Joyn: Telekom versucht es mit neuer Messenger-App

by Volker Weber

Mit einer hauseigenen App will die Deutsche Telekom zur Nutzung des SMS-Nachfolgers locken. Der Messaging-Dienst soll nun für alle Telekom-Kunden bis Anfang 2015 kostenlos sein - danach werden bestimmte Funktionen in bestimmten Tarifen kostenpflichtig. Zur Inbetriebnahme müssen Nutzer weiterhin eine eventuelle WLAN-Verbindung deaktivieren — anschließend lässt sich der Messenger im Mobilfunknetz oder per WLAN einsetzen.

Gibt's dafür auch einen Amazon- oder Zalando-Gutschein?

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Comments

App-Beschreibung im App-Store gelesen, gelacht und über Whatsapp den Artikel weitergeleitet. Vielen Dank Volker für die Verlinkung. Selten so köstlich gelacht :)

Schönes Wochenende!
Mathias

Mathias Ziolo, 2014-04-04 20:40

Ich stelle mir immer vor, dass die ja nicht völlig verblödet sind. Die müssen eigentlich wissen, dass sie keine Chance haben. Aber die bauen trotzdem einfach weiter.

Volker Weber, 2014-04-04 20:51

Die haben den Schuss immer noch nicht gehört. Warum die nicht mal bei ihren eigenen Leuten auf den Smartphones schauen, mit welcher App heute statt SMS kommuniziert wird? Dann könnten solche Totgeburten vermieden werden.

Armin Auth, 2014-04-04 21:25

Wie gesagt, ich halte die nicht für blöd.

Volker Weber, 2014-04-04 21:43

Verzweiflung. Die einzige Erklärung, die mir dafür einfällt. Weil ein Geschäftsmodell untergeht, das bislang gute Margen beschert hat.

Armin Auth, 2014-04-04 21:54

already death on delivery

thorsten ebers, 2014-04-04 22:37

Nö blöd sind sie nicht, aber groß und langsam. Wenn da eine Idee ist die für gut befunden wird, dann dauert alleine die Erstellung des Projektantrags inkl. Vorstudie um die Kosten zu ermitteln in so einem Laden wie der Telekom Monate. Dann muss die Investition in Leute, Hardware und Entwicklung genehmigt werden und in die üblichen "Forecasts" einfließen...nochmal Monate in denen nichts gemacht wurde. Alleine bis das Budget für die Umsetzung verfügbar ist geht da dann ein Jahr ins Land. Dann muss das Team aufgebaut werden und die eigentliche Arbeit beginnt. Wenn es richtig gut läuft gibt es nach eine Jahr dann eine erste Version für den Betatest mit Anwendern.

Von der Idee bis dahin dann zwei Jahre. In der Zeit hat irgendeine Frickelbude eine ähnliche Idee gehabt, nach ein paar Monaten eine Anwendung geschrieben, bei Amazon Infrastruktur geklickt, die ersten Anwender gesammelt, gelernt was die Leute wollen und was nicht, eine neue Version gemacht, noch mehr Infrastruktur geklickt usw. Bis der große Laden in die Pötte kommt hat ein kleiner schon zwei oder drei Iterationen mit den Anwendern hinter sich, wenn es gut läuft Geld eingesammelt und sich professionalisiert.

Das sie keine Chancen haben sehen sie auch, aber wer will das zugeben und das ganze Geld einfach abschreiben? Da geht es im Zweifel um den eigenen Hals, also wird das bis zum bitteren Ende weiter getrieben.

Die Carrier wollen einfach nicht wahr haben das sie in Zukunft eigentlich nur Bitschubser sein werden. Anstatt sich darauf zu konzentrieren das wirklich gut (im Sinne von überall, stabil und schnell) zu machen, will man unbedingt auch Content/Funktionsanbieter sein weil man sich da das große Geld erhofft. Dafür ist man aber wieder zu langsam...

Sven Semel, 2014-04-05 00:09

Die carrier sollten den Funktionsumfang inklusive Übermittlung von Sprachaufzeichnungen und (meinetwegen in der Größe eingeschränkten) Videos netzübergreifend (d.h. Telekom, Vodafone in Deutschland, O2, E-Plus inklusive aller Reseller und Pre-paid Billigableger wie Congstar, 1und1, Fonic, Base, etc.) dauerhaft kostenlos und werbefrei für Smartphones und Tablets (!) anbieten und mit den üblichen Attributen "Verschlüsselung, Sicherheit, Serverstandort in Deutschland, etc." bewerben. Dann wäre WhatsApp in Deutschland innerhalb von 12 Monaten weitestgehend Geschichte.
Kostenfplichtige Mehrwerte kann man anschließend auf Basis dieser Plattform anbieten, z.B. Integration von Teilnehmern, die nur per email erreichbar sind, permanente virtuelle Teamspaces mit strukturierter Bereitstellung der Inhalte, die dann auch über Webbrowser nutzbar sind, Audioconferencing, group video chats, etc.
Aber dazu müsste man sich natürlich erst mal an einen Tisch setzen...

Erik Schwalb, 2014-04-05 13:43

@Erik Schwab Wie wird das finanziert?

Maik Endler, 2014-04-05 18:22

@Erik Schwab und wie finden das wohl die Wettbewerbsbehörden?

Thomas Holzapfel, 2014-04-06 16:22

Joyn ist übrigens auf meinem T-Mobile gebrandeten Xperia Z vorinstalliert und lässt sich natürlich auch nicht entfernen.

Ich weiß dies nur deswegen weil mein Handy alle zwei vermeldet dass der Joyn Dienst unerwartet beendet wurde. Scheint nicht nur ein besonderes nützliches sondern vor allen auch sehr stabiles Programm zu sein.

Roland Dressler, 2014-04-07 10:57

@Maik Endler: Die Telekom geht ja bereits jetzt in Vorleistung und stellt bestimmte Joyn-Funktionen (soweit ich das verstanden habe) auch dauerhaft kostenlos bereit in der Hoffnung, dann später mit erweiterten Funktionen Einnahmen zu erzielen. Dass sie bei ihrer jetzigen Auswahl der Funktionen, mit denen sie glauben, später einmal Geld verdienen zu können, vermutlich nicht den Bedarf der Anwender treffen, dürfte allen klar sein. Das stellt aber nicht das grundsätzliche Prinzip in Frage, zumal auch die "kostenlosen" Basisdienste bei Nutzung über das Mobilfunknetz ja gar nicht kostenlos wären. Ich würde nämlich bei meinem Vorschlag entgegen dem jetzigen Modell den Messenger Datenverkehr eben doch auf das jeweilige Datenvolumen des Mobilfunkvertrags aufschlagen.

@Thomas Holzapfel: Das Modell haben wir doch heute bereits bei den "Basisfunktionen" Telefonieren und SMS. Ich bezahle meinen carrier für die Leistung, ein Telefonat mit einer anderen Person im Netz eines anderen carriers zu führen oder ihr eine SMS schreiben zu können. Dabei stehen die carrier untereinander im Wettbewerb und das funktioniert. An diesem Prinzip würde sich ja durch das Hinzufügen weiterer Funktionen (z.B. Versenden von Fotos oder beliebigen Dateien) nichts ändern.

Erik Schwalb, 2014-04-07 12:28

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