Lenovo Yoga Tab 3 Pro :: Erste Eindrücke

by Volker Weber

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Während Apple dieser Tage ein 13" großes iPad Pro auf den Markt bringt, dampft Lenovo das Spitzenmodell der Yoga-Reihe wieder auf 10" ein. Das Tablet 2 Pro vom letzten Jahr war noch so groß wie das neue iPad Pro. An dieser Stelle muss man kurz innehalten. Apple meint mit Pro, das neue Gerät sei für professionelle Arbeit gedacht. Sie liefern eine Tastaturhülle und einen Stift, und man sollte das als Verbeugung vor Microsoft verstehen, die mit dem Surface 3 Pro auf einmal Erfolg hatten.

Nicht so das Yoga 3 Pro. Das positioniert Lenovo als das ultimative Video-Tablet. Und liefert darum eine Netflix App vorinstalliert mit. Keine Sorge, man kann sie mit einem Schnick auch wieder deinstallieren. Aber die App zeigt, warum man dieses Yoga kaufen soll.

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Wie sein Vorgänger hat das Yoga 3 Pro einen Videoprojektor. Statt 35 Lumen liefert er nun 50. Und das ist weit von dem entfernt, was man von ausgewachsenen Beamern kennt. Und doch ist er überraschend nützlich. Das hat vor allem damit zu tun, dass man ihn nun leichter ausrichten kann. Der Vorgänger beamte noch zur Seite raus und das ging eigentlich nur dann gut, wenn das Gerät auf dem Tisch stand. Nun aber schickt ein Prisma das Bild aus dem Kickstand raus und ist damit viel leichter anpassbar. Dreht man den Kickstand um 180 Grad raus, dann projiziert das neue Yoga das Bild an die Zimmerdecke, während das Tablet flach liegt. Vorteil: Schaut man abends noch ein Video, dann fällt einem das Tablet nicht ins Gesicht, wenn man einnickt. Mit seinen vier Frontlautsprechern und Dolby Athmos klingt das Yoga richtig gut, vor allem überraschend "breit". Überhaupt kein Vergleich etwa mit einem iPad Air und seinem kleinen Leisesprecher.

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Neben der Kopfhörerbuchse, wo früher der Beamer saß, liegt jetzt der Einschalter. Statt eines Schiebers zum Scharfstellen, geht das heute per Software. Auch das ruft man hier auf. Auf der anderen Seite gibt es den MicroUSB-Port zum Aufladen und einen Lautstärkeregler. Was mir fehlt, ist ein HDMI-Ausgang, den es beim Tablet 2 in der Windows-Version gab.

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Wie man sehen kann, ist das Yoga keineswegs dünn. Aber das macht gar nichts, weil es ausgesprochen gut in der Hand liegt. Der richtig dicke Akku mit mehr als 10.000 mAh liegt in der Rolle. Das Gewicht ist also da, wo man hingreift, und nicht am langen Hebel.

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Sehr schön ist auch das Material, auch wenn ich manchmal über Lederoptik meckere. Lenovo versucht nicht durch nachgemachte Nähte echtes Leder vorzutäuschen. Das Yoga fühlt sich einfach prächtig an. Solide, kompakt und griffig. Auch das dunklere Grau gefällt mir sehr gut. Einziger Rückschritt: das dicke Lenovo-Logo auf der Frontseite.

Ich könnte jetzt noch ein bisschen über Android meckern, aber das sind eher Nickeligkeiten. Bluetooth-Tastatur zum Beispiel: nur im Hochformat mit der Rolle links stimmen die Cursortasten. Dreht man das Gerät um und stellt es mit dem Kickstand im Querformat auf, dann drehen sich die Cursortasten mit. Aus links wird hoch, aus hoch wird rechts, usf. Unbenutzbar. Aber das kann Lenovo natürlich noch fixen.

Sehr zu loben ist, dass Lenovo den Umfang der Crapware signifikant reduziert. Das war schon beim Tablet 2 Update zu spüren. Man kann jetzt den Lenovo Launcher nutzen und eine Menge der Zugaben runterwerfen. Überhaupt kein Vergleich etwa mit Samsung.

Aktuell kommt das Tab 3 Pro mit Android 5.1, und das ist schon nicht mehr die brandaktuelle Version. In der Vergangenheit war Lenovo ziemlich langsam mit Updates. Das gerade ein Jahre alte Tablet 2 Pro hat erst vor wenigen Tagen 5.0 bekommen und es sind keine weiteren Updates in Aussicht. Interessant beim neuen Tab 3: Android weist das aktuelle Patchlevel als 1. November auf. Offensichtlich soll es regelmäßige Sicherheitsupdates geben. Und das reicht mir.

Und jetzt muss ich erst mal weiterspielen. Das war nicht der letzte Bericht zu diesem sehr interessanten Gerät. Was ich mich dabei frage: wer gibt knapp 500 € oder knapp 600 Euro (mit LTE) für ein zugegebenermaßen sehr nettes Android-Tablet aus?

Comments

Und, auf Englisch ?

Joseph O'Laughlin, 2015-11-15

Na, dann geht es Dir so, wie sehr vielen not native english speakers - Du musst mühsam in der Fremdsprache lesen!

Gerhard Henzler, 2015-11-15

ich mag die Lenovo eigentlich gerne und wenn die jetzt tatsächlich regelmäßig Updates bringen kommen die auch wieder in Betracht. Aktuell nicht, da die mein HD+ auf 4.4 stehen lassen.

Aber zum Preis: ist ein surface 3 tatsächlich preiswerter? Eignet sich das zum arbeiten so viel besser? Ernst gemeinte Frage, ist ja bald Weihnachten...

Thomas Baschetti, 2015-11-15

Das mit dem Patch Level klingt, als wäre es von Android M (Version 6) abgekupfert, da steht das neuerdings auch in den Gerätedetails. In der Tat wäre das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, finde ich.

Ragnar Schierholz, 2015-11-15

Thomas, ich weiß nicht, ob Lenovo wirklich das System updaten will. Aber regelmäßige (monatliche) Security Patches fände ich prima. Mal sehen, wie lange ich das Yoga 3 Pro habe. Wenn ich in der Zeit ein Update bekomme, sage ich Bescheid.

Noch eine Sache, die sehr für das Surface spricht. Der Bildschirm hat ein Format von 3:2, das viel besser zum Arbeiten passt als 16:9, das eher für Videos passt.

Aber das Yoga hat auch einen ganz starken Punkt. Der Akku hält bis zu 18 Stunden. Soweit bin ich noch nicht gekommen an einem Tag.

Ein Surface 3 ist eine ganz andere Maschine. Microsoft hat kaum Apps davor, aber dafür alle Windows Software. 4GB/128GB/Keyboard empfehle ich und das sind normalerweise schon etwa 700 €. Updates gibt es immer sofort.

Das Yoga 3 Pro ist ein eher schwach ausgestattetes Android-Gerät. 2GB/32GB, natürlich erweiterbar. Damit im Preis nahe an ein Surface 3 zu gehen, halte ich für mutig. Auch wenn es echt toll verarbeitet ist.

Volker Weber, 2015-11-15

Ragnar, ja, interessant. Zumal das Priv sowas nicht hat, BB aber monatliche Updates verspricht.

Volker Weber, 2015-11-15

Wäre das Yoga auch ohne Beamer noch ein wirklich spannendes Gerät? Ich suche noch nach Erfahrungen mit einem eigenständigen Micro-Beamer, der sich an Surface, iPad & Co. anschmiegt. Zwei Kisten sind zwar nicht so optimal, wenn es ums leichtere Einschlafen geht, meine Beamer halten aber meist länger als die Bildquellen.

Peter Meuser, 2015-11-16

Ja, sicher. Der Beamer ist nur ein selten genutztes Accessoire. Eigenständigen Micro-Beamer habe ich mir mal schicken lassen aber nie wirklich benutzt. Laut, stinkend, dicke und steife Kabel, das war der Horror. Die Hürde ist einfach zu hoch.

Volker Weber, 2015-11-16

Ich habe mir den Vorgänger mit LTE nach den Berichten hier im letzten Jahr gekauft, war dann schnell ein wenig ernüchtert, so dass ich das Tab eher weniger nutzte.

Das Tab 2 Pro litt unter der LENOVO Interpretation einer Android 4.4 Oberfläche und fehlenden fehlenden Aktualisierungen und dem Vertrauen in den Prozessor, da sich Ruckler häuften und meine Note 4 trotz des kleineren Display mehr und mehr an Aufgaben meisterte. Irgendwann im Herbst kam dann dank des Hinweises hier auf die Multi Bluetooth Pairing Funktion der Logitech K400 Tastatur eine solche dazu, mit der das Note 4 und das Lenovo Tab mehr und mehr den Laptop verdrängten, da all beide Android Geräte dank der Tastatur und in Verbindung mit der Android App HD OFFICE (von Softmaker aus Nürnberg) perfekt auch mit den HP Farblasern Druckern zusammenspielten sowie dem mobilen HP Officejet 150 z.B. im Einsatz in Bolivien.

Die eher haptisch billig wirkende K400 Tastatur wurde durch eine K480 ersetzt, die ohne Trackpad kommt, aber solider verarbeitet und kompakter ist und einen Tablet/Smartphone Ständer bietet (Logitech Cashback Aktion im September).

Am Freitag kam nun das Lenovo Lollipop Update auf das Tablet und das veränderte die Performance des Gesamtsystems radikal zum Positiven:

Die Ruckler sind weg,
das System reagiert prompt und konsequent ohne Verzögerungen auf Eingaben.
Excel Matrizen unter fluppen unter PLANMAKER HD nun deutlich schneller - gefühlte 33% - 50% bei komplexeren Modellen mit Laufzeiten im Bereich von über 1 Minute.

Seither ist das Tab 2 Pro wieder erste Wahl und im Dauerbetrieb, wo ich es im Oktober noch hatte verkaufen wollen. Ob sich der Mehrpreis für ein Surface 3 Pro lohnt oder nicht (hat auch mehr RAM, Tastatur und Stift, etc., aber keinen Beamer), hängt von vielen, meist persönlichen Einflußfaktoren ab, denn ich kaufte das Lenovo Tablet 2 Pro im Rahmen einer subventionierten Hardware bei einem 5 GB Datenvertrag für ca. 100€, wo ich derartige Surface 3 Pro Angebote nicht fand. Hauptanschaffungsgrund für das Tab 2 Pro war die Einzigartigkeit der Kernkompetenzen Akku/Laufzeit, 13 Zoll HD Display, Stand und Beamer.
Ein schnell übersehener, kaum irgendwo erwähnter Nachteil sei hier auch erwähnt:

Sky Abonennten können "Sky Go" via LTE & WLAN nutzen, aber nicht auf diesem Gerät, da Sky anscheinend ANDROID seitig Zertifzierungen vergibt, die sich dort momentan auf diverse Samsung Tabs und Apple ipads beschränken, aber kein Lenovo Tab 2 (ebensowenig auch andere HD Android wie LG G3 + G4 oder Note 4).

Die "Sky Go" Windows App dürfte jedenfalls auf dem Surface sicher laufen.

Ich selber habe mittlerweile aufgrund der divergierenden Konditionen bei Sprach und Datentarifen einen 3G/4G Hotspot/Powerbank im Einsatz, so dass anstelle des jetzigen Tab 2 mit LTE die Tab 3 Pro WiFi Variante für 500€ als Ablösung in Betracht käme, wenn mich der Rückschritt auf 10" nicht stören würde.
Die 13" Varianten sind übrigens sehr begehrt bei einzelnen Zielgruppen, die sonst schnell übersehen werden: Menschen mit Sehproblemen
Häufig ältere Menschen, gern auch Wohnmobilisten, kauften sich im letzten Jahr so ein Gerät, sobald sie die Möglichkeiten im Einsatz sahen.

Ich werde das Lenovo Tab 3 Pro wohl erst bei Unterschreiten der 400€ Schwelle kaufen und mein Tab 2 Pro an meinen schlecht sehenden Vater weitergeben.

Der gut ins OS integrierte, vielseitiger nutzbare Projektor hat eine Zukunft auch bei dem Preis, denn das Surface bietet dort nichts als externe Bastellösungen und Kabelsalat - wovon gerade Wohnmobilisten schon genug haben.
Wenn man das Surface 3 Pro preislich mit dem Lenovo vergleichen mag, dann sollte man einen Pico Beamer auf den Surface Preis hinzurechnen.

Jedenfalls hat sich das Lenovo Yoga als Windows Laptop Ersatz bewährt, wenn auch manches umständlicher, langwieriger etc. war, aber gerade ältere Menschen schätzten die (vermeintliche) Einfachheit des Android OS, wo sie ihren Windows Laptop verfluchen.

W.A. Fischer, 2015-11-16

Kurze Frage: ein Beamer ist ja ein nettes Goodie, aber wie kriegt man denn aus diesem Ding dann 5.1 Sound auf die Anlage? Ich sehe da keinen optischen Ausgang o.ä.

Mathias Ziolo, 2015-11-17

Welche Anlage? Und warum hat die keine Chromecast?

Volker Weber, 2015-11-17

Klassischer Onkyo 5.1 Receiver. Ein Chromecast hängt dran, allerdings nur für Audioausgabe. Ein TV existiert nicht. Darum wäre die Lösung für Kurzvorstellungen via Tablet gar nicht so verkehrt. Bei der Chromecast-Wiedergabe verschwindet aber das Bild vom Gerät, denn der Stick streamt ja selbst aktiv. Es wäre interessant zu wissen, ob das Tablet das Bild via Beamer wiedergeben kann und gleichzeitig den Audio-Ton per Chromecast an die Anlage streamen (idealerweise ohne A/V-Sync-Probleme). Soweit mir bekannt ist sowas mit dem iPad beispielsweise nicht möglich (oder ich habe es nicht hinbekommen bis jetzt).

Mathias Ziolo, 2015-11-17

> Ein TV existiert nicht.

Da liegt der Fehler.

Volker Weber, 2015-11-17

Bei dem Minimalkonsum wäre das ein viel zu großer Staubfänger. ;-)

Mathias Ziolo, 2015-11-17

Staub wischen ist jetzt auch nicht so schwierig. So würde aber das Bild zum Ton passen.

So ein DLP Pico Projector mit 50 Lumen macht einfach kein adäquates Bild zum dicken Ton. Normalerweise schaue ich einfach auf dem Bildschirm des Tablets und habe den passenden Ton. Wenn ich das Tablet nicht bequem aufstellen kann, dann werfe ich das Bild an die Zimmerdecke und das passt immer noch zum Ton.

Wenn Du kein TV aufbauen willst, brauchst Du immer noch eine weiße Wand an der selben Stelle. Und ein handelsüblicher Beamer hat heute 3000 Lumen. Das ist eine ganz andere Nummer. Bleibt das Problem, dass Bild von hinten und Ton von vorne kommt. Und das ist ein langes HDMI-Kabel dazwischen.

Wenn es kein normaler Beamer sein soll, dann ist vielleicht so ein kleiner Beamer OK. http://www.amazon.de/dp/B00QV8CBTI

Für mich passt das nicht. Entweder Surround und LED Screen oder eben das Tablet ohne jedes Kabel.

Volker Weber, 2015-11-17

Ah, das erklärt natürlich einiges. Vielen Dank, Volker! Mit Beamern habe ich es nicht so und bin in dem Bereich total unbewandert. Die weiße Wand wäre vorhanden. Die Lösung mit dem kleinen Beamer liest sich ganz gut. Nun, ich überlege mir da etwas. Primär nutze ich die Anlage, um Musik zu hören (Stereo). Im Moment langweilt sich das Setup nur ein wenig.

Nochmals vielen Dank für den Tipp!

Mathias Ziolo, 2015-11-17

Weg mit dem Plunder und einen neuen PLAY:5 kaufen.

Volker Weber, 2015-11-17

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