Der unaufhaltsame Untergang des Darmstädter Echos

by Volker Weber

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Als ich nach Darmstadt kam, gab es noch mehrere Lokalzeitungen. Übrig blieb nur das Darmstädter Echo. Das Geschäftsmodell mit Kleinanzeigen erodierte zuerst. Und dann wurde die Redaktion nur noch dahin geschickt, wo auch größere Anzeigen winken. Mittlerweile ist das Unternehmen an eine größere Gruppe verkauft, die Redaktion ist geschrumpft.

Immerhin haben sie eine Socialmedia-Truppe, die überwiegend Artikelchen mit Symbolbild verlinkt, die aus dem Polizei-Bericht abgeschrieben sind. Der Leser wird getrackt und wenn er fünf Artikel im Monat gelesen hat, dann soll er sich mit Namen und Adresse registrieren, damit er noch mal fünf lesen kann. Jeder weitere Artikel ist dann zu bezahlen.

Das Geschäftsmodell auch hier: von den Werbetreibenden kassieren und von den Lesern. Dumm nur, dass sich die Website größte Mühe gibt, auch den letzten Leser mit Flash-Gezappel, Popups und Overlays zu vertreiben.

Ein Drama. Oder besser: eine Provinzposse.

Comments

...und das Schlimme / Traurige ist ja, dass es für die lokalen Informationen (von der Freiwilligen Feuerwehr bis hin zum Seniorenbasteln) mittlerweile genügend Interessenten gäbe, die auch schon "mit diesem Internet" umgehen können, ausdrücklich auch 65+

Mal warten, wann "Google News Local" kommt - aber da ist dann doch die Frage, wer sich um die wirklich örtlichen Dinge redaktionell kümmert, wenn da von redaktionell überhaupt die Rede sein kann.

Nur so ein Gedanke...

Matthias Lorz, 2016-04-17

... ganz zu schweigen von den zunehmenden Schlampereien z.B. bei Rechtschreibung und Grammatik. Eingesparte Qualitätskontrolle. Mangelnde Qualität ist für jede Dienstleistung (und sicher nicht nur dort) irgendwann tödlich.

Die weitaus überwiegend tatsächlich engagierten Redakteure und -innen des ECHO sowie viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (soweit noch übrig ...) können einem wirklich Leid tun.

Das grässliche Website-Layout gibt's übrigens andernorts auch - ist also noch nicht mal etwas Eigenständiges. Aus Kostengründen verständlich, aber bei DEM Ergebnis eher peinlich - siehe z.B. http://www.gelnhaeuser-tageblatt.de/

Stephan Perthes, 2016-04-17

Immerhin gibt es in unserem kleinen Gelnhausen auch noch eine Zeitung die das etwas besser hinkriegt: gnz.de

Bernd Hofmann, 2016-04-17

Sieht irgendwie aus wie bei uns in Heilbronn mit der Heilbronner Stimme:(
http://www.stimme.de/

Mark Siller, 2016-04-17

Ist überall das Gleiche. Ich arbeite für einen Druckmaschinenhersteller und sehe das bei jedem Kunden. Die Anlage, auf der das Echo gedruckt wird war die letzte große Anlage, die wir installiert haben. Seitdem nur noch Service und Reparaturen. Es ist einfach kein Geld mehr vorhanden um Qualität aufrecht zu halten. Die Einnahmequellen (Immobilien, Stellenangebote, KFZ-Markt und Kleinanzeigen) sind fast komplett ins Internet abgewandert. Schade.

Axel Seifried , 2016-04-18

Ich würde mir wünschen, dass sie sich Online nicht so doof anstellen. Man kann nicht die Leser vertreiben, die eigentlich die Werbung sehen sollen.

Volker Weber, 2016-04-18

Leider hast Du recht, das wird jedes Jahr schlimmer mit dem Echo. Ich glaube mittlerweile weiß auch fast jeder Darmstädter wie er im Browser den Inkognitomodus angeschaltet bekommt um den Artikel doch lesen zu können - also könnten sie diese Quälerei des Lesers doch gleich ganz sein lassen...

Ralph Hammann, 2016-04-18

Und mir scheint, es ist eben nicht überall das Gleiche. Bei uns gibt's beim Mindener Tageblatt (mt.de) verschiedene Abos: das klassische Prinz, ein ePaper (als Web App, Smartphone App und als PDF) sowie ein Online Portal - jeweils einzeln oder in Kombination erhältlich. Und im Online Portal kann ich als nicht-Kunde auch einen Tagespass oder einen einzelnen Artikel erwerben. Und fremdbezogene Inhalte (inkl. Polizeimeldungen aber auch die von Presseagenturen) sind ohnehin kostenlos.

Ragnar Schierholz, 2016-04-18

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