
Ich war am Samstag zwischen 20:00 und 20:30 bei IKEA. Das ist die beste Zeit, weil kaum noch jemand da ist und man ganz entspannt einkaufen kann. Wir waren bei lieben Freunden zu Besuch und auf dem Heimweg waren das nur 5 km Umweg.
Dort habe ich mir aber eine neue Smart-Lampe gekauft, die Anfang des Jahres auf den Markt kam. (Lampe ist das, was leuchtet, Leuchte ist das Ding mit der Fassung.) Und dazu muss ich ein bisschen was erzählen. Da wir an der Kasse kaum anstehen mussten, ging das superschnell. Ich hätte gerne noch etwas Lakritz gekauft, aber es gab keine. Ich prangere das an.

IKEA hat eine ganze Reihe neuer Gerätschaften mit Matter-Support. Wir haben auf die Schnelle eine Lampe mit viel Licht gewählt, die aber kein farbiges Licht produzieren kann. Unsere Hue-Lampen haben wir kaum jemals in anderer Farbe als warmweiß leuchten lassen.
Matter ist das wichtige Stichwort, denn Matter ist ein übergreifender Standard, der mit allen System arbeitet, egal ob Apple Home, Samsung Smartthings oder Amazon Alexa. Das ist bisher nur mittel-gut, weil man diese Systeme zwar parallel oder wahlweise betreiben kann, aber nicht übergreifend. Ein Samsung kann also nicht auf Apple Home zugreifen, sondern man muss so ein Gerät (noch) mehrfach registrieren. Das ist hier aber nicht so wichtig.
Matter geht über Wifi, aber wie hier bei den IKEA-Sachen über Thread. Thread basiert auf Bluetooth und bildet ein Mesh Network. Dieses Netzwerk hat innere Knoten, sogenannte Router, und Endpunkte. Router hängen typischerweise immer am Strom, Endpunkte kann man auch mit Batterien betreiben.
Diese Lampe ist ein Router. Man schraubt sie in eine normale E27-Fassung und versorgt sie mit 230 V Wechselstrom. Wenn man die Leuchte ausschaltet und damit den Strom trennt, verschwindet der Router aus dem Mesh. Das will man nicht. Also Lampe reindrehen und Leuchte einschalten.

Wie man sehen kann, habe ich sehr viele Router. Das sind alles interne Knoten des Thread-Netzwerks. Drei davon hat sich Thread als Border Router ausgeguckt, die verbinden das Thread-Mesh mit meinem (Wifi-)Heimnetzwerk. Das sind hier Apple HomePod mini. Der Übergang zwischen Thread und Wifi ist also redundant. Wenn ein HomePod bootet, beeinträchtig das nicht das Netz.
Das Einrichten eines Thread-Gerätes ist super-einfach. Man scannt mit der Home-App einen kleinen QR-Code auf der Lampe (und der Doku) und schon taucht das Gerät auf. Apple-User kennen das von Homekit.
Diese neuen Matter-Geräte sind bei IKEA noch relativ schlecht bewertet. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Kunden Matter over Thread nicht verstehen. Das hat mich bewogen, mal ein bisschen mehr zu erklären.
Je mehr Thread-Router man hat, desto dichter und stabiler wird das Netz. Also genau andersrum als bei Wifi. Die Schaltgeschwindigkeit ist brutal viel schneller als etwa über eine Hue-Bridge. Das waren die beiden ersten Kommentare bei mir zu Hause: “Wow, ist die hell”, und “die schaltet aber schnell”. Licht wird hier über Bewegungsmelder, Siri oder die Home-App geschaltet. IKEA hat aber auch Schalter oder Dimmer für sehr kleines Geld. (Man ignoriere die Badematte 🤣.) Diese Fernbedienungen sind Endpunkte, laufen also mit Batterien.
Ich warte noch auf die angekündigten Schaltsteckdosen, aber der Einstieg von IKEA wird dem Matter-Standard endgültig zum Durchbruch verhelfen. Ich musste übrigens nichts von IKEA installieren. Die Apple Home App hat einfach ein Software-Update heruntergeladen und installiert.
Und das wird damit auch keine IKEA-Welt, sondern man kann munter Matter-Geräte aller Hersteller mit einander mischen.










