Ist Messaging nur ein Hype?

by Volker Weber

Ich habe schon so viele 'Email-Killer' erlebt, die am Ende selbst in der Ecke verstaubt sind. Selbst Leute, die über zu viel Email stöhnen, organisieren sich in der Inbox. Die ist Posteingang, Todo-Liste, Benachrichtigung und das alles auf einmal. Der neue haiße Schaiß ist jetzt Messaging. Slack, Hipchat, jetzt wollen auch Microsoft und nächstes Jahr IBM mitspielen.

Ist das jetzt der Email-Killer, zumindest für interne Mails? Wie ist Eure Einschätzung?

Comments

Messenger sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für eMail.

Daniel Meyer, 2016-12-12

The answer to this also depends very much on corporate culture. in certain environment, mail is also the workflow tool, approval instance, etc... so, the CYA aspect if mail is very much important, dependent on your corporate culture. Messaging will not help here, unless you start to store and file all of your chats, too.

Jens Nullmeyer, 2016-12-12

Brauche ich überhaupt ein Fahrrad, wenn ich schon ein Auto habe?
Hat das Auto jemals das Fahrrad in Frage gestellt? Oder umgekehrt?
Nur weil zwei völlig verschiedene Fortbewegungsmittel grundsätzlich den gleichen Zweck haben, kann das eine das andere nicht einfach ersetzen. Ich sehe das bei E-Mail und Messenger ähnlich.

Andreas Winter, 2016-12-12

E-Mail bleibt bei meiner Arbeit unverzichtbar. Ich finde ohne viel Probleme alte Kommunikation, zum Beispiel Anfragen aus 2004. Wie das bei anderen Systemen funktioniert (oder nicht), möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Thomas C. Knodt, 2016-12-12

Was Thomas sagt, halte ich genau für den Punkt: Unabhängig davon, wie schnell und einfach die Kommunikation ist, ist die strukturierte Archivierung bei E-Mail seit ewigen Zeiten gelöst und bei Messengern noch gar nicht.

Die Kommunikation per FB-Messenger und Whatsapp nimmt auch bei meinem Mandanten stark zu und das ist reichlich lästig. Früher haben die Leute Dokumente eingescannt und per E-Mail geschickt (PDF), heute werden Briefe mit dem Handy abfotografiert und per Whatsapp geschickt (JPEG). Das ist im Alltagsbetrieb einer Kanzlei die Hölle und ich muss es jedem einzeln abgewöhnen.

Einzige Ausnahme: Firmenkunden, die haben noch solide einen Scanner irgendwo stehen und sitzen viel am Desktop-PC.

Nils Michael Becker, 2016-12-12

E-Mail: für längere Texte, für komplexere Darstellungen (Listen, Tabellen, ...), für beruflich bedingte, aufhebenswerte bzw. ablagekritischere Korrespondenz (steuerlich, zum Nachschlagen / Nachlesen, vertragsrelevant, ...) unabdingbar, soweit nicht vielleicht doch noch durch klassischen Ausdruck auf Papier (Brief / Snailmail) nötig.
Suchmöglichkeit auch über Jahre rückwärts. Leichtere Organisation der Ablage und von Verteilern u.a.
Messenger: alles andere - Terminvereinbarungen, schnelle Handwerker-Notrufe, bei denen auch Textinfo benötigt wird, Kinder- und sonstige Verwandten-Kontakte, Freunde, ... alles, was kurz und "verlierbar" ist, was nach wenigen Stunden, Tagen keine wirkliche Relevanz mehr hat.
Klar inhaltliche Auswahl des jeweils benötigten Dienstes. Derzeit (noch) Rest-SMS, iMessage, Telegram, neuerdings Signal ;-)
Und mehr Twitter ... finde ich = Spätzünder doch ganz witzig.
WhatsApp: endlich komplett gelöscht; Facebook: sowieso irrelevant. Naja, wer soweit gelesen hat ...

Stephan Perthes, 2016-12-12

Slack ist bei uns sehr nützlich für die unkomplizierte und schnelle Kommunikation, die man mündlich erledigen würde, wenn der Kollege auf der anderen Seite des Flures sitzt. Für eine verteilte Organisation ist das ein großer Vorteil. E-Mail ersetzt es überhaupt nicht.

Stefan Tilkov, 2016-12-12

Ich stimme meinem Namensvetter zu.

Der Auto/Fahrrad Vergleich oben steht für die one fits all Denke -- auch da ist der Trend zu Multimodalität, je nach Anlass das jeweilige Verkehrsmittel.

Stefan Opitz, 2016-12-12

Wir benutzen Slack für die interne Kommunikation und auch für die Kommunikation mit einigen Kunden und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Es macht vieles einfacher und nachvollziehbarer. Es ersetzt E-Mail nicht, aber es verringert das E-Mailaufkommen signifikant.

Karsten Henrich, 2016-12-12

Der Begriff "Email Killer" ist typisch amerikanisches Marketing Gelaber, mehr nicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Messaging Systeme sich nicht langfristig halten werden.
Die Kunst liegt (nicht erst seit gestern) darin, bei der Vielzahl der Kommunikationstools und -kanäle für sich selber (und somit auch für seine jeweiligen Kommunikationspartner) die Frage "Wann nehme ich was?" zu beantworten.
Es gibt hier kein "one size fits all" und für die Antwort sind auch nicht unbedingt die Features der Tools ausschlaggebend sondern Faktoren wie Verbreitung und Akkzeptanz, Kommunikationskultur, etc.
Chat und Email werden bei uns seit ca. 15 Jahren parallel genutzt. Das funktioniert in der Praxis recht gut, auch ohne schriftlich formulierte Regeln. Man "weiß" einfach, dass man z.B. Freigaben im Rahmen von Prozessen i.d.R. nicht per Chat sondern per Email einholt. Man erwartet keine Reaktion auf ein Email innerhalb von wenigen Minuten. Wenn's mal schnell gehen muß, wird anstelle von oder eben zusätzlich zu Email ein kurzer Chatdialog geführt.
Die verstärkte Nutzung von IBM Connections hat bei uns in den letzten Jahren insgesamt zu einer Reduzierung des Mailaufkommens geführt und die zunehmende Nutzung von Messaging Systemen wird wohl in Zukunft auch zu einer gewissen Reduzierung von Chat, Email und eher klassischen Diskussionforen führen.
Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass Email auch im nächsten Jahrzehnt noch ein unverzichtbarer Bestandteil der geschäftlichen Kommunikation sein wird.
Die einzigen Kommunikationssystme, die im Berufsalltag tatsächlich weitgehend zurückgedrängt wurden, sind Fax und SMS.

Erik Schwalb, 2016-12-12

Vielen Dank. Super Beiträge!

Volker Weber, 2016-12-12

Telefon (zum Telefonieren), FAX und SMS sowie Snail Mail sind rückläufig, aber wurden als System nur teils ersetzt durch eMail und Messenger, Chat und können daher nicht abgeschaltet werden, weil fast alle unverzichtbar (Restvolumen Fax wegen juristischer Relevanz, SMS für alle älteren Verwandten /Bekannten der 65+).

Messenger sind nur für alle flüchtigen Mitteilungen.

Wenn man darauf nicht achtet, dann explodiert der Aufwand bei der Suche gerade bei Wechseln in der Kommunikation wie unlängst erlebt, wo sozusagen ein Geschäft nach Telefonat plötzlich via SMS (Chat) und nicht WA lief, was nach 6 Tagen in Vergessenheit geriet und eine größere Suche nach sich zog.

Mail ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt - peak time bei mir noch nicht erreicht und Ablösung nicht in Sicht. Multiple accounts lassen sich bei Mail gut handlen, bei allem anderen Wegen sehe ich eine zunehmende Zersplitterung bis hin zu social media und deren Messaging Optionen, die ich meide.

Die zunehmende Zersplitterung bemerkt man übrigens gut daran, wie lange es dauert, ein android phone durch ein neues ablösen zu können oder beim Umzug, wie lange es dauert, bis alles 100% läuft.

Die Zersplitterung wird auf Jahre betrachtet zunehmend Probleme bereiten, wenn erst einmal etwas "Rares" bzw. ein exotischer Vorgang gesucht werden darf, von dem man todsicher weiß, das schon einmal gelöst zu haben.

Wolf Fischer, 2016-12-12

Umgekehrte Frage:

Wer kann es sich (im Berufsleben und / oder der Online Welt stehend) erlauben, ohne Mailadresse zu leben?

Amazon & Co. verlangen nach Mailadresse und / oder Mobilfunknr., aber nicht nach ... account, wobei sich zuletzt vermehrt "anmelden per Facebook" breit(er) machte im Sinne einer weiteren Option.

Wolf Fischer, 2016-12-12

Ich sitze in einem Projekt an dem neben dem Kunden bestimmt 10 verschiedene Firmen beteiligt sind. Zwar stellt der Kunde einzelne Applikationen zur Verfügung und es gibt auch ein paar Skype for Business Federations aber E-Mail ist der gemeinsame Kommunikationsweg neben Telefon bzw. Webkonferenzen.

Es gibt eine Coyo Instanz aber das Teil ist irgendwie sogar nutzloser als die früheren Sharepoint Group Websites(hätte nicht gedacht, das ich sowas mal sagen muss).

Patrick Bohr, 2016-12-12

Für die interne Kommunikation bei uns ist Slack ein Gewinn und ja, interne Mails sind weniger geworden. V.a. die mit mehreren Adressaten. Externe Mails sind davon unberührt.

Helmut Weiss, 2016-12-12

E-Mail ist der kleinste gemeinsame Nenner in der Kommunikation und solange sich dieser Zustand nicht ändert wird alles nur eine Ergänzung oder ein Trend! Vor Jahren war das Fax. Das gibt es immer noch und auch hier hat es lange gedauert, bis sich Mail durchgesetzt hat. Insellösungen werden dazu aber keine Chance habe.

Torben Volkmann, 2016-12-12

eMail ist übergreifend über (fast) alle Zielgruppen hinweg anwendbar, vom Verein bis über das geschäftliche Umfeld. Für die die ein Smartphone haben und die, die es (noch) nicht haben - das ist ein riesen Vorteil.
Außerdem kann ich bei den eMails unproblemlos selber wählen, bei welchem Anbieter meine Daten liegen bleiben...
Es bringt Notes - Outlook und sonstige Firmen zusammen.

Generell bin ich eher ein Feind von 1-Satz eMails und verlagere an einigen Stellen meine Kommunikation in ein Ticket/Aufgaben-System (e.g. Jira), das finde ich, weil durchsuchbar, manchmal besser als die üblichen Messenger.

Whatsapp meide ich beruflich wie privat.
Beruflich kommt Slack zum einsatz, das funktioniert ganz passabel, privat expirementiere ich mit Allo, Telegram, Signal, Hangouts, iMessage - aber meine verschiedensten Zielgruppen wollen sich bisher nicht konsolidieren - das war schon toll, damals, an "SMS" - das konnte auch jeder, genauso wie email - nur leider wars immer zu teuer....

Alles nicht so einfach :-)

Johannes Koch, 2016-12-12

Meine Einschaetzung: Sowie etwas von einem Journalisten/PR-Heini/Startup-CEO als "email-Killer" bezeichnet wird kann man sicher sein dass es genau dies nicht ist sondern bestenfalls eine Ergaenzung und schlimmstenfalls nach einem Jahr vergessen.

Armin Grewe, 2016-12-12

Es gibt keinen Email-Killer. Jeder neu hinzukommende Kommunikationskanal erhöht nur die Menge an Kommunikation weiter. Diejenigen, die früher angerufen haben, um zu fragen ob ihre Email angekommen ist, schreiben heute parallel zum Versand eine Chatnachricht. Gleichwohl haben sich die Messenger auch im Büroalltag etabliert und in vielen Fällen bewährt (z. B. für die schnelle Rückfrage während eines Telefonats). Sie verdrängen aber gefühlt eher das Telefon als die gute alte Email. Für viele liegt sicherlich auch der entscheidende Vorteil von Messengern ggü. dem Telefon darin, dass man trotz informellen Kommunikation nicht auf alles immer sofort die passende Antwort parat haben muss ... man darf nachdenken, bevor man tippt.

Tobias Vogel, 2016-12-13

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