Warum Eve anders ist

by Volker Weber

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Eve-Geräte sprechen nur Homekit. Sie reden nicht mit Alexa und nicht mit Google Assistant, nicht mal mit Google Home. Und das ist keine Faulheit der Entwickler, sondern hat Methode:

Eve betreibt keine Cloud, Eve sammelt keine Daten der Benutzer, und Eve gibt keine Daten heraus. Punkt.

Das war die wichtigste Erkenntnis aus meinem Gespräch mit dem CEO Jerome Gackel und dem Brand Manager Tim Böth gestern in München. Eve muss das noch viel lauter erzählen. Obwohl ich seit zwei Jahren Eve-Produkte habe, war mir das nicht bewusst. Alle Daten, die ein Eve-Gerät erfasst, bleiben auf diesem Gerät, bis man sie mit der App ausliest. Und ja, wenn man mehrere Geräte hat, dann sind diese Daten nicht synchronisiert. Man muss sie tatsächlich noch mal abrufen.

Eve spricht HomeKit und funktioniert deshalb "nur" mit Apple-Geräten. Das steht in ganz starkem Kontrast mit praktisch allen anderen Smart Home Devices. Eigentlich versuchen alle Hersteller, ein Datengeschäft aufzubauen, um sich selbst schließlich meistbietend an einen der Big Macs zu verkaufen. Nest ist nur das letzte Beispiel, wie jahrelang gesammelte Daten auf einmal von Google einverleibt werden.

Google ist ein Ad Business, Amazon ist im E-commerce tätig, Apple hat dagegen ein Device Business. Und Apple arbeitet stark daran, auch ein Service Business zu werden. Jerome ist davon überzeugt, dass sich das Smart Home nur dann durchsetzt, wenn die Anwender den Geräten vertrauen. Wenn sie nicht das Gefühl haben, ausgespäht zu werden. Apple ist mit dem Fokus auf Privacy auf dem richtigen Weg, und Eve geht sogar voran.

Wir haben auch ein bisschen Technik gesprochen. Ich war ja anfangs von den Eve-Produkten nicht überzeugt und das lag vor allem an der schlechten Verbindungsqualität von Bluetooth. Das ist Eve sehr bewusst. Mehr als 80 Prozent der Kundenbeschwerden fußen in diesem Problembereich. Das hat sich zum Teil durch neue BT-Chipsets verbessert, aber auch durch eine bessere Vernetzung.

Als ich mein erstes Eve-Produkt testete, da hatte ich lediglich ein Apple TV als HomeKit-Basis. So etwas braucht man nur, wenn man auch von unterwegs auf die HomeKit-Geräte zugreifen will. Das iPhone stellt dann eine Ende-zu-Ende verschlüsselte Verbindung her und das Apple TV spricht mit dem Eve-Gerät. Aber was ist, wenn das Eve-Gerät außerhalb der Bluetooth-Reichweite ist? Bei mir haben meine zwei HomePods geholfen, die ebenfalls mit HomeKit-Geräten über Bluetooth reden, auch wenn sie nicht der Master sind. Damit hatte ich auf einen Sitz eine viel größere Abdeckung im Haus. Nun will sich ja nicht jeder das Haus mit HomePods vollstellen und deshalb wird Eve sehr bald ein neues Gerät vorstellen, das sehr viel billiger ist und dieses Problem löst. Ich will dem nicht vorgreifen. Mit sehr bald meine ich "Mitte des Monats" und einer Verfügbarkeit sechs Wochen später.

Nicht alle Eve-Geräte sprechen Bluetooth. Eve Light Strip und Eve Energy Strip zum Beispiel sprechen WLAN und ich bin sowas von zufrieden mit diesen Geräten, dass sie das Siegel "stuff that works" haben. Im Prinzip funktioniert der Light Strip wie der von Hue, allerdings ohne Hub und stets ohne Cloud.

Diese Datensparsamkeit wird sich für Eve noch auszahlen. Ich halte das für eine gute Strategie. Eve ist ein deutsches Unternehmen mit aktuell 38 Mitarbeitern in München. Diese kleine Mannschaft hat in den letzten beiden Jahren zehn neue Produkte auf den Markt gebracht und der Absatz wird durch geographische Expansion wachsen. Aktuell peilt Eve eine Million verkaufte Geräte zum Ende des Jahres an.

Eve verbessert die Geräte, die bereits verkauft wurden. So erhält der Eve Aqua zur Unterstützung des Gardena Wasserverteilers demnächst sieben statt vier Schaltzeiten pro Tag und neue Regeln zur situativen Steuerung.

Würde ich einen Lagerraum betreten und so viele Eve-Produkte rausschleppen, wie ich tragen kann, dann würde mir nach dem Einbau zu Hause immer noch was einfallen, was ich noch gebrauchen könnte. Dabei habe ich die magische Grenze von sechs Geräten bereits überschritten, die der typische Eve-Haushalt hat. Das wird eine Seuche. :-)

Comments

Kann ich nur mehr als zustimmen.
Bei mir tun die Eve Produkte (steuerbare Steckdose und Heizungsthermostat) zuverlässig ihren Dienst. Sind zwar etwas teurer, aber dafür funktionieren sie bei mir sehr gut und ich benötige keine zusätzliche Bridge oder einen weiteren Cloud-Service.


Die Katze ist übrigens schon aus dem Sack:
Eve to launch HomeKit Extend Bluetooth range extender

https://appleinsider.com/articles/19/07/04/eve-to-launch-homekit-extend-bluetooth-range-extender

Detlev Poettgen, 2019-07-05

Sehe ich ganz genauso: War voriges Wochenende auf der ersten Homekit konkret in Hannover (eine Verstanstaltung von Mac & i im Heise-Gebäude), wo ich von einem Eve-Mitarbeiter aus erster Hand davon erfahren habe, nachdem ich ihn von meinen anfänglichen Enttäuschungen über die Reichweite berichtete. Ich war kurz davor, die bis zu 20 Eve-Geräte (!) wieder abzurüsten, die bei mir im Einsatz sind, weil der vor gut 2 Jahren angekündigte BT-Repeater einfach nicht auf den Markt kam. Mit den jüngst angeschafften Homepods hatte sich das Problem jedoch erledigt ;-) TJ

Thomas Jannot, 2019-07-05

Volker, der Link zu Eve Aqua zeigt auch auf das Gardena Gerät - da hat sich wohl der Copy/Paste-Muffel eingeschlichen :)

Frank Quednau, 2019-07-05

Wenn der Extender verfügbar (und im akzeptablen preislichen Rahmen) ist, werde ich mir diesen testweise auch zulegen. Aber ich bin skeptisch, dass das die Probleme mit Bluetooth-Geräten mit Homekit in Gänze löst, denn ich habe mindestens ein Eve Thermostat mit ungehinderter Sicht auf das Apple TV (ca. 5-6 m), was äusserst unwillig mit diesem kommuniziert. Aber vielleicht liegt das ja auch Interferenzen aufgrund von Erdstrahlen oder so ;-)

Torsten Hoffmann, 2019-07-05

Torsten, rechne mal mit ca 50 Euro als Obergrenze.

Volker Weber, 2019-07-05

Die Apple Insider haben den Extend nicht verstanden. Das kann man sich wie eine Wifi-Bluetooth-Bridge vorstellen. Du kannst den Extend so weit weg aufbauen, wie Dein Wifi reicht und dort bis zu acht Eve-Bluetooth-Geräte verbinden.

Volker Weber, 2019-07-05

Oder man baut sich selbst ein Homekit Thermometer/Hygrometer, das auch keine Daten irgendwo hin sendet ;-)

Nicht ganz so schick, aber kostet auch beinahe nur die Hälfte.

-> https://oliverbusse.notesx.net/hp.nsf/blogpost.xsp?documentId=1F06

Oliver Busse, 2019-07-05

Wenn Arbeitszeit nichts wert ist, kann man alles bauen. Hobby halt. Nur sicher ist sowas schwer zu halten.

Volker Weber, 2019-07-05

Weiss jemand wie häufig die Anzeige des Eve Room aktualisiert wird?

Max Bauer, 2019-07-07

144x am Tag, alle 10 Minuten.

Volker Weber, 2019-07-07

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