Kann so weitergehen

by Volker Weber

Anfang November habe ich mir ambitionierte Ziele gesetzt, um mein Laufprogramm über den Winter zu halten. Jeden Tag mindestens 10.000 Schritte, pro Woche mindestens 100 km. Das Tagesziel ist leicht zu erreichen, zur Not laufe ich einfach 90 Minuten "rund Bessungen". Das geht selbst bei Eis und Schnee oder eisigem Wind. 100 km pro Woche ist schwieriger, weil das entweder 15 km am Tag sind. Oder realistischer, mindestens zwei Tage mit 20 km. In einer Woche habe ich mal probiert, was geht, wenn ich am Anschlag laufe. Ergebnis: 160 km.

Ich habe durchgehalten. Seit 18 Wochen ohne Ausnahme, egal wie stark der Schnupfen war. Frische Luft hilft. Die Ziele sind realistisch, so kann ich weitermachen. Rechnerisch macht das 5300 km im Jahr. Mit den 25 %, die ich aktuell über dem Ziel liege, werden es wohl eher 6000 km. Im Sommer ist das sowieso viel einfacher.

Wenn das jemand nachmachen will: ich habe nicht mit diesem Tempo angefangen. Vor einem Jahr habe ich nicht mal 1.000 Schritte am Tag geschafft. Erstes Ziel waren 3.000, dann 6.500, dann nach langer Zeit 10.000. Der Körper braucht Zeit. Dem Kreislauf geht es schnell gut, die Muskeln brauchen etwas länger, die Gelenke noch mehr. Anfangs hatte ich Probleme mit Blasen an den Füßen, aber das ist vorbei. 100 km pro Woche ist übrigens brutal viel. Keiner der Supersportburschis in meinem Freundeskreis schafft das.

Was hat es gebracht? Ich fühle mich rund zehn Jahre jünger als vor einem Jahr. Aus einem schweren Übergewicht ist ein leichtes geworden. Noch ist jede Menge Speck vorhanden, aber ich habe ja nicht vor, anzuhalten. Der Hund ist bestens trainiert, die Scheffin ist auch zufriedener mit sich. Kann so weitergehen.

Update:

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Einige haben gefragt, wieviel Zeit ich aufwende. Antwort: zwei bis zweieinhalb Stunden täglich. Und zwar ohne anzuhalten. Damit komme ich über 100 km pro Woche. Mit 5 km/h habe ich angefangen. Nun bin ich meistens bei 7. ;-)

Comments

Respekt.

Hubert Stettner, 2015-03-01

Vor so viel Selbstdisziplin kann ich mich nur verneigen.
Tolle Leistung! Ich wüsste nich, woher ich die Zeit dafür nehmen sollte.
Andererseits..."Wer sich nicht selbst managen kann, der kann auch keine Anderen managen!"
Gruß Uwe

Uwe Papenfuss, 2015-03-01

Mittags habe ich Mittagessen und Heiabubu durch Laufen abgelöst. Und abends mache ich dann noch eine große Runde. Wenn es Sommer wird und entsprechend heiß, dann laufe ich gleich morgens früh. Dem Hund ist alles recht.

Volker Weber, 2015-03-01

Das Geheimnis: "Dem Hund ist alles recht."
"Auf den Hund gekommen" bekommt so einen ganz neuen Kontext.

Stephan H. Wissel, 2015-03-02

Wann Du gehst, hast du ja oben schon beantwortet. Mich würde noch interessieren, wieviel Zeit Du jeden Tag investierst?

Ingo Seifert, 2015-03-02

Gratulation und Respekt Volker!! Und Dein Profilbild zeigt es überdeutlich - klasse! Hab' selbst vor 5 Jahren mich massiv umgestellt mit Ernährung und Sport, dabei gut 30 kg unnütze Last abgeworfen... - und so soll es auch bleiben .. :-)

Markus Heyl, 2015-03-02

6000 km hatte ich letztes Jahr auch, aber mit dem Rad. Mittlerweile hat sich das in 17 kg weniger bemerkbar gemacht.
Dein Zeitaufwand würde mich auch interessieren.

Christoph Rummel, 2015-03-02

Ich brauche etwa 18 Stunden die Woche, oder 2,5 am Tag. Davon etwa ein Drittel am Abend und zwei Drittel mittags. Beide nutze ich zum Arbeiten. Laufen stört mich nicht beim Denken, der Hund weiß, was er zu tun hat.

Den Trainingseffekt beim Radfahren kann man übrigens enorm steigern, wenn man sich ein altes Klapprad mit verrosteter Kette besorgt.

Volker Weber, 2015-03-02

vowe ist natürlich ein Champion, keine Frage. Chapeau. Aber auch für uns Normalsterbliche, die wir nicht über so viel Disziplin verfügen und auch vielleicht nicht beim Laufen arbeiten können, gibt es ein paar Ansätze. Kleine Strecken konsequent zu Fuß oder auf dem Rad statt mit dem Auto zurückzulegen, machen auf Dauer einen Riesenunterschied. Reine Kopfsache, der Mensch gewöhnt sich an alles, ans Auto genauso wie ans Laufen oder Radfahren. Wer merkt, wie gut es tut, statt des Autos die eigenen Beine zu benutzen und sich an der frischen Luft zu bewegen, wird es immer wieder tun.

10.000 klingt nach viel, ist aber auch für Nicht-Profis durchaus in Reichweite. Ich zähle meine Schritte normalerweise nicht, habe es in den letzten Tagen aber spaßeshalber einmal getan. Mit den Kindern (ob sie es brauchen oder nicht) morgens in die Schule laufen, 10 Minuten hin und zurück: 2.000 Schritte. Sohn abends beim Sport abholen, mit kleinem Umweg 30 Minuten hin und zurück: 6.000 Schritte. Macht bereits 8.000 Schritte, praktisch ohne Zeitaufwand. Am Wochenende waren es 21.000 Schritte an zwei Tagen mit einigen kleineren Spaziergängen.

Ausreden gibt’s nicht. Und wer früher nicht gesündigt hat, muss jetzt auch keine Marathonstrecken zurücklegen. Nicht die Distanz ist entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit. Und die frische Luft, v.a. im Winter. Der Körper kommt auf Betriebstemperatur und man erkältet sich nicht mehr. Perfekt.

Jochen Kattoll, 2015-03-02

Genau so ist es. 10k kann jeder schaffen, mit ein bisschen Umstellung. Und die Folgen sind ganz wunderbar.

Volker Weber, 2015-03-02

Genauso ist es mit dem Mensch als Gewohnheitstier. Wenn ich eine Woche nicht laufen war, werde ich unruhig und will unbedingt raus, egal bei welchem Wetter...!

Ralph Hammann, 2015-03-03

Ist das eigentlich immer noch der Hund des Nachbarn? Und wenn ja, kommt der Nachbar überhaupt noch vor die Tür?

Oliver Regelmann, 2015-03-03

Frau Brandlinger wohnt gerade bei uns.

Volker Weber, 2015-03-03

Hunde haben ja auch nicht nur wegen der zusätzlichen Bewegung positiven Einfluß auf den Menschen.

Nils Michael Becker, 2015-03-04

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