Vier Generationen Apple Watch : Ein kleiner Rückblick

by Volker Weber

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Die Apple Watch ist für mich aktuell das aufregendste Produkt bei Apple. Wie beim iPhone habe ich die Entwicklung von Anfang an begleitet und anders als beim iPhone habe ich nie ein anderes Produkt in Erwägung gezogen. Zwischen iPhone 4 und iPhone 6 hatte ich meine Lumia-Phase. Das Bild zeigt vier Generationen:

  1. Das Original in Stainless Steel mit S1 Prozessor und 8 GB Speicher.
  2. Series 2 in Aluminium mit GPS, Dual Core S2 und ebenfalls 8 GB Speicher
  3. Series 3 Edition in Keramik mit GPS, Altimeter, LTE, Dual Core S3 und 16 GB Speicher
  4. Series 4 in Stainless Steel mit GPS, Altimeter, LTE, 64 bit Dual Core S4 und 16 GB Speicher

Es gibt außerdem eine Series 1, die gegenüber der Series 2 auf GPS verzichtet und parallel zu Series 2 und Series 3 verkauft wurde. Aktuell kann man Series 4 und Series 3 kaufen.

Das Original ist ein wenig wie das allererste iPhone. Es ist der Series 2 zwar deutlich unterlegen, aber es ist halt das Original. Bis die Series 2 mit watchOS 3 erschien, bekam sie mit watchOS 2 ein größeres Update verpasst, welches das Bedienungskonzept renovierte. Diese Uhr läuft nicht mehr mit watchOS 5, unterstützt aber immer noch das iPhone 5. Wenn dann mal Apple Pay kommt, kann man das NFC dieser Uhr zum Bezahlen nutzen, wenn man noch kein iPhone mit NFC hat.

So richtig los ging es mit der zweiten Generation, der Apple Watch Series 2. Die war nämlich erstmals wasserdicht bis 50m Tiefe, bekam einen viel schnelleren Prozessor und GPS. Vor allem wurde das Display viel besser. Statt 450 Nits hatten alle folgenden Displays 1000 Nits Helligkeit. Das macht im Sonnenlicht den entscheidenden Vorteil. Wer diese Uhr hat, braucht über ein Upgrade noch nicht nachzudenken. Auch eine Series 1 ist noch gut, sie verzichtet nur auf das GPS. Für mich war der Sprung vom Original auf die Series 2 deutlich spürbar. Ich hatte dieses Modell in Aluminium und habe keinerlei Nachteile gegenüber der Stainless Steel gespürt. Das (weichere) Glas hat nicht den geringsten Kratzer und auch ein Jahr später war das Gehäuse wie neu.

Mit der Series 2 hatte Apple das ursprünglich angebotene Massivgold-Modell eingestellt und ein wesentlich erschwinglicheres Modell aus Keramik als Watch Edition eingeführt. Das habe ich erst mit der Series 3 ausprobiert. Auch wenn ich die Uhr sehr schick finde, hat sie gegenüber Alu und Stahl kaum Vorteile. Sie ist viel kratzfester, aber auch dickwandiger. Deshalb gibt es eine unangenehme Kante beim Übergang vom Glas zum Display.

Trotz dieser kleinen Nachteile habe ich die Uhr sehr geliebt. Der dicke rote Punkt sollte signalisieren, dass diese Uhr ein LTE-Modul und eine eSIM hat. Die habe ich bei meiner Uhr am ersten Tag aktiviert und dann die Freiheit genossen, dass man auch ohne iPhone überall erreichbar ist. Das iPhone habe ich nur noch auf Reisen mitgenommen. Oder wenn ich die Absicht hatte, irgendwas zu fotografieren. LTE hat zu einer Veränderung meines Verhaltens geführt.

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Und dann kam Series 4. Ein komplettes Redesign mit Glas/Keramik-Rückseite, die zur Verbesserung der Funkeigenschaften beitragen soll. Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dass ich diesen Vorteil schon mit der Series 3 hatte, weil das Gehäuse nicht aus Metall war. Mit der Series 3 konnte ich schon ziemlich gut telefonieren, aber bei der Series 4 wanderte das Mikrofon auf die andere Seite und der Lautsprecher wurde deutlich besser. Aktuell ist für den Angerufenen nicht unterscheidbar, ob man mit iPhone oder Uhr telefoniert. Die Series 4 ist wieder so dünn wie das Original, aber zwei Millimeter größer. Das Display geht bis in die Ecken, vergleichbar dem iPhone X.

Was ich richtig gut finde: Apple hat das Design niemals so geändert, dass eine alte Uhr alt aussieht. Auch heute noch kann man nur sehr schwer erkennen, welche Generation jemand am Arm hat. Alle Bänder passen weiterhin. Wer nur die Zeit wissen will, seine Aktivitäten tracken oder Benachrichtigungen vom Telefon bekommen will, kommt auch mit dem Original zurecht. Series 1 bringt mehr Geschwindigkeit und das hellere Display. Series 2 fügt GPS hinzu und erlaubt dem Sportler eine genaue Verfolgung seiner Läufe oder Radtouren. Allerdings nur bis ca 4 Stunden Workout.

Series 3 bringt vor allem LTE, es sei denn, man hat es nicht aktiviert oder das einfache Alu-Modell ohne diese Option. Das neue Display der Series 4 ist größer, das Design gefälliger, das Telefon noch mal verbessert. Aber in der Praxis ist der Sprung von der Series 3 nicht groß genug, dass man eine neue Uhr braucht. Und das ist gut so.

Ich bin gespannt, wie sich die neuen Funktionen, etwa das EKG nützlich machen. Wenn man gesund ist, wird man es nie brauchen. Und ich hoffe, das bleibt so. Letztes Jahr war ich nicht gesund und die Uhr hat mir sehr deutlich gemacht, dass ich jetzt zum Arzt gehen soll. Auch deshalb kann ich diesen Text hier schreiben.

Apple wird noch viele weitere Generationen dieser Uhr bauen, die immer mehr Richtung Gesundheit gehen. Was für mich besonders nützlich wäre, ist ein Glucose-Monitor, der ohne Blut abzuzapfen funktioniert. Aber das steht noch in den Sternen.

#dontbreakthechain

Comments

Alu vs. Stainless Steel: meine Erfahrungen sind ein wenig anders. Bei der Series 2 Alu space grey hatte ich nach einiger Nutzung durchaus einige Kratzer im Glas. Das Gehäuse sah aus wie neu, als sie wegen irreparablen Defekts durch eine Series 3 LTE Edelstahl schwarz getauscht wurde. Diese habe ich jetzt ein gutes halbes Jahr im Einsatz, null Kratzer.
Ich nutze die Uhr auch zum Schwimmen und berühre schonmal die Schwimmleinen. Das hat offenbar das Glas der Alu-Variante nicht so gut vertragen.

Sven Bühler, 2018-10-13

Ja, das habe ich auch schon von anderen gehört. Mein Glas ist allerdings komplett ohne Kratzer. Das hängt wohl davon ab, wie man damit umgeht. Für alle anderen, die das mitlesen: Die Stahluhr hat ein Saphirglas, bei der Alu sagt Apple "Ion-X strengthened glass".

Volker Weber, 2018-10-13

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