Jabra zieht sich aus dem Endkundenmarkt zurück

GN, der Mutterkonzern von Jabra hat angekündigt, dass sie sich auf lukrativere Geschäftsfelder konzentrieren wollen. Das sind Hörgeräte, Business Audio und Gaming. Die Entwicklung der wirklich hervorragenden Elite Earbuds erscheint weniger lukrativ. Auch die Talk-Reihe, das sind Mono-Headsets, wird sukzessive eingestellt.

Aber Jabra stiehlt sich nicht einfach vom Hof. Zum Abschied gibt es eine zweite Auflage der Elite 8 Active und Elite 10, die ich für die besten Earbuds überhaupt halte. Die Besonderheit: Das Case lässt sich per USB-C oder 3.5mm Audio an eine Quelle anschließen und streamt dann an die Elite Earbuds.

Last Call:

#reklame

Apple WWDC 2024

Ich habe die ganze Präsentation geschaut und fand sie sehr informativ. Ich brauche ein paar Tag, um sie ganz zu verarbeiten. Bis dahin empfehle ich die exzellente Zusammenfassung von Dr. Michael Spehr auf faz.net. Ich habe keine Ahnung wie er das so schnell verdichtet hat.

Bei mir blieben ein paar Eindrücke besonders hängen:

  • iPadOS 18 bleibt iPadOS treu und vermeidet, macOS Konkurrenz zu machen. So viele professionelle Features fehlen weiterhin. Es bleibt damit die Apple-Plattform, die man vielleicht am meisten nutzt und auf die man doch zuerst verzichten kann.
  • Apple hat nicht einmal AI gesagt. Es heißt Apple Intelligence, ganz als hätten sie es erfunden. Apple ist immer “on message” und da kommt dann ganz viel Apple Speak her: Super Retina XDR Plusquadrat.
  • Apple Intelligence läuft auf dem Gerät oder in Apples eigener Cloud, benötigt mindestens ein iPhone 15 Pro (!) oder ein iPad bzw Mac mit M1 und neuer. Sorry, iPhone 15 Nutzer. Außerdem gibt es das dieses Jahr zunächst nur in englischer Sprachkonfiguration als “beta”. Keine neue Erkenntnis: Was zur WWDC angekündigt wird erscheint irgendwann binnen der nächsten 12 Monate.
  • Die iPhone-Oberfläche hechelt weiter hinter Android her. So kann man nun Icons frei anordnen und einfärben. Vorteil: Dem Nutzer werden viele Geschmacksverirrungen anderer Plattformen erspart.
  • AirPods Pro bekommen “Voice Isolation”. Das haben meine schon?
  • Siri bleibt Siri, kriegt aber Unterstützung von Apple Intelligence. Randbedingung siehe oben.

Ungefähr so sieht übrigens mein iPhone aus. Nur eine Seite mit den wichtigsten Programmen. Der Rest in der Library, weniger als 100 Apps. Absolut perfekt.

Was ist bei Euch hängengeblieben?

Microsoft hat die Wette mit Recall verloren

Recall wird Opt-In. Das war schon immer die beste Möglichkeit, einen schnellen Rollout zu verhindern. Ich bin sicher, weitsichtige Unternehmen planen bereits eine Gruppenrichtlinie, die bestimmt, dass das so bleibt.

Das ist der Punkt, an dem Microsoft weiter machen sollte. Edge wurde vom schnellen sicheren Browser zu einem klebrigen und aufdringlichen Nachbarn. Alle diese Settings müssen aus ein. Und Dutzende mehr.

Und dann kommt Edge alle paar Wochen daher und fragt “Willst du zu deiner Sicherheit nicht doch lieber die Standard-Empfehlungen laden?”

Und ist euch schon mal aufgefallen, dass man zwar den ganzen Clickbait-Dreck auf der “Neuen Seite” abschalten kann, aber nicht den Bing-Searchprompt?

Recall ist eine Wette, die Microsoft verliert

Microsoft scheint beseelt, alles mit KI zu beglücken. Und geht mit Recall ein großes Risiko ein. Was ist Recall? Eine Betriebssystemfunktion gibt Windows 11 ein fotografisches Gedächtnis: Alle fünf Sekunden wird ein Screenshot angefertigt und danach analysiert. Das Ergebnis landet in einer Text-Datenbank, in der mehr drinsteht, als der Mensch auffassen konnte. Diese Datenbank kann man befragen, um etwas wiederzufinden.

Microsoft hat zwei Kunden: Privatleute und professionelle Kunden (Firmen/Behörden).

Privatleute haben nach meiner Einschätzung keinerlei Vertrauen zu Microsoft.

Professionelle Kunden werden Recall nie einführen, weil:

  1. Unternehmen führen niemals eine Software ein, welche die persönliche Produktivität erhöht und 50 GB Platz braucht.
  2. Wollte ein Unternehmen eine Funktion wie Recall einführen, würde CISO sie ablehnen.
  3. Wenn CISO nicht ablehnt, lehnt der Betriebsrat ab.
  4. Wenn niemand ablehnt, fehlt das Budget für die Anschaffung neuer Computer.

Staatliche Stellen, Datenschutz und Pseudosicherheit

Aus meinem Posteingang:

Moin Volker,

Ich habe ein Nummernschild aus DA auf der Straße gefunden und dies der Zulassungsstelle mitgeteilt.

Ein simples „Danke, wir benachrichtigen den Besitzer“ ist ausreichend.

Die Antwort macht mich sprachlos.


Die Antwort:

Logo
Sicher-Mailen@LaDaDiBenachrichtigung über eine verschlüsselte Nachricht

Die Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg (Kfz-Zulassung@ladadi.de) hat Ihnen eine vertrauliche Nachricht gesendet. Zum Schutz Ihrer Privatsphäre wollen wir die Nachricht sicher an Sie über das Internet versenden.Sie können auf zwei Wegen die Nachricht sicher erhalten:

Portal “Sicher-Mailen”
Über die Webseite Sicher-Mailen.LaDaDi.de können Sie für Ihre E-Mail-Adresse einmalig ein Passwort festlegen. Mit diesem Passwort schützen wir künftig alle an Sie versandten Nachrichten.
Nachdem Sie ein Passwort festgelegt haben, erhalten Sie die vorliegende Nachricht als PDF-Datei im Anhang einer E-Mail. Die PDF-Datei können nur Sie mit dem zuvor von Ihnen festgelegten Passwort öffnen. Wenn Sie uns auf unsere Nachricht sicher antworten möchten, enthält die PDF-Datei dafür einen Link „Antwort an LaDaDi“.S/MIME-Verschlüsselung Einfacher und direkter ist es, in Ihrem E-Mail-Programm ein S/MIME-Zertifikat zur Verschlüsselung von E-Mail-Nachrichten zu installieren. Ein solches Zertifikat können Sie beispielsweise kostenlos über das Programm “Volksverschlüsselung” des Fraunhofer Instituts SIT, Darmstadt, oder kostenpflichtig über Dienstleister erhalten.
Wenn Sie bereits ein Zertifikat nutzen, können Sie einfach auf diese E-Mail antworten und ihre Antwort mit diesem signieren/unterschreiben. Die wartende Nachricht wird dann als verschlüsselte E-Mail versandt. Eine Antwort von dieser Adresse erhalten Sie nicht.

Sofern für Sie keine der beiden Optionen in Frage kommt, können wir nicht per E-Mail mit Ihnen kommunizieren. In diesem Fall steht für die schriftliche Kommunikation nur der Postweg zur Verfügung. Bitte setzen Sie sich dann mit dem Absender der E-Mail (Kfz-Zulassung@ladadi.de) in Verbindung.Mit freundlichen Grüßen
Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg

Der Inhalt der Mail war vollkommen bar jeder schützenswerten Information. Sie enthielt nur die Anweisung, sich nach Darmstadt zu begeben und das Nummernschild bei der Zulassungsstelle abzugeben.

Exkurs zur Sache: Wenn du ein Nummernschild findest, dann lass es entweder liegen oder steck es in den Briefkasten des nächsten Polizeipostens. Das ist ein Standardproblem.

Und nun zur Weigerung, auf ein normales Email zu antworten: Niemand hat Interesse an einer sicheren Kommunikation der Bürger. Diese Behörden (und Firmen) betreiben ein eigenes Kommunikationssystem, dessen Inhalt sie kennen und den sie überwachen können.

Woran erkennt man sichere Kommunikation? Der Staat will sie verbieten. Meine Adresse bei Signal: vowe.01