Tiefrot

by Volker Weber

Die Umsatzerlöse lagen im vergangenen Geschäftsjahr 2011 mit 11,8 Mio. Euro rd. 4% unter dem Vorjahresniveau (2010: 12,3 Mio. Euro) . . . Damit betragen die Abschreibungen des Jahres 2011 insgesamt 14,2 Mio. Euro, davon außerplanmäßig 12,1 Mio. Euro. So ergibt sich im Wesentlichen aufgrund der vorgenannten Abschreibungen ein Jahresfehlbetrag 2011 von 13,5 Mio. Euro (2010: Jahresüberschuss 0,3 Mio. Euro).

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Comments

"aktivierten Entwicklungsleistungen" - wir haben noch nie und werden niemals Entwicklungsleistungen aktivieren. Entwicklungsleistungen fakturiert man, wenn man kann. Wenn man Entwicklungsleistungen nicht fakturieren kann, hilft die Aktivierung auch nicht weiter.

"Diese Veröffentlichung stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf irgendwelcher Wertpapiere dar."

Got that

Felix Binsack, 2012-06-30 00:05

Nach GAAP musst du die Entwicklungsleistungen nach meiner Erinnerung sogar aktivieren, da es aus US-amerikanischer Sicht nicht zulässig ist, den Investoren Informationen über im Unternehmen vorhandenen Werte vor zu enthalten. Die Verluste kommen doch vor allem aus den Sonderabschreibungen, operativ könnte es also sogar gut aussehen. Ob das so ist, weiß ich aber auch nicht, dazu müsste man sich mindestens einen Tag in das Zahlenwerk und vor allem in das Kleingedruckte der letzten Jahre hinein knien. Dann, und nur dann hat man ein halbwegs fundiertes Bild. Bilanzen lesen ist nix für nebenbei und nix für wenn-man-keine-Ahnung hat.

Lucius Bobikiewicz, 2012-06-30 01:38

Für die Aktivierung von Entwicklungsleistungen gibt es Wertgrenzen. Je nach Unternehmensgrösse und Branche werden diese individuell mit dem Wirtschaftsprüfer vereinbart. Ab dann ist aber kein Auskommen mehr - oberhalb der Grenze MUSS dann aktiviert werden.

Axel Koerv, 2012-06-30 09:10

@Lucius
Die Wirtschaftsprüfer haben in dem Bericht ziemlich klar Stellung bezogen und die haben hoffentlich die Bilanz gelesen.

[...]dass die Liquditätslage der Gesellschaft angespannt
ist und die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Finanzanlagen vom Erfolg der neuen Produktlinien Transformer und GROUP Live abhängt. Ein Ausbleiben des planmäßigen Erfolgs dieser Produktlinien kann den Fortbestand der Gesellschaft gefährden.

Die Strategie scheint ein wenig dünn denn sie besteht seit vielen Quartalen nur aus Durchhalteparolen und der Übernahme angeschlagener Unternehmen im Lotus Umfeld. Trotzdem finde ich es mutig was GBS da versucht. Der Markt ist schwierig und die IBM sorgt, milde ausgedrückt, nicht unbedingt für Rückenwind.

Henning Heinz, 2012-06-30 11:20

@Henning
dieses von dir rausgesuchte Zitat finde ich schon wesentlich aussagekräftiger. Ich hatte ja bewusst keine Stellungnahme zu dem Unternehmen abgegeben.

Lucius Bobikiewicz, 2012-06-30 12:33

Es geht auch nicht um GAAP, sondern um das HGB: "Der vom Vorstand nach HGB aufgestellte Jahresabschluss der AG zum 31. Dezember 2011..."

Natürlich gibt es Fälle in denen Eigenleistungen aktiviert werden müssen. Gerade bei Softwareunternehmen ist aber die Aktivierung der Eigenleistungen ein hervorragender Indikator für die gewählte Bilanzpolitik.

Felix Binsack, 2012-06-30 12:47

Lucius, Sonderabschreibungen sind manchmal gewünscht, wenn man gut verdient. Und manchmal nötig, wenn man sich geirrt hat. RIM hat auch mal gedacht, sie könnten PlayBooks für 500 bis 700 Euro verkaufen. Da war dann auch eine Sonderabschreibung nötig.

Volker Weber, 2012-06-30 18:17

Bei Bilanzierung gemäss HGB galt immer ein Aktivierungsverbot, nach IFRS kann unter gewissen Vorraussetzungen ein Aktivierungsgebot vorhanden sein.
Erst mit dem Bilanzierungsmodernierungsgesetz (BilMoG) wurde im Sinne einer Harmonisierung an internationale Standards ein Aktivierungswahlrecht geschaffen. Eine Verpflichtung besteht natürlich nicht.

Es ist klar, dass in diesem Bereich ein erheblicher Ermessensspielraum besteht, der im Sinne der Bilanzpolitik genutzt werden kann. Der mündige Aktionär, Analyst wird dies entsprechend berücksichtigen.

Interessant wird es immer dann, wenn sich das jeweilige Unternehmen mit Hilfe der aktivierten Eigenleistungen gerade so ein positives Ergebnis ausweisen kann.

Olaf Boerner, 2012-07-01 15:40

Das geht aber auch nur so lange, bis jemand merkt, dass das Zeugs zwar was gekostet hat, aber nichts wert ist, weil es keiner haben will.

Volker Weber, 2012-07-01 16:04

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