Jabra Evolve3 85 – Alles super, auch der Preis

Gestern brachte UPS ein neues Testgerät: Eine Neuauflage des Overear-Headset von Jabra. Und da gibt es viel zu erzählen, viele Bilder und auch ein paar Audio-Samples.

Evolve3 steht für die dritte Generation der Bluetooth-Headsets von Jabra. 85 ist traditionell der Typ mit ANC (Active Noise Cancellation) und ohrumschließenden Polstern. Der Fortschritt zwischen beiden Generationen könnte krasser nicht sein:

Evolve3 85 (links) und Evolve2 85 (rechts)
Cases für Evolve3 85 (oben) und Evolve2 85 (unten)
Evolve3 85 ohne Mikrofonarm (links) und Evolve2 85 mit einklappbarem Mikrofonarm

Wie man sieht, ist der Evolve3 viel schlanker und verzichtet auf einen Mikrofonarm. Das gehört eigentlich zum Evangelium der Konferenz-Headsets und ist doch äußerst unbeliebt, weil man an Call Center Agents denkt, wenn man sich mit diesen Bügeln vor dem Gesicht sieht.

Insgesamt sechs Mikrofone verstecken sich hinter diesen Öffnungen

Jabra probiert es bei den Evolve3 jetzt ohne. Dazu nutzen sie einen neuen Prozessor mit neuen Algorithmen und viel Marketing-AI. Das Prinzip ist: “Kenne alle Störgeräusche und vergesse sie einfach, inklusive Wind”. Ich habe das erfolgreich getestet, erst in einem leisen Raum, dann mit Krach. Hört selbst:

Audio Sample Jabra Evolve3 85

Man muss das mal mit zwei anderen Headsets ohne Mikrofonbügel vergleichen: EPOS Adapt 660 und Apple AirPods Max, beides Spitzengeräte der jeweiligen Hersteller:

Audio Sample EPOS Adapt 660
Audio Sample Apple AirPods Max

Alle drei Aufnahmen sind unter den gleichen kontrollierten Bedingungen entstanden: Sehr großer Raum ohne akustische Dämpfung, zwei HomePods in jeweils einem Meter Entfernung, Laufstärke 50%, dieses Hintergrundgeräusch. Beim AirPods Max hört man den Hall im Raum, beim Adapt 660 hört man ganz am Ende, wie der Algorithmus ins Schleudern kommt.

Wieviel schlechter ist der Evolve3 85 als mein bisheriger Favorit, der Evolve2 65 Flex? Meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Auch mit Mikrofonarm ist der Evolve2 65 Flex nicht überlegen. Hört selbst:

Das ist für mich der alles entscheidende Test. Der neue Evolve3 löst die Aufgabe mit Bravour. Der Rest ist jetzt nur noch die B-Note.

Das Case hat einen Steckplatz für den USB-Dongle, aber keine Tasche für Kabel (USB-C und 3.5mm Audio)
Ich stecke den Dongle einfach in den USB-C Anschluss, damit er nicht verloren geht.
Kein Touch, alles fühlbare Schalter. Eine Seite mit Teams-Taste, die andere mit Hinweis auf Wireless Charging.
Wireless Charger statt Dock. Man kann jeden beliebigen Qi-Charger verwenden.

24 Stunden kann man quasseln oder 120 Stunden Musik hören, bis der Akku leer ist. 5 Minuten laden bringt 5 Stunden Nutzung. Der Akku kann getauscht werden, wenn er in ferner Zukunft verschlissen ist. Die Polster sind nicht mehr aus Kunstleder sondern aus einem Gewebe wie beim AirPods Max. Die Ohrpolster sind ebenfalls tauschbar.

Ich will die ganzen anderen technischen Daten gar nicht runterrasseln. Die liest man am besten in der FAQ. Ein für mich entscheidendes Feature: Es gibt vier Wege für das Audio: per Bluetooth mit iPhone, per Bluetooth Low Energy mit dem Dongle, per Audio-Kabel mit einem Flugzeugsitz und per USB mit einem Computer oder anderem Gerät. Für das Call Handling unterstützt das Headset Native Bluetooth.

Alles super, auch der Preis, schrieb ich in der Überschrift. Der Preis ist einsame Spitze. Scharf kalkulierte 578,56 € netto und 688,49 € inkl. MwSt. ruft Jabra für den Sofortkauf auf. Ich halte das für ein Eröffnungsangebot für die Verhandlung mit Einkaufsabteilungen. Wer einfach in den Jabra Shop bei Amazon geht, findet das Headset heute für einen Vorbestellungspreis von 419 €. Offiziell erscheinen soll das Gerät am 15. März.

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Neue MacBooks Neo/Air/Pro

Wenn dein Kopfhörer soviel kostet wie dein Laptop

Diese Woche hat Apple sämtliche MacBooks überholt und mit dem Neo ein neues Modell angekündigt, das es ab 699 € zu kaufen gibt. Ich habe ein bisschen auf den Geräten herumgedacht und dabei festgestellt, dass ich zu den MacBook Pro M5/Pro/Max keine Meinung habe. Diese Rechner sind alle so absurd schnell, dass ich nicht seriös sagen kann, ob man diesen oder jenen kaufen sollte. Es wird sich vermutlich wegen des aktuelle KI-Hypes vor allem am Memory scheiden. Wer riesige Modelle lokal rechnen will, der wird viel Speicher brauchen. Und das macht diese Rechner dann absurd teuer.

Ein bisschen besser kann ich die Situation bei Neo und Air einschätzen. Neo erschließt einen neuen Einstandspreis mit etwa 700 Euro. Allerdings kostet ein Air M4 aktuell auch nur 200 Euro mehr und das ist ein wesentlich besserer und schnellerer Laptop. Doppelt so viel Arbeitsspeicher, besserer Bildschirm, bessere Tastatur, bessere Kamera, Thunderbolt statt USB-C.

Der Neo hat nur zwei USB-C-Ports und einer davon ist ein lahmer USB 2, der 20x langsamer als der USB 3 ist! Thunderbolt wäre 80x schneller.

Der A18 Pro (mit einem Core weniger) stammt aus dem iPhone 16 Pro. Binned nennt man das, d.h. das sind die Prozessoren, die für das 2024er iPhone durchgefallen sind. Die Leistung entspricht am ehesten einem M1 und der liegt weit hinter einem M4.

Ich würde den Preis des MacBook Air M4 mal im Auge behalten. Und wenn das zu viel ist, dann würde ich wohl eher ein refurbished MacBook Air M1 als den Neo haben wollen.

Ich bin sehr für Einstiegsmodelle zu haben. Deshalb empfehle ich ja auch das einfache iPhone 17 und hätte auch mit dem iPhone 17e keine Schmerzen. Aber das Neo erscheint mir zu kurz geworfen. Und es ist schon ein wenig verrückt, dass die Preise so übereinstimmen. iPhone und MacBook kosten das gleiche, wenn man 17e mit Neo und 17 mit Air M4 vergleicht.

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Unger Fenster Reinigungs-Kit #stuffthatworks

Vor gut zwei Jahren haben wir uns ein Profi-Equipment zum Fensterputzen gekauft. Ich habe darüber schon mal berichtet. Gestern und heute haben wir jeweils 90 Minuten unsere Yoga-Übungen gemacht und jetzt sind wieder alle Fenster sauber.

Mir macht das wirklich Spaß, das zusammen mit der Scheffin zu machen. Ich wasche, sie zieht ab. Überhaupt machen wir eigentlich alles selbst. Kein Gärtner, keine Putzkräfte. Die ganze Sanitärwartung, etc.pp. Wir haben auch schon einmal das Haus außen angestrichen, aber das werden wir beim nächsten Mal machen lassen. Ich bin mittlerweile zu alt, um mich sicher auf einem Gerüst zu bewegen.

Letztes Jahr haben wir uns ein Balkon-Solar aufs Dach gebaut. Dazu haben wir uns ein paar Freunde geholt, um die Solar Panels aufs Dach zu hieven. Ende Juli werde ich eine Bilanz von einem Jahr Nutzung ziehen. Spoiler: Das Ding hat sich in einem einzigen Jahr amortisiert.

ThinkPad T14s 2-in-1 Gen 2

Ich beobachte die ganzen Lenovo-Ankündigungen sehr genau, aber ich bete sie nicht runter. Das ist bei jeder Messe ein unglaubliche Menge an Neuigkeiten. Heute habe ich etwas entdeckt, was mich sehr froh macht:

Das ThinkPad T14s 2-in-1 Gen 2 bekommt wieder eine Stiftgarage. Das hatten vor langer Zeit die ThinkPad X1 Yoga (alter Name für 2-in-1). Und damit hat man immer einen Stift dabei, den man auch so leicht nicht verlieren kann.

Das ist überhaupt eine sehr schöne Maschine mit voller Ausstattung von Schnittstellen, durch modularen Aufbau besser reparierbar, und damit auch “dick” genug, dass eine Garage reinpasst. Zusätzlich kann man auch einen großen Stift magnetisch befestigen, wenn man mehr schreiben muss als ich typischerweise. Top!

Das Lenovo ThinkPad T14s 2-in-1 Gen 2 wird ab Mai 2026 erhältlich sein.

Kritisches Denken ist überbewertet

Kritisches Denken ist keine Generalkompetenz, die man einmal lernt und dann auf beliebige Inhalte anwenden kann. Es ist gebunden an Wissen über den konkreten Gegenstand. Ohne dieses Wissen greifen die besten Checklisten ins Leere. Kritisches Denken ohne Fachwissen ist kein Denken. Es ist Raten mit Methode.

Das ist die bisher beste Auseinandersetzung mit der Anwendung von KI als Denkhilfe, die ich bisher gesehen habe. Die Autorin ist Professorin und Leiterin eines Masterstudiengangs E-Learning und Wissensmanagement. Und sie wendet ihr Wissen auf sich selbst an:

Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv. Unterhalb dieser Schwelle kann ich KI-Output nicht bewerten, keine guten Fragen stellen, keine sinnvollen Ergebnisse erzielen. Und ich merke es nicht. Denn der Output sieht überzeugend aus. …

Die Schwelle, die schon zu niedrig war, sinkt weiter. Wer KI nutzt, ohne genug zu wissen, merkt nicht, dass er zu wenig weiß, und baut dabei weniger Wissen auf als ohne KI. Das ist kein Leerlauf. Das ist ein Teufelskreis.

Absolut lesenswert. Dieser Beitrag beschreibt wunderbar die beiden Seiten der KI. Wo sie hilft und wo sie zerstört.

Ich habe das an anderer Stelle einmal viel weniger intelligent zusammengefasst:

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Fraenk legt nach

Gute Nachricht für alle fraenk-Kunden:

Ab sofort bekommst du für jede Person, die du mit deinem Code zu fraenk holst, +5 GB extra – und das für immer!

Doch was ist, wenn du in der Vergangenheit bereits Freunde für weniger GB geworben hast? Dann werden deine bisherigen Werbungen rückwirkend auf +5 GB aufgestockt.

Gut zu wissen: Die Aktion startet am 02. März und es kann bis zu 14 Tage dauern, bis du die zusätzlichen GB bekommst und sie in der fraenk App zu sehen sind.

Einen Fraenk-Code findest du immer hier.

M365 Copilot – Das Fass ist übergelaufen

Schluss, Ende, Aus. Ich habe jetzt M365 Copilot* endgültig gelöscht. Warum? Es kann nicht mal mehr Dokumente von Microsoft 365, the artist formerly known as Office, bearbeiten. Damit ist es komplett sinnlos geworden und von Copilot im Sumpf versenkt worden. Ich will ein paar Zahlen in einer Excel-Tabelle eintragen, ich will einen Brief scannen, aber ich will nicht mit einem Chatbot darüber reden. Die Scheffin hat auch wie ein Rohrspatz geschimpft. Kein M365 Copilot mehr auf irgendeinem Gerät hier.

Wer Lust hat, kann das Drama hier noch mal lesen. Mir ist es zu mühselig, den Irrsinn zu erklären.

*) M365 Copilot war Office Hub, bevor es enteiert und ihm ein Clown-Anzug übergestülpt wurde. Man sieht das noch in der URL des Play Store:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.microsoft.office.officehubrow

Haus sucht Hund

Foto sannse CC BY-SA 3.0 (no edits)

Seit Frau Brandlinger nicht mehr lebt, fehlt hier ein Hund. Wir sind uns auch nicht ganz einig, wie ein neuer Hund aussehen sollte. Der Chefin würde ein Saluki gefallen, mir eher ein sportlicher Goldie. Vielleicht zwei Jahre alt, Mädchen bevorzugt. Hat jemand von Euch einen abzugeben? Ein besseres Leben als wir kann kaum jemand bieten. Frau Brandlinger war niemals allein.

Foto Dirk Vorderstraße CC BY 3.0 (no edits)

Update: Einen Tag nach diesem Post haben wir bereits einen 2,5 Jahre alten Mischling aus Sloughi, Border Collie, Berner Senn und Australian Shepherd kennengelernt, dessen Besitzer vor kurzem verstorben ist. Das war ein guter Kandidat, aber er passte dann doch nicht. Dabei haben wir ein paar Dinge gelernt:

  • Der Hund muss sich für uns interessieren. Schwierig, wenn der Windhund zu sehr prägt. Damit ist auch die Idee gestorben, einen Greyhound zu adoptieren.
  • Es wird definitiv kein Rüde werden. Wir sind zu sehr von einem Mädchen verwöhnt.
  • Und es wird definitiv kein Hund werden, der den Schweif so hoch trägt, dass ich immer nur auf sein Po-Loch starren muss. 🤣

Die Chefin hat den befederten Saluki noch nicht ganz aufgegeben, aber wir werden ziemlich sicher keinem Exemplar begegnen, das wir haben wollten. Unser Tierarzt meinte dazu: “Die Guten sind kostbar und die kriegst du nicht.”

Wir sind übrigens nicht ohne Hund. In den letzten Wochen sind wir mit drei verschiedenen Hunden aus der Nachbarschaft gelaufen. Dieser Straßenfeger hier ist die Wucht.

Social Media-Verbot für Kinder?

Eva-Maria Weiß bei heise online:

Erwachsene sorgen sich ebenfalls, dass ihr Lifestyle im Vergleich zu Instagram einfach abstinkt. Fast genauso schlimm: Erwachsene führen regelrechte Angeberschlachten auf LinkedIn. Auch dieses Problem muss angegangen werden.

Während nämlich bei Instagram schon längst der Umkehrtrend eingekehrt ist, tobt auf der eigentlichen Jobplattform noch immer der Größenwahn und Hypetrain. Auf Instagram und Tiktok etwa sprechen zahlreiche Influencer inzwischen ungeschminkt in die Kamera – viel auch über Sorgen und Probleme.

Ein lesenswerter Beitrag, der aufzeigt, dass das kein Kinder-Problem ist.

Ich habe mich derweil weitgehend von Social Media zurückgezogen. Ich benutze Mastodon, das mir keine Beiträge aufzwingt. Kein Facebook, kein Instagram, kein Twitter, kein LinkedIn. Jedes dieser Netzwerke ist auf eigene Art widerlich.