20 Jahre Gigabit-Ethernet

by Volker Weber

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Wer heute LAN kauft, kauft Gigabit-Ethernet, das am 25. Juni 1998 standardisiert wurde – für Glasfasern.

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Comments

Remember when they said that this skinny drilled copper wires aren't good enough for your USR 56k?

Martin Kautz, 2018-06-25

schöner Rückblick, leider immernoch nur Gigabit, ja. Dein Text liest sich ein wenig als sei Gigabit LAN State of the Art. Isses aber nicht, m.E. eher ein frozen State of the Art.

Vielleicht braucht es einmal mehr APPLE um 10G endlich zum Durchbruch zu verhelfen, aber die Jungs haben ja grad ganz andere Ambitionen und würden sich wohl auch eher für den nächstenhöheren Standard im WLAN einsetzen.

Immerhin treiben die NAS-Hersteller die Entwicklung ein wenig an indem sie inzwischen auch in preiswertere Datenbüchsen 10G Schnittstellen verbauen. Von ASUS gibts nen halbwegs bezahlbaren switch mit 2 10G Schnittstellen, von Netgear einen sauteuren aber (softwaretechnisch) grottenschlechten Router, der ebenfalls eine 10G Schnittstelle eingebaut hat. Es geht voran, aber es dümpelt eher als das es zügig ginge. Wann nimmt sich AVM endlich des Themas an? Auch die c't könnte medial die Daumenschrauben ein wenig anziehen, statt nostalgisch an 100Mbit zu erinnern.

Ich bin die jährlich immer schnelleren und mit noch mehr Rechenkernen ausgestatteten Smartphones langsam leid, ich will auch mal wieder was mit Draht, was richtig flottes. 1G ist nicht nur 20 Jahre alt, es sieht inzwischen auch ziemlich alt aus, "long in the tooth", wie die Amis gerne sagen. Aber wir ambitionierten Schrauber werden wohl weiterhin warten müssen oder kräftig Euros abdrücken können um die eine oder andere schnelle Leitung in die eigene Infrastruktur zu bringen.

Bernd Hofmann, 2018-06-25

@Bernd: Was machst du denn in deinem Heimnetz, dass 1G nicht ausreicht?
Ich finde die schleppende Entwicklung bei schnellen Internet Leitungen weitaus Besorgnis erregender.

Patrick Bohr, 2018-06-25

@Patrick: im Prinzip reicht auch 100Mbit wenn man nix anderes hat. Der Punkt ist das die Entwicklung mehr oder weniger stehen geblieben ist, zumindest Richtung Prosumer, weil man die Leute Richtung Cloud und Mietmodelle für alles und jedes drängen möchte, die meisten Leute finden das ja (noch) gut, somit stehe ich da wohl mehr oder weniger einsam und allein auf weiter Flur mit meinem Ruf nach bezahlbaren schnelleren Dateitransfers im Heimnetz.

Die schleppende Entwicklung schnellerer Internet Leitungen ist ein anderes Thema, das Fass möchte ich hier nicht auch noch aufmachen.

Bernd Hofmann, 2018-06-25

Ich habe die gleichen Luxusprobleme wie mein Namensvetter: Das NAS hat 4* 10GBit - die Anbindung der Geräte ist nur noch teuer, wenn nicht alles in einem Raum steht (10 Bit Switches). Wozu das ganze: damit auch bei gleichzeitigem Backup mehrerer Systeme noch genügend Puffer im Netz vorhanden ist - wenn man größere Images verschiebt, dann macht sich das durchaus bemerkbar.

Bernd Schuster, 2018-06-25

Ich bin da ganz bei den Bernds und Volker... A) Die Entwicklung bei den Heim Netzen ist stehengeblieben und mit der Argumentation "Was willst Du denn damit machen?" hätte man alle möglichen Quantensprünge ablehnen können. Und Bei) ja, für die Mehrheit ist die schleppende Entwicklung der Internet Anschlüsse der viel spürbarere Hemmschuh, Internet für die Wirtschaft!

Ragnar Schierholz, 2018-06-25

Meine Frage war übrigens aus tatsächlichem Interesse und soll keinesfalls ein Gegenargument für eine Weiterentwicklung der bestehenden Netzwerktechnik.

Patrick Bohr, 2018-06-25

Ich denke, die Entwicklung ist auch deshalb stehengeblieben, weil immer mehr spezialisierte Netzwerke entwickelt wurden - siehe SAN (Storage Network) usw..

Das weitere Hochzüchten der Kabel mit RJ45 Stecker ist eh schon längst ausgereizt, andere Kabel- bzw. Steckertypen konnten sich aber mangels Masse nie durchsetzen - und das wäre die Voraussetzung für bessere Technik mit höheren Bandbreiten.
Ich war tatsächlich schon vor 20 Jahren an einer Ausschreibung für ein neues Gebäude mit Studiotechnik beteiligt. Die wollten damals zunächst fiber to the desk, aus Kostengründen und mangels zugesicherter Zuverlässigkeit (optische Verbindungen verstauben gerne) haben alle Anbieter davon abgeraten.

Lets face it: drahtgebunden ist anfällig, teuer und veraltet. Für einen Haushaltsbackbone (NAS und ein bissl smart home) ist 1GBit/s völlig ausreichend. Die Funktechnologien werden das Feld abräumen indem sie immer besser und schneller werden.

Axel Koerv, 2018-06-25

Link Aggregation könnte noch eine „bezahlbare“ Alternative sein, um mehr aus den 1gbit Leitungen rauszuholen. Ist aber verschwenderisch hinsichtlich der Ports und auch nicht günstig. Und ich weiß gar nicht ob das bei einer 1:1 Verbindung Vorteile bringt oder nur bei x:1.

Bei letzterem auf jeden Fall, mein nas ist mit 4x1gbit abgebunden und kann so 4 Ziele parallel mit voller Geschwindigkeit bedienen. Ich könnte mich noch nicht durchringen eine entsprechende Karte für meinen Hauptrechner zu kaufen. Ob der dann mit 4gbit bedient werden kann?

Johannes Matzke, 2018-06-26

Meine Erfahrungen mit Netzwerk sind konträr zu Axel: Für mich ist Kabel zuverlässig, schnell, sicher und auf Dauer auch billig: Der Stromverbrauch von AP und Switches zur Unterverteiliung wird nie betrachtet. Funkinfrastrukturen sind immer wackelig, entweder wegen Gebäudestruktur oder HW: Erst letztens hatte ich einen Laptop, der sich nicht zuverlässig in ein WLAN einklinken konnte. Der "Zellenwechsel" beim Betrieb mehrerer AP scheint Herstellerabhängig auch nicht endgültig perfekt, und Multicast über WLAN hat auch im Jahr 2018 noch überraschende Latenzen.

In meiner Haus-Infrastruktur sind 100 MB gesetzt, da zwei Adern der Cat5e Kabel das Telefon in die Wohnunhg transportieren. Bei durchgängigem VOIP kann ich die Wohnung mit 1G anschliessen, bietet bei meinen kleinen Datenmengen jedoch kein Vorteil.

Letztens durfte ich eine symmetrische 1 GB FTTH Leitung benutzen: Himmel was sind die mir von der Telekom gelieferten 14 MB laaaangsam. Während ich eine 1GB FTTH Leitung (noch) als Luxus ansehe, sind 50 MB für den Alltag schon dringend wünschenswert: Gibt es nicht, obwohl unser Ort vor drei Jahren komplett mit Glas ausgebaut wurde. Es wurde also Geld in den Ausbau investiert, anschliessend den Kunden jedoch keine schnellere Leitung für mehr Geld angeboten: Welches kaufmännische oder technische Konzept steckt dahinter? Bisher habe ich noch niemand in der Telekom gefunden, der mir das erklärt.

Jörg Hermann, 2018-06-26

Ich teile die Ansicht von Jörg, wenn etwas funktionieren MUSS, kommt man am Kabel nicht vorbei. Funk ist eine „kann funktionieren“ Technologie. Für Couch Surfen und Netflix gucken völlig ok, aber sobald man da auf die 4K Videos zugreift, wird es schon knapp zumal man sich das Frequenzband ja mit Anderen teilt. Im Office wird es dann auch sehr schnell eng wenn man im Großraumbüro mit Citrix und UC Technologien arbeitet. Hier ist LAN durch (noch nichts) zu ersetzen.

Und wer meint, dass man auch als Home User kein >1Gbit benötigt (oder gar nur 1000Mbit) der hat z.B. noch nie seine RAW Fotos im Lightroom vom NAS bearbeitet. Oder Videos geschnitten. Mit 4K (kann bald jeder Fernseher heute) reichen die Frequenzbänder dann halt nicht mehr aus. Zudem gibt es dann ja auch noch die Diskussion um Elekrosmog die ich im Übrigen nicht ganz ohne finde.

Das mit der Telekom ist auch nur ein weiteres Beispiel zu welch einen Land wir inzwischen verkommen. Schwarze Null geht über alles, da ist es halt egal dass man 20km von einer Großstadt entfernt eine schlechtere Anbindung hat als jedes noch so abgelegene Dorf in Südkorea (auch wenn das etwas polemisch ist).

Roland Dressler, 2018-06-26

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