Wer einmal ...

by Volker Weber

Das Vertrauen der Deutschen in die SPD ist offenbar schwer erschüttert. Laut einer Umfrage nimmt nur jeder siebte Bundesbürger den Sozialdemokraten ihre Absage an ein rot-rotes Bündnis nach der Bundestagswahl ab.

Ich glaube, die Union wird dem Herrn Koch noch sehr dankbar sein, dass er sich vor der Hessenwahl in den Fuß geschossen hat.

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Comments

Das wahre Problem ist: Mit jedem einzelnen Mal, wenn so etwas passiert - wenn Politiker lügen, Schmiergelder fließen, Schwarzkonten aufgedeckt werden oder plumpe Hetze für Wahlkampfzwecke betrieben wird, gehen noch weniger Menschen wählen. Das Problem ist nicht Ypsilanti alleine. Ob nun Koch, Kohl, Schröder oder wie sie alle heißen. Alle haben ihren Vertrauensbonus ziemlich verwirkt.

Zur Erinnerung: Die letzte Wahl in Hessen nutzten gerade mal 64,3 Prozent der Wahlberechtigten, um ihr Recht auszuüben. Ein historisches Tief.

Alper Iseri, 2008-08-16

... und je weniger wählen gehen, umso zufälliger wird das Ergebnis. Ausgesprochen gefährlich für die sowieso angeschlagene Demokratie.

Armin Roth, 2008-08-16

Die Demokratie, angeschlagen? Höchstens wir.

;)

Frank L. Quednau, 2008-08-16

Naja, 25+x und 5+x gibt so ab 30% aufwärts. Und für die paar Prozente gibt es keine Gestaltungsmehrheit im Bundestag.
Eine angeschlagene Demokratie kann ich ebenfalls nicht entdecken. Und das mit dem Lügen hatten wir ja erst kürzlich.

Henning Heinz, 2008-08-17

umgekehrt wird ein schuh draus. Wenn die Demokratie angeschlagen ist, dann nutzen auch 99,97 % Wahlbeteiligungen nichts mehr ;-)

Gregory Engels, 2008-08-17

Nicht die Demokratie ist angeschlagen, aber die parlamentarische Demokratie: Nicht nur, dass die Mitgliederzahl der großen Volksparteien schrumpft, das Vertrauen der Bürger in ihre Politiker ist nachhaltig erschüttert und die Erwartung, dass sich nach den Wahlen mit anderem politischem Personal etwas ändern könnte, besteht nicht mehr.
Gefühltes Stimmungsbild: "Die da oben" haben sich von "denen da unten" entfremdet. "Die da oben" treffen keine eigenständigen Entscheidungen mehr, sondern werden von Lobby-Interessen und Fraktionsdisziplin gesteuert.
Kein Wunder, dass diejenigen, die es vielleicht besser könnten, sich von Politik eher abgestoßen fühlen und ihr ehrenamtliches Engagement anderweitig einbringen oder ihr Glück nur noch im Privaten suchen.

Christian Zalto, 2008-08-17

Hörtipp: http://chaosradio.ccc.de/cre066.html

Hanno Zulla, 2008-08-18

D'oh.

Hanno Zulla, 2008-08-18

Na toll. Heute kämpfe ich hier aber mit meiner eigenen Unfähigkeit, Volkers Vorschauformular zu bedienen. Aua.

Also: Hörtipp - http://chaosradio.ccc.de/cre066.html.

Hanno Zulla, 2008-08-18

@hanno: Danke für den Tip. Hier paßt dann auch das Zitat aus dem Editorial der Datenschleuder:

"Wenn der Bürger nicht sowieso schon seit Jahren wüßte, daß Politiker korrupt, kriminalitätsanfällig und vollkommen merkbefreit sind, würde er zwischen Shoppen, Urlaub und unterbezahlter Arbeit vielleicht mal hochgucken, wenn Schäuble 2008 fordert, daß Hausdurchsuchungen wieder heimlich, Folter erlaubt und RFID-Implantate sowie akustische und visuelle Wohnraumüberwachung nun verpflichtend ist. Danach wählt er die Spacken beim nächsten Mal wieder – mangels sinnvoller Alternativen. Die Deutschen, die in Heerscharen jeden Monat das Land verlassen, sehen wohl keine Zukunft mehr hier."

Editorial

Armin Roth, 2008-08-18

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