Technische Daten? Welche technische Daten?

by Volker Weber

2flicka 2014-5-17 11-28-54

Fährt dieses Auto 300 oder 320 km/h? In jedem Fall ist es schnell genug. Hat es acht, zehn oder zwölf Zylinder? Welchen Unterschied macht das? Es ist genug Kraft da. Immer.

So geht's mir auch bei den iPhones. Die ganzen Benchmarks sagen, es ist schnell. Schneller als alle anderen. Aber wieviel Kerne hat es, welche Frequenz, wieviel Hauptspeicher? In der Praxis ist diese Information komplett irrelevant. Egal ob man nun ein iPhone 7, 8, X oder XS hat - langsam ist das nie. Über die Größe und die Form können wir reden. Oder über die Farbe. Aber die Kraft? Pah!

Comments

Du verstehst, wie Frauen denken ;-)

Sabine Weber, 2018-09-27

APPLE hat jahrzehntelang daran gearbeitet diese Sichtweise durchzusetzen, den Journalistenblick "unter die Haube" und den Schwanzlängenvergleich, GHZ-Race, Rechenkerne, RAM und wer hat mehr hiervon oder davon, wegzubekommen hin zu einem Benutzererlebnis, und das fruchtet langsam, auch wenn bei den üblichen Vegleichstests in der Mainstream-Presse immer noch unter die Haube gekuckt wird und die Sichtweise "mehr ist besser" suggeriert wird.

Interessant in diesem Zusammenhang auch die Änderung von APPLEs Produktpolitik, nicht vornehmlich die letztjährigen iPhones als preiswertere Geräte anzubieten sondern eine neue Produktlinie (iPhone XR) einzuführen mit den weitgehend gleichen Leistungsdaten wie die aktuellen Spitzenmodelle, dies könnte eine Erklärung dafür sein das die Xs Max erheblich mehr nachgefragt werden wie die Xs, wie es z.B. in diesem Artikel beschrieben wird: https://seekingalpha.com/article/4208375-apple-iphone-gone?app=1

Bernd Hofmann, 2018-09-27

Ich stimme mit der Analyse Xs Max vs Xs nicht überein. Wer ein Xs haben wollte, hat schon ein X und dieser Upgrade lohnt kaum. Alle X-Besitzer, die ich kenne, kaufen entweder ein Xs Max oder kein neues iPhone.

Ich denke allerdings (s.o.), dass das Xr alles übertreffen wird. Wer im Laden beide in die Hand nimmt, kauft das Xr, weil es günstiger ist und das gleiche Erlebnis liefert.

Volker Weber, 2018-09-27

Ich habe ja noch eine weitere Theorie warum das Xr die gleiche Leistung hat, wie das Xs: Apple bereitet die installierte Basis auf eine Erweiterung der Produktepalette vor, die so viel Rechenleistung als Basis verlangt. Wenn dann das neue Produkt auf den Markt kommt, ist bereits ein signifikanter Teil der iPhone Population (Xs / Xr und die vom nächsten Jahr) darauf vorbereitet. Ich würde 2020 als Einführungstermin erwarten (2019 schein mir sportlich zu sein).

Was es ist? Stichwort ARKit (denn damit wird bereits seit 2 Jahren die Software Basis gelegt)

Jens-Christian Fischer, 2018-09-27

Warum viele, vor allem Journalisten, so auf Zahlen abfahren: Die kann man halt objektiv vergleichen, X ist größer als Y. Das sich daraus auf die User Experience schließen lässt, stimmt halt nur zum Teil: Ja, mehr hilft wahrscheinlich, aber irgendwann merkt man den Unterschied kaum noch. Oder es wird sogar kontraproduktiv, wenn die schnelle CPU, das viele RAM oder die hohe Auflösung Akkulaufzeit kostet. Aber man kann halt Fakten hinschreiben, jedes Jahr andere und nicht jedes Jahr nur: Ist schnell genug. Insofern ist die Zahlenfixierung ein bisschen verständlich, wenn auch nicht praxisrelevant.

Interessant wird es bei Smartphone-Kameras: Da lassen sich mit den üblichen Zahlen wie Auflösung, Blende, Pixelgröße, Lichtempfindlichkeit ein paar Eckdaten aufzählen, aber so richtig konnte man da noch nie daraus ableiten, wie gut das Bild dann am Ende wirklich aussieht, gerade bei Handys. Und da wirds dann halt schwammig: Ja, sieht gut aus, das Bild, besser als Produkt XY, aber man kann es nicht quantifizieren, nicht wirklich. Ein unbefriedigender Zustand. Da wünscht man sich objektive Zahlen, um Bildqualität messen zu können.

Das merkt man besonders dann, wenn man vor einer Kaufentscheidung steht und überlegt: Ein Jahr altes Toprange-Handy oder aktuelles Midrange? Was hat die bessere Kamera, macht die besseren Bilder? Wenn man nicht das Glück hat und einen Test findet, der Gerät X mit Gerät Y vergleicht, hat man verloren: Die Tests von vor einem Jahr sind mit denen heute schwer vergleichbar, weil sich Testprozedur, Motive und Erwartungen der Tester weiterentwickelt haben. Objektive Zahlen zum Vergleichen gibt es da praktisch kaum.

Hat man auch sehr schön bei den jüngsten iPhone-Tests bemerkt: Da wird das iPhone X als Benchmark herangezogen und mit dem iPhone XS verglichen. Einige Bilder vom XS sind dann deutlich besser als beim X, da sind teilweise richtig schlechte X-Bilder dabei, im direkten Vergleich. Lustigerweise hätte man die genauso schlecht schon schießen können, als das X noch neu war, aber die wurden damals irgendwie nicht so vorgezeigt und wahrscheinlich gnädig unter den Teppich gekehrt.

Heiko Wolf, 2018-09-27

Jetzt schlag nicht so auf die armen Journalisten ein. Die haben eine Geschichte zu erzählen. Und die machen das nicht aus Dummheit so, wie ihre Leser das erwarten. Die BILD-Leser mögen dümmer sein als die Leser anderer Blätter, aber die Journalisten sind es nicht.

Smartphone Reviews sind seit Jahren irrelevant und ich mache auch schon lange keine mehr. Ich erzähle nur, wie sich das anfühlt. Beispiel: Ich habe hier ein Nokia 7 Plus und ein Samsung Galaxy Note 9. Das Samsung müsste das Nokia in sämtlichen Disziplinen schlagen. Es hat das objektiv bessere und größere Display, es hat einen viel schnelleren Prozessor, mehr Speicher, eine minimal größere Batterie. Aber welches ziehe ich vor: Das Nokia. Warum? Es ist besser zu halten, es ist leichter und dünner, es hat keine dämliche Taste, die man keinesfalls drücken darf, die Software ist schlanker und es ist viel einfacher zu bedienen. Ist es deshalb das bessere Smartphone? Objektiv nicht, aber subjektiv definitiv. Das bekomme ich aber nicht transportiert. Würde ich einen möglichst objektiven Vergleichstest machen, käme etwas anderes raus als in der Realität.

Und das geht allen Berichten ab. Der Leser hat längst entschieden, dass er ein iPhone und kein Samsung haben will. Oder er will auf gar keinen Fall ein Gerät von Apple haben. Es ist ein bisschen komplizierter innerhalb einer Marke. Muss es ein neues iPhone sein? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn der Wille da ist, dann wird die eigentlich schon getroffene Entscheidung rationalisiert. Und dann hilft der Vergleich eines besseren mit einem schlechteren Foto. Dabei ist der Unterschied zwischen zwei Fotografen viel größer als der zwischen zwei Kameras. Annie Leibovitz macht mit einem iPhone 5S bessere Bilder als ich mit einem Xs.

Volker Weber, 2018-09-27

Annie macht mit allem bessere Bilder als wir :-).

Ich habe bisher auch keine Reviews der neuen Geräte gelesen, nur das Video von MKBHD habe ich gesehen. Die Geräte habe ich mir dann lieber in echt im Laden angesehen, aber als X Besitzer gibt es für mich keinen Grund zu wechseln. Die Größe des Max ist mir schon wieder zu groß, ich habe mich an die X Größe sehr gut gewöhnt und die ist auch in der Jeans noch ok.

Ich denke auch, dass der wahre Verkaufsschlager Xr heissen wird. Und die Farben! Da will man ja eigentlich mehrere haben! Aber irgendwie ganz hinten im Hirn kommt die Stimme: "Aber die Auflösung ist doch ziemlich mickrig für ein 900EUR Gerät". Und bei Android-Geräten kommt oft der Spruch: aber das hat ja nichtmal Full-HD Auflösung, und das 2018. Dass es wahrscheinlich überhaupt keine Rolle spielt weiss ich schon, aber der da hinten im Hirn sitzt raunt dann wieder......

Karl Heindel, 2018-09-27

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