
Wir haben letztes Jahr am letzten Juli-Tag ein Balkonkraftwerk in Betrieb genommen und können jetzt ganz gut abschätzen, wie sich die Geschichte rechnet. Ende Juli werde ich dann mal zusammenzählen, aber dann ist es eigentlich schon fast zu spät für dieses Jahr, sowas zu kaufen.
Was ich sagen kann: Bei den jetzigen Preisen rentiert sich das in einem, spätestens in zwei Jahren. Aktuell erspart das Gerät etwa einen Euro pro Tag, im August war es 50% mehr, die vier Monate November bis Februar sind nicht der Rede wert.
Ein komplettes Kraftwerk mit zwei Paneelen (2x 500 Wp), Wechselrichter und Kabeln kostet um die 300 Euro. Wer das selbst transportieren kann (Vorsicht: Paneele sind groß, schwer und aus Glas), holt sich das einfach im Baumarkt. Dazu kommen noch Kosten für die Halterung und bei uns noch für Gehwegplatten zum Beschweren der Aufständerung. Aufstellung und Einrichtung sind einfacher als ein IKEA-Kleiderschrank. Zwei kräftige Männer kriegen das hin. Man braucht eine Außensteckdose und einen geeigneten Aufstellungsort.
Am Ende hat das etwas über 400 Euro gekostet, die Stadt hat die Hälfte der Anschaffungskosten (nach einigen Monaten) erstattet und nun sind wir nur noch etwa 75 Euro “unter Wasser”. Bis Ende Juli sind die Anschaffungskosten definitiv wieder drin. Wir verbrauchen den erzeugten Strom selbst, das Balkonkraftwerk nimmt einfach die Grundlast weg.
Das ist die Minimallösung mit der kürzesten Amortisierung. Wer mehr investiert, kann auch Dauer auch mehr sparen, aber braucht einen längeren Atem. Für eine “große” Installation haben wir mal mit 10 bis 15 Jahren gerechnet. Für vier Module mit ausreichend großen Batteriespeicher habe ich mit drei bis vier Jahren gerechnet. Die können wir immer noch bauen, wenn wir Lust darauf haben. Bisher fallen die Preise für Batteriespeicher derart rasant, dass sich noch ganz anderen Möglichkeiten eröffnen.
Balkonkraftwerke liefern bis 800 W an die Steckdose und brauchen keine Genehmigung. Überschüsse, die man einspeist, werden nicht vergütet. Für mehr als zwei Module empfiehlt sich ein Batteriespeicher und ein Smartmeter, der die Abgabe aus dem Akku so steuert, dass der Netzbezug möglichst lange unter Null bleibt. Damit verlängert man die tägliche Nutzungsdauer. Im Winter wird der Akku allerdings überwiegend leer sein.


























