ich mich wieder mit meinem Ausweis ausweisen muss. DHL scheitert bei der Ankündigung an deutschen Umlauten.
Einen Tag später bekomme ich von der TK in deren App eine Mitteilung, es läge ein Brief für mich vor. Die Mitteilung kann ich nicht ausdrucken und auch keinen Screenshot machen, deshalb ein Foto:
Der Brief ist ein PDF, das ich herunterladen kann. Es sieht aus wie ein normales Schreiben der Krankenkasse, enthält aber nicht die PIN, sondern nur eine Ankündigung, dass ich demnächst einen PIN-Brief bekomme, dass ich gefälligst persönlich anwesend sein soll, damit mein Ausweis geprüft werden kann.
Sollte ich tatsächlich eine PIN bekommen, werde ich sie auf die Gesundheitskarte schreiben. Zur Sicherheit.
Die Mitteilung habe ich rein zufällig im Postfach der TK App entdeckt. Sie war wohl sehr geheim, weil ich dafür keine andere Benachrichtigung per Email bekommen habe.
Diesen ganzen Verhau von Apps multiplizieren wir jetzt mit allen Banken und Versicherungen, mit denen ich Verträge habe. Rechnungen werden auch nicht mehr einfach zugestellt, sondern müssen jeweils in den Apps von Telekom und Co abgeholt werden.
Mein Fazit: Wir Deutschen sind einfach zu blöd für dieses IT-Zeitalter.
PS: Nein, ich bin für die elektronische Patientenakte nicht auch noch durch vier brennende Reifen gesprungen und habe der Einrichtung widersprochen.
Update: Sollte sich dieser Kommentar als wahr herausstellen, ist die Situation noch kafkaesker als ich mir das vorstellen konnte.
Update: Gute Nachrichten. Der Kommentar war falsch. Analoge Prozesse funktionieren tatsächlich noch und die Post hat den PIN-Brief in einem weiteren Umschlag zugestellt. Der Postbote hat versucht, meinen Ausweis (mit der Kamera) zu scannen, aber dann lieber die Daten, die ja schon auf dem Adressfeld standen, händisch eingegeben.
Damit habe ich jetzt eine PIN zu der Gesundheitskarte, die im Mai nächsten Jahres abläuft. Mit der dann neu zuzustellenden Gesundheitskarte werde ich auch eine neue PIN bekommen. Ich bin gespannt, wie dieser analoge Prozess dann funktioniert.
Heute hatte ich eine kurze Krise. Kein Platz mehr auf vowe.net. Und “Jetzt upgraden” führte zu einem 160 % teureren Hosting-Paket. Ja, 2,6x mal so teuer. Das fand selbst die sensationelle IONOS-Supporterin zu viel und war bereit, ihren Kulanz-Rahmen auszuschöpfen. Aber dazu kam es dann erfreulicherweise gar nicht.
Der Fehler lag nämlich bei mir. Meine Backup-Lösung hatte zuviel Schmutz hinterlassen. Nun sieht der Status so aus:
PEBCAK: Tech support shorthand for “Problem Exists Between Chair And Keyboard.” A way of indicating that there’s nothing wrong with the computer – the user is clueless.
Heute kam ein Überraschungspaket von der Agentur. Darin fand ich die beiden Over-Ear-Cushions für den HP Poly Focus 6, die mir bisher fehlten.
Die Installation könnte nicht einfacher sein. Die Ohrpolster sind magnetisch befestigt, sie sind klar mit L und R gekennzeichnet und können auch nicht verdreht werden.
Und zack wird aus einem On-Ear-Headset ein Over-Ear-Headset.
On EarOver Ear
Gut zu wissen, beide Kissen gibt es als Ersatzteile, so dass man sie genauso leicht tauschen kann, wenn sie mal verschlissen sind.
Das war mal ein cooles lokales und soziales Netzwerk. Und dann wurde es immer scheißiger. Rechthaber und Besserwisser, die zu allem ihren Senf dazu geben müssen. Immer mehr unseriöse Anzeigen, auf einmal nicht-lokale Inserate, manipulierende Algorithmen. Die Enshittification ist soweit fortgeschritten, dass ich heute das Konto und die Apps gelöscht habe.
Um AI Services nutzen zu können, muss man dem LLM erst mal Informationen liefern. Ich gebe damit private Informationen preis, die ich eigentlich behalten will. Der Anbieter von AI Services lernt dadurch alles, was ich bereit bin zu teilen.
Es ist ein wenig überraschend, dass ein Anbieter von AI so etwas zugibt, auch wenn er meint, dass er dafür eine Lösung hat. Ich bezweifle stark, dass die Rechtsanwälte, die fleißig ihre Akten zu ChatGPT hochladen, sich bewusst sind, was sie da anrichten. Um nur ein Beispiel zu nennen.
Nachdem Windows jahrelang immer weiter zugemüllt wurde, hat Redmond endlich ein Einsehen und entfernt viel von dem Zeugs, mit dem das Interface immer weiter zugemüllt wurde. Oder es gibt wenigstens neue Settings, um unerwünschte “Suggestions” abzuschalten.
Wenn ich irgendwas in Windows gesucht habe, dann habe ich mir zu keinem Zeitpunkt gewünscht, dass mir Microsoft auch noch Bing-Resultate um die Ohren schlug. Das wird nicht verschwinden, aber sie nehmen immerhin die Werbung raus:
Promotional content has been removed from web results. Web results show the most relevant answer, instead of first showing related products and promotions, helping search feel more focused and less distracting.
Mit anderen Worten: Es wird ein bisschen besser. Aber es wird weiterhin nicht gut, weil Microsoft immer noch im eigenen Sinne und nicht dem des Anwenders handelt.
Winslop heißt mittlerweile FluentTweaker, aber trägt immer noch den Müll raus.
Wir tragen regelmäßig Insekten aus dem Haus nach draußen, damit sie weiterleben können. Hier drinnen gehen sie zu leicht ein. Das Hausmittel ist ein Glas und ein Blatt grünes Papier. Glas über das Insekt stülpen, das Papier drunter schieben und ggfls warten, bis das Insekt auf die grüne Fläche krabbelt.
Mit diesen nützlichen Gerät geht das einhändig. Der Schieber auf dem Griff schiebt die kleine Folie vor. Draußen zieht man ihn wieder zurück und das Insekt kann sich von dannen machen.
I would not let any of these icons near my devices. You could write a book about all the bad decisions this company made. Actually, somebody already did.
Just a few headlines from last week:
Meta announced the launch of a new artificial intelligence image generator that allows anyone to create AI images based on your Instagram photos.
EU threatens Meta with fines over ‘addictive’ Facebook and Instagram
Meta’s Teen Safety Case Just Became a $1.4 Trillion Existential Threat
Meta Thinks It Can Convince You That Smart Glasses Need Facial Recognition
CAA calls out Meta and Instagram for making Muse AI tool opt-out
Meta AI chief Alexandr Wang’s Instagram photo tip could be your biggest privacy nightmare
Meta patents AI device that listens to you all day to track your mood
Meta AI To Start Using Your Data For Targeted Ads—Here’s How And When
Meta Silently Added Face-Recognition Code for Its Smart Glasses to Millions of Phones
Es gibt zwei Firmen, von denen ich nie genug Werkzeug haben kann: Wera und Knipex. Ich komme aus der Gegend, in der gutes Werkzeug produziert wurde. Mein Vater und mein Onkel waren in der Branche beschäftigt und meine ersten Ferienjobs als Schüler habe ich in einer Werkzeug-Fabrik verbracht. Schließlich habe ich auch mein Maschinenbau-Praktikum in einer Lehrwerkstatt für Werkzeugmacher absolviert. Das prägt fürs Leben.
Und so ist dann ein Werbefilm für die Knipex Slim Knips reinster P0rn0. Sorry, not sorry.