Microsoft Surface 3 :: Das passt

by Volker Weber

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Ich bin immer ein Fan der Microsoft Surface gewesen. Schon Surface RT war einfach wunderbar und ich habe eine ganze Reihe davon erbettelt. Surface 2 habe ich nie in Händen gehalten, aber nun Surface 3.

Parallel dazu gab es Surface Pro. Mittlerweile in der dritten Generation. Anders als Surface RT und Surface 2 waren das "richtige" PCs, mit Intel Prozessoren, Lüfter und allem Gedöns. Für mich zu dick, zu schwer, zu laut. Mindestens die ersten beiden Versionen. Surface 3 Pro habe ich nie probiert, das ist bei Microsoft ein bisschen schwierig. Sie hätte mir vielleicht gefallen, aber vielleicht hätte mich auch hier der Lüfter und vielleicht auch die Größe gestört.

Aber bei der Surface 3 passt jetzt bei mir alles, bis auf Frankenstein 8.1.

Auch Surface 3 ist ein Intel-PC. Darauf laufen nicht nur moderne Apps sondern auch alter Kram wie etwa der Sonos-Controller. Oder Norton Commander. ;-) Aber Surface 3 hat die neuesten Intel-Prozessoren, die zwar Atom heißen, aber in nichts an die elendigen Netbooks erinnern. Die brauchen so wenig Strom, dass Surface 3 keinen Lüfter hat. 4 GB RAM und 128 GB SSD hat meine Testmaschine. Und das ist auch die, die ich empfehlen würde, nicht das Einstiegsmodell mit halb so viel RAM und SSD. So ist neben Windows und Office auch noch ordentlich Platz für eigene Daten und man muss nicht sofort auf eine microSD-Speicherkarte ausweichen.

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Wie die Pro-Version hat auch Surface 3 einen Digitizer, unterstützt also den Surface-Pen. Das ist eine ganz andere Nummer als die Stifte, die ich vom iPad her kenne. Dort fungieren sie als dicker Fingerersatz, hier hat man einen richtigen Zeichenstift. Ganz clever ist das bei OneNote. Einmal auf den Knopf drücken, Surface wacht auf und präsentiert eine leere Seite, auf die man schreiben kann. Kein Passwort, nichts. Einfach loslegen.

Auch bei den Ports hat Microsoft die rechte Wahl getroffen. USB-A für Speichersticks, Drucker oder andere Peripherie. Micro-USB zum Laden, DisplayPort für externe Bildschirme und Beamer. Da passen sogar meine MacBook-Dongles dran. Dazu noch eine 3.5mm-Klinke für Headsets. Das ist genau richtig; nicht zu viel und auch nicht zuwenig.

Micro-USB zum Laden ist ein Kompromiss. Damit kann man Surface zur Not auch mit dem Handy-Lader auffrischen. Aber das dauert. Selbst das mitgelieferte Netzteil braucht vier Stunden, um einen leeren Akku zu füllen. Sieben Stunden fährt Surface mit dem vollen Akku. Über den Daumen gepeilt braucht man also acht Stunden zum Laden, wenn Surface gleichzeitig läuft. Das ist sehr, sehr lange, wenn man mit einem Lenovo-Yoga vergleicht, hat bei mir aber keinen Unterschied gemacht, weil ich ohnehin nur über Nacht geladen habe. Ein guter Kompromiss.

USB-A ist ebenfalls ein Kompromiss. Man kann schnell einen Drucker anschließen, oder einen Speicherstick. Oder eine olle heiß geliebte Tastatur. Aber der Port ist halt relativ hoch, da kann die Surface nicht dünner sein, als sie jetzt ist. In der Zukunft werden wir bestimmt USB 3.1 Type C benutzen, so wie das neue Macbook, das seiner Zeit noch voraus ist.

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Der Witz an Surface ist, dass man nur noch zwei Geräte braucht: "Computer" und "Telefon". Zu viele Leute haben iPhone, iPad und Macbook in der Reise-Tasche. Surface 3 ist ein gutes Tablet und ein guter Computer. Keine andere Surface zuvor hat das so gut hinbekommen. Ich weiß nicht, wie flott Surface 3 noch ist, wenn ein Unternehmen da seinen ganzen Systemmanagement-Zirkus, Antivirus etc installiert hat. Aber das schlanke Windows, das Microsoft mir geliefert hat, hat mich nie warten lassen. Mit einem Dock im Büro, vielleicht mit Maus und Tastatur und gar einem zweiten Monitor, mit einem Tastatur-Cover und einem Pen für unterwegs ist man all seine Synchronisationsprobleme los. Die Daten sind halt einfach da. 25 GB Mailfile, 50 GB Business-Daten? Kein Problem. Schafft die Surface 3. Dort sehe ich das Einsatzszenario.

Was immer noch ein schwacher Kompromiss ist: das Tastatur-Cover hat einfach ein viel zu kleines Trackpad. Wer nur PC-Trackpads kennt, nutzt oft nach Jahren noch eine Maus. Wer Apple-Trackpads kennt, der kommt erst recht nicht damit klar. Dazwischen liegen Welten. Die eigentliche Tastatur finde ich "OK". Nicht gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Ich kann damit leben, will es aber nicht. Und das muss man auch nicht. Man kann Surface auch mit anderen Tastaturen und Mäusen als PC nutzen. Und eins geht gar nicht: im Sessel zurücklehnen, Füße hoch, Rechner auf dem Schoß und stundenlang tippen. So arbeite ich gerne mit dem MacBook, so ist auch dieser Text entstanden. Surface kann das nicht, das ist einfach zu wackelig.

Diese Woche geht die Surface 3 zurück an Microsoft. Ich lasse sie nur ungern ziehen. Dabei passt sie bei mir als Mac-Benutzer gar nicht wirklich in die Landschaft. Surface 3 hat mir gut gefallen. Und mit Windows 10 wird sie noch besser werden.

Comments

Danke, Volker!

Hubert Stettner, 2015-05-26

Danke, Volker. I have the SP3, and I hardly ever leave home without it. Yes, it is "large" for a tablet, but even with the keyboard it makes for a compact, convenient travel package - and is a REAL computer. In fact, it is as fast as my workstation! It is now my main Lotus Notes workstation and the performance running that slug is exemplary. I am intrigued by the S3. My wife's Gen 1 iPad crashes so often that even she, who is the soul of patience, is open to alternatives. But she likes the games on the iPad, so I have a sales job ahead of me.

Joseph Federer, 2015-05-26

As much as I like the S3, I would STRONGLY advise to get her a current iPad. That does not crash. And she will continue to love her games. And you. :-)

Volker Weber, 2015-05-26

Ich verwende mein Surface Pro 3 gerne mit dem Apple Wireless Keyboard und der Origami 'Hülle'. Ein sehr stabiler Stand und - vor allem - nicht so tief. Damit klappt es auch im Fatboy. Und im ICE. Und im Flieger. Und das Keyboard läuft sehr problemlos mit all meinen anderen Windows Rechnern und 4 verschiedenen Nexus Geräten. http://store.apple.com/de/product/H6353ZM/A/incase-origami-workstation

Mit dem kleineren Surface 3 müsste es noch besser funktionieren.

Richard Kaufmann, 2015-05-26

Hallo Volker,

ich habe seit 3 Monaten ein Dell Venue Pro 11 mit Win 8.1 / 8 GB Ram / 256 GB SSD.
Dies hat meinen Laptop in der Firma direkt komplett abgelößt. Über die Dockingstation habe ich zwei 24 Zoll Monitore, Maus, Tastatur, Lan, USB-Hub, etc. angeschlossen. Für Unterwegs habe ich dann noch die Tastatur welche in Verbindung mit dem Tab einen vollwertigren Laptop Ersatz (inklusive zweitem Akku) darstellt.

Eine Bessere Lösung gibt es für mich derzeit nicht.

Philipp Haun, 2015-05-27

Ja, das ist eine ähnliche Idee. Ein Gerät für alles. Hast Du einen ziemlich leeren Desktop, oder wie geht man mit so unterschiedlicher Fläche um?

Volker Weber, 2015-05-27

@Philipp: Ich habe mir vor 1,5 Jahren das erste Dell VP 11 mit Atom und dieser Chicklet-Tastatur gekauft und war sehr unzufrieden damit. Die Tastatur ist völlig praxisuntauglich (nur Klick, 0 Hub), die CPU und 2GB RAM bremsen Windows derart aus, das nicht mal Firefox vernünftig läuft. Und generell mutet die Hardware extrem billig an. Es dient jetzt mehr oder weniger als "RT-Gerät" (Metro-only :) ), und dafür ist es ganz OK. Hat Dell das Konzept denn jetzt verbessert?

Ersetzt hab ich es übrigens durch ein Surface Pro 3, das für mich die perfekte Kombi aus Tablet und Ultrabook darstellt. Allein die Hardwarequalität ist im Vergleich dazu um Welten besser. Vor diesem Hintergrund macht mich das S3 auch sehr neugierig.

Wolfgang Miedl, 2015-05-27

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