
Nachdem ich vorgestern eine unschöne Erfahrung mit einem Review gemacht habe, habe ich noch drei Sachen gelernt:
- Manche Geschäftsinhaber lassen schlechte Bewertungen löschen. Dabei behaupten sie einfach, das sei Difamierung und der Reviewer sei ja gar kein Kunde gewesen. Google hat die Löschung jedoch binnen einem Tag zurückgenommen, weil ich noch eine Quittung hatte.
- Wortwart schreibt: “Learning: Vor dem Besuch erst den Rezensions-Tab öffnen und nachsehen, ob das betreffende Unternehmen aus rätselhaften Gründen ständig diffamiert wird.”
- Axel Gutmann schreibt: “Diese Google-Rezensions-Entfernung ist ja eine aufstrebende Branche. Kaum eine Woche ohne Angebot im Firmenpostfach. Der aktuelle Satz liegt wohl bei 12€ pro erfolgreich entfernter Bewertung.”
Ich halte dieses Bemühen, jede Kritik zu unterdrücken, für kontraproduktiv. Im Schitt vier Sterne sind eine gute Bewertung, fast fünf Sterne sind dagegen wahrscheinlich geschönt. Das betrifft übrigens auch Amazon.
Was Geschäftsinhaber auch vergessen: Der Streisand-Effekt erzeugt viel zu viel Aufmerksamkeit für diese Bemühungen. Aus 47 Likes wurden binnen einem Tag über 100.

Allerdings sind Google-Bewertungen mittlerweile so wertlos wie die Suchergebnisse der ersten Seite. Alles geschönt, die negativen Bewertungen werden gar nicht angezeigt. Rollt man durch sämtliche 100+ Rezensionen durch, sieht man nur Lobhudeleien, ein mächtig verzerrtes Bild der Realität.
Google ist offensichtlich in die vorletzte Phase der Enshittification eingetreten.




















