Robert Habeck: 'Bye bye, Twitter und Facebook'

by Volker Weber

Wer Robert Habeck nicht kennt, sollte mal unter seinem Stein hervorkrabbeln:

Ein Jahresanfang, der in digitaler Hinsicht doppelt daneben war: Erst der Angriff auf die privatesten Daten meiner Familien, die via Twitter veröffentlich wurden. Dann noch einmal über Twitter ein Fehler meinerseits – und zwar der gleiche zum zweiten Mal: Wie dumm muss man sein, einen Fehler zweimal zu begehen? Diese Frage hat mich die ganze letzte Nacht nicht losgelassen. ...

Einen Fehler kann man machen, den gleichen ein zweites Mal nicht. Das muss Konsequenzen haben. Und meine ist, dass ich meinen Account lösche. Und da der Datenklau, der die persönlichsten Gespräche zwischen mir und meiner Familie jetzt auf alle Rechner der deutschen Tageszeitungen und jede Menge rechter Medien gebracht hat, maßgeblich über Facebook erfolgte, lösche ich meinen bei Facebook auch. Beide werde ich abschalten.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Social Media ist der Ort, wo Trump und AfD gedeihen. Da muss man nicht sein.

Als kleines Licht bleibe ich bisher von Hass und Hässlichkeit verschont. Twitter ist für mich (noch) einladend, Facebook hat mich schon sehr lange angekotzt.

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Comments

Ich glaube, da wird gerade das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Martin

Martin Kautz, 2019-01-07

Wäre das unzulässig zusammengefasst? "Wie dumm muss man sein ... die persönlichsten Gespräche zwischen mir und meiner Familie ..."

Kristof Doffing, 2019-01-07

Ich teile grundsätzlich vowes Meinung zu social media. Nichtsdestotrotz hat Robert Habeck gerade seinen Abgang bei FB und Twitter sehr medienwirksam inszeniert. Ein Politiker ist ein Politiker und bleibt ein Politiker.

Axel Koerv, 2019-01-07

Und was ist daran schlecht?

Volker Weber, 2019-01-07

Richtiger Schritt. Warum sollte man Dingen eine Plattform bieten, welche man weder lesen noch unterstützen will? Vieles ist geistiger Müll und unreflektiertes Zeug, teilweise gefährlich.
Ich finde es gut, dass er das darstellt. Vielleicht reizt es auch andere Leute Mal kritischer darüber nachzudenken.

Marco Siedler, 2019-01-07

Als Person öffentlichen Interesses sollte man sich aber meines Erachtens auch mit der Sicherheit seiner Accounts beschäftigen bzw. jemanden mit dieser Aufgabe betrauen, der sich damit auskennt.
Nun das BSI dafür verantwortlich zu machen, das die nichts gemacht haben, zeigt dass man dieses „Neuland“ immer noch nicht begreift.
Ob das jetzt Herr Habeck direkt gemacht hat oder wer anderes, weiß ich gerade nicht, zu viele dämliche Forderungen gehört in den letzten Tagen.

Patrick Bohr, 2019-01-07

Ich kenne Politiker (etablierter) Parteien, die gerade aufgrund ihres Engagements bei FB und Twitter Wähler erreicht und Wählen gewonnen haben.

Wenn die Politiker nicht mehr da hingehen, wo es ihnen nicht gefällt, finde ich das komisch.

Wenn ein Politiker Dinge sagt, die er hinterher bereut, ist die Erkenntnis das eine. Mir würden aber auch andere mögliche Rückschlüsse einfallen.

Ich bin kein FB-Fan, nutze es schon ewig nicht mehr. Dennoch kann man die Existenz und Relevanz diverser Dienste nicht ausblenden. Wenn man sie gesellschaftlich für „nicht ok“ hält, sollte man darüber diskutieren, um bei Bedarf etwas zu ändern. Und sei es ein Diskurs über Sicherheit, Privatheit und oder den selbstbestimmten Umgang mit eigenen Daten im Netz.

Wegschauen ist keine Option.

Thomas Lang, 2019-01-07

....habe es vor einiger Zeit bereits schon einmal erwähnt.
Kein Facebook verwendet :-), kein Twitter verwendet :-)........alles richtig gemacht :-))

Jens Huber, 2019-01-07

Thomas, es gilt immer noch die alte Weisheit von George Bernhard Shaw: "I learned long ago, never to wrestle with a pig. You get dirty, and besides, the pig likes it."

Man kann dem nicht nur aus dem Weg gehen, man muss sogar.

Volker Weber, 2019-01-07

Eine No-go-Area wird nicht durch Ignorieren zur blühenden Landschaft.

Thomas Lang, 2019-01-07

Habe ich das behauptet?

Volker Weber, 2019-01-07

„Man kann dem nicht nur aus dem Weg gehen, man muss sogar.“

Thomas Lang, 2019-01-08

Genau. Wenn man nicht in den Puff geht, wird daraus trotzdem kein Kindergarten.

Volker Weber, 2019-01-08

Ich finde das ist jedem sein Recht da social Media zu verlassen ohne, dass irgendwo ein Sack Reis umfallen sollte. Ich persönlich will mich nach dem nächsten Klassentreffen auch zurück, nachdem ich ein letztes mal nochmal den Benefit draus gezogen habe.

Aber, ich bin nicht ganz über die ganzen Verantwortlichkeiten von Herrn Habeckim klaren. Er ist ja nicht nur Privatperson. Deshalb hoffe ich, dass die meisten Politiker noch am Puls der Zeit bleiben und, dass man sich nicht aus einer Technologie zurückzieht, damit man Aufmerksamkeit generiert. Denn Social Media ist eine Technologie und wenn sie unzureichend gesichert ist, dann kann man schon erwarten, dass die Politik die Bevölkerung (etwas) schützt und nicht sagt "selbst Schuld" wer dabei bleibt.

Lukas Gerlich, 2019-01-08

Und wenn es so ist? "The only winning move is not to play."

Volker Weber, 2019-01-08

Robert Habeck ist immer eine Privatperson.

Ob es Social Media-Accounts für Grünen-Bundesvorsitzenden oder einen Abgeordneten des Wahlkreises XYZ geben soll, steht auf einem anderen Blatt – dass dies nicht der gleiche Account wie der einer Privatperson sein sollte, würde ich sogar begrüßen.

Kai Pahl, 2019-01-08

Hallo Kai,
ich meine: ... ist nicht NUR Privatperson und das meine ich auch so und ist ja nicht schlimm. Politiker oder Künstler zu sein ist ja eine relativ freie Entscheidung.

Natürlich als Privatperson müssen die Rechte in dem Bereich respektiert werden, gerade auch wenn es um die Familie geht und den Datenklau verteidige ich nicht. Die Familie kann nichts für.

Aber es spricht nichts dagegen Twitter oder Facebook als politische Person zu führen oder sich damit zu beschäftigen. Und was ich meine ist, dass sich ein Vertreter des Volkes über die Belangen des Volkes auskennen sollte oder ein gutes Team hat.
Ich will nur nicht diese Appeasement Politik ohne Vorbehalt so stehen lassen.
Als Volksvertreter oder als "Star" das viel Geld von Fans bekommt hat man eine Verantwortung, die durch das einseitige zurückziehen nicht gelöst wird. Ganz im Gegenteil fände ich gut, wenn die Sicherheitsproblematik immer Hautnah gespürt werden kann bis die Schlupflöcher gestopft werden.

Entschuldigt bitte das lange Pamphlet.

Lukas Gerlich, 2019-01-08

Für mich war 2018 das Jahr, in dem Social Media kaputtging. Es ist fast egal, welchen Beitrag man sich anschaut: Schon der zweite und dritte Kommentar ist arrogant-ironisch, zynisch oder beleidigend - und kaum einer macht sich die Mühe, etwa einen im Originalbeitrag verlinkten Artikel ganz zu lesen. Hauptsache Meinung zeigen oder sich selbst inszenieren. Am schlimmsten ist da YouTube, aber Facebook und Twitter sind auch voll davon. Hinzu kommt die Neigung, sich mit Banalitäten oder Selbstgefälligkeiten zur Schau zu stellen. Nicht schlimm, aber nervig. Ich ziehe aus Twitter immer noch viel Gutes, aber man muss sich durch ganz schön viel Müll kämpfen.

Christian Just, 2019-01-08

Ich kann Robert Habeck sowas von gut verstehen! Ich habe die Nase auch ziemlich voll. Ich kann das ewige Angepampe und Rumgeprolle nicht mehr ertragen. Was waren es doch schönes Zeiten - damals im FIDO-Netz -. Wenn man sich heute in den sozialen Netzen umschaut, hat man das Gefühl in Mitten einer Großdemonstration zwischen fliegenden Pfalstersteinen und brennenden Müllcontainern gelandet zu sein.
Bis auf Twitter bin ich raus....

VG B

Bodo Menke, 2019-01-08

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