Lenovo C340 Chromebook :: Erste Eindrücke

by Volker Weber

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Vor vielen Jahren, schon bevor es die erste iPads gab, hatte ich in Orlando einmal ein Chromebook in der Hand. Das war ein Vorseriengerät von Google und erinnerte entfernt an ein schwarzes Macbook. Habe mich einfach mit Gmail-Adresse und Kennwort angemeldet, und bämm war ich mitten drin und konnte gleich loslegen. Seit diesem Erlebnis verstehe ich den Erfolg dieser Geräte im amerikanischen Schulwesen. Sie sind eigentlich konfigurationslos und lassen sich leicht managen. Aber man braucht halt einen Google Account und das scheitert hier schnell an Bedenkenträgern. Entsprechend mager war das Angebot an Chromebooks in Deutschland.

Jetzt aber habe ich ein Lenovo C340 Chromebook und bin wieder völlig geflasht. Das ist ein kleines, leichtes, vielleicht etwas pummeliges Gerät, das ich binnen zwei Minuten in Betrieb genommen habe. Auspacken, einschalten, ins WLAN aufnehmen und mit dem Google Account anmelden. Bämm! Fertig. Mehr gibt es nicht zu tun. Man kann sich noch ein paar Apps installieren, aber eigentlich lebt man im Browser und den ganzen Google Apps.

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Das Lenovo C340 ist ein Convertible, d.h. man kann es nach hinten umklappen und "falschrum" zusammenklappen. Kein Wunder, dass man den Bildschirm auch per Touch bedienen kann. Geladen wird das C340 über ein USB-C-Netzteil und einen Anschluss links. Rechts gibt es nochmal USB-C außerdem auf jeder Seite einmal USB-A. Kopfhörer, MicroSD (!), Kensington Lock, Laut/Leise und ein Einschalter und fertig ist das Gerät. Wenn man teures Zeugs gewöhnt ist wie das X1 Yoga, dann merkt man, dass die Tastatur vergleichsweise billig ist und der Bildschirm einen sehr breiten Rand hat. Man würde in das Gehäuse auch locker ein Panel mit 12 statt 11 Zoll reinbekommen, aber das vergisst man eigentlich ganz schnell wieder.

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Ich war erst ein wenig irritiert, weil die Tastatur irgendwie anders aussieht. Dann fiel es mir auf. Das sind alles Kleinbuchstaben. Aber es gibt wenig bis gar keine Kompromisse. Nur die Enter-Taste fällt etwas schmal aus.

Der erste Eindruck ist äußerst positiv. Für jemanden, der eigentlich fast alles mit seinem Android-Handy macht, ist das ein toller PC für den Fall, dass es etwas mehr sein soll. Zum Beispiel eine richtige Tastatur. Und ich finde es ist den meisten Android Tablets deutlich überlegen.

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Es ist nicht viel drin in so einem Chromebook. Wifi/Bluetooth sitzen auf einer eigenen Karte und ließen sich tauschen. Das Motherboard hat einen Intel Celeron N4000, der keinen Lüfter benötigt. Aber es wäre noch deutlich mehr Platz für einen größeren Akku. In der Praxis spielt das keine Rolle. 4 GB RAM und 64 GB Storage haben sich bisher als völlig ausreichend erwiesen. Die Daten leben sowieso in der Google Cloud. Das 11 Zoll Display mit nur 1366*768 Pixeln Auflösung ist mir ein bisschen wenig. Ins Gehäuse würden problemlos 12 Zoll mit 1920*1080 passen.

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Comments

Spannendes Gerät. Die Auflösung des Displays ist ok im Alltag? 1.366 x 768 sind ja schon nicht allzu viele Pixel.

Johannes Neubrecht, 2019-09-17

1920 wären besser, aber irgendwo muss der Preis herkommen. Es geht überraschend gut.

Volker Weber, 2019-09-17

Ich habe ein Acer 14 (cb3-431).

Aluminium Body, Füll HD und ein Touchpad dass jedes Profi Lenovo in den Schatten stellt. Und das vor 3 Jahren für 299€ ...

Läuft wie am besten Tag, bekommt aber regelmäßig neue Features (ua Android, Linux). Dank seamless system updates auch gerne im Beta Channel, da ein Update nur 10 Sekunden downtime bedeutet, dann geht es weiter.


Jean-Marc Autexier, 2019-09-17

Planned Obsolescence: Chromebooks haben einen festgelegten Support-Zeitraum, danach gibt es keine Updates mehr.

https://support.google.com/chrome/a/answer/6220366?hl=de

Das ist ärgerlicher als bei Android, denn dort gibt es zwar ab dann keine Kernel- und System-Updates, aber immerhin noch Updates für die jeweiligen Kern-Apps wie z.B. Chrome.

Beim Chromebook bleibt aber nach Support-Ende iirc auch der Browser auf seiner Versionsnummer stehen, was sehr schnell ein Problem wird.

Man kann auf einem Chromebook zwar statt ChromeOS ein Linux installieren, aber im Auslieferzungszustand wehrt sich das Gerät mit Händen und Füßen dagegen.

Für den Normalnutzer wird so ein Chromebook nach Support-Ende also ziemlich wertlos und muss weggeworfen werden.

Das ist ärgerlich, denn die Geräte halten durchaus was aus und nicht jeder tauscht seine Hardware alle zwei Jahre durch die nächste Generation aus.

Hanno Zulla, 2019-09-17

Von 2 Jahren ist da keine Rede sondern von 6.5 Jahren.

Volker Weber, 2019-09-18

6,5 Jahre für ein Gerät, das nicht mal 350 Euro kostet ist völlig OK. Die meisten Handys kosten mehr, und halten keine 6 Jahre durch.

John Keys, 2019-09-18

Auch wir haben - für das schnelle Surfen und für die Recherchen der Kinder - ein Acer Chromebook im Einsatz.

Das ist insbesondere für die "Einsteiger" perfekt geeignet und Dank der Office-Derivate von Google einem Einsteiger-PC nicht unterlegen. Ich selbst bin durch die Google-Suite auch für meine Firma infiziert worden.

Auch weil viele Anwendungen nun als In-Browser-Version entwickelt werden ist es für mich (und unseren Admin!) eine echte Bereicherung im Standardbereich.

....jaja, die Datenschutzsache über den Google-Account ist das Totschlagargument, wer aber nicht will, der will einfach nicht.

Danke für den schönen Bericht!

Matthias Lorz, 2019-09-18

@Hanno Zulla : guter Einwand.

Ich stimme zu, dass Google zumindest security updates länger als 6,5 Jahre liefern sollte.

Aber:
1. das Gerät wird nicht direkt am Tag 1 nach AUE-Zeitraum unsicher sein. Man kann es wohl getrost weiter verwenden und es wird noch lange sicher sein. Erst einmal muss eine Sicherheitslecklücke entdeckt werden, und dann ist immer noch fraglich wie wahrscheinlich sie eintritt.

2. Das Gerät ist auf jeden Fall noch Jahre lang funktionsfähig. Sollte sich nicht irgendwelche Web-Standard drastisch ändern, dann hat man von der Funktionalität her noch viele weitere Jahre Spaß an dem Chromebook

3. Wenn das alles nicht hilft, dann wechselt man den ChromeOS Anbieter und verwendet CloudReady [1]. Damit bleibt man lange aktuell [2]. Und wer Spaß dran hat baut sich sein ChromeOS selber [3] :-)

[1] https://www.neverware.com/freedownload
[2] https://www.neverware.com/blogcontent/2019/8/29/update-cloudready-v764-released
[3] https://www.chromium.org/chromium-os

Jean-Marc Autexier, 2019-09-18

Da mag ich seltsam sein. Wenn man älter wird, hat man soviel Elektroschrott zum Recyclinghof gebracht, dass man irgendwann anders einkauft...

Mein Chromebook musste aufgegeben werden, weil es ans Google-Support-Ende kam, die Hardware an sich war noch in Ordnung.

Mein Arbeitsplatz-PC ist 6 Jahre alt. Mein Vaio-Laptop zu Hause 10j. Innerhalb der Familie existert ein >15j altes Thinkpad, das heute noch genutzt wird. Win10 und Linux unterstützen erstaunlich alte Hardware und liefern regelmäßige Sicherheitspatches.

Gehe mit der Hardware nicht einmal übervorsichtig um, kaufe aber bewusst langweiliges und langlebiges Zeugs, schreibe beruflich keine rechenintensive Software und bin privat kein AAA-Gamer. Gelegentlich wird nachgerüstet, etwa Ersatz der HD durch eine SSD.

Die wichtigsten Fortschritte bei CPUs sind die letzten Jahre ins Stromsparen gegangen, ein Core2Duo reicht deshalb immer noch zum schreiben, surfen und Familienfotos sortieren, wenn man genug RAM hat. Ein moderneres Gerät von heute wäre zwar leiser, stromsparender und würde länger mit Akku durchhalten, aber das Umweltproblem liegt primär in der Produktion und deshalb ist bei Laptops eine lange Nutzung immer noch besser als Umstieg auf sparsamere Hardware.

Zugegeben, das 10j alte Laptop wird in dieser Woche doch durch ein neueres ersetzt. Und in der gleichen Zeit habe ich mehrere Smartphones durchgenudelt, wo heute die Innovation stattfindet. Wobei der Neukauf aber auch fast immer durch das Support-Ende erzwungen wurde.

Hanno Zulla, 2019-09-18

@Jean-Marc

Oh spannend, von Cloudready wusste ich noch nichts. Da hätte ich das Chromebook ja behalten können... Danke für den Hinweis.

ChromeOS selber bauen wäre hier keine Alternative, das Chromebook diente als Laptop für einen Nichtbastler in der Familie, der sich um nix kümmern sollte. Genau dafür ist ChromeOS ja auch gedacht.

Hanno Zulla, 2019-09-18

Wie gut klappt damit eigentlich das Offline-Arbeiten (also temporär offline etwa im Zug)?

Christian Just, 2019-09-18

Offline arbeiten kann man ja vorher mit dem Handy recht einfach ausprobieren.
Generell ist die Unterstützung für Android-Apps ein großer Pluspunkt. Richtig gute PDF-Anwendungen gibt es auch für Geld nicht im Linuxbereich. Aber der Playstore hat PDFExpert, Xodo und Co. Genauso wie die ganzen Streamingapps mit Downloadmöglichkeit.

Ralf ter Veer, 2019-09-18

Ich sitze morgen zwei mal 3.5 Stunden im Zug und muss dabei ca. 80 Dokumente sichten und beurteilen. Das traue ich mich noch nicht, mit dem Chromebook zu machen. Da nehme ich das X1 Yoga mit Windows 10. Das wollte ich in der Menge nicht mal mit dem iPad machen.

Wenn es darum ginge, ein paar Seiten in einem neuen Dokument zu schreiben, dann würde ich wohl das Chromebook nehmen. Aber das muss ich erst mal ausprobieren, wenn ich auch eine Rückfallposition habe.

Volker Weber, 2019-09-18

Ich habe jetzt schon einiges über die Chromebooks gelesen und gehört, aber was mich wirklich mal interessieren würde, ist die Linux-Sache. Kann man da wirklich so einfach ein Linux aufspielen und das Gerät ausserhalb des Google-Kosmos benutzen?

Ich versuche so wenig wie möglich mit den großen Unternehmen zu "interagieren" wie es nur geht, aber bei den Chromebooks werde ich in der Theorie fast schwach.

Ja, ich weiß, dass das andere schon getestet haben, aber ich bevorzuge lieber Meinungen, die nicht von Werbeeinnahmen abhängig sind.

Patrick Hofmann, 2019-09-19

Ich persönlich bin da überfragt. Mir ist die Lebenszeit zu schade, um sowas draufzufrickeln. Die Hardware ist ja nicht großartig. Lieber ein Thinkpad T460 gebraucht kaufen und da Linux drauf machen. Bei den Chromebooks fasziniert mich, dass sie eben gar keine Arbeit machen.

Volker Weber, 2019-09-19

Das kann ich einerseits absolut nachvollziehen, andererseits würde ich, wenn ich diese Geräte hätte, alles ausprobieren, was mir da über den Weg läuft.

Die Thinkpad-Variante verfolge ich derzeit. Ich habe hier ein X201, X220, T440p und ein X230 mit verschiedenen Linux-Varianten liegen und am Laufen. Die Hardware von "damals" funktioniert einwandfrei und so schnell werde ich damit auch nicht unbedingt aufhören, aber hier gibt es durchaus auch andere "Mitbewohner", die gerne etwas stilsichereres als ein altes Thinkpad wollen.

Dieses "Einschalten, anmelden, fertig!" fasziniert mich auch, aber ich möchte dann doch nicht unbedingt so viel aufgeben. Ich habe nicht ohne Grund seit Ewigkeiten kein Facebook, WhatsApp, Instagram, OneDrive, OneOne, Google Drive und diverse andere Sachen mehr.

Patrick Hofmann, 2019-09-19

Ein Thinkpad hat wesentlich mehr Style als ein Chromebook.

Und nochmal: Kein Chromebook kaufen, wenn man Einsiedler ist.

Volker Weber, 2019-09-19

Habe das Gefühl das ein iPad Pro mehr bewerkstelligt als ein Chromebook. Täusche ich mich da? Habe den Mehrwert der G Suite z.B. noch nie so wirklich gesehen. Sieht man vom Einstiegspreis der alternativen Hersteller ab, finde ich Apples Paket runder. Alles gefühlt.

Stanislaus Landeis, 2019-09-20

Und, hast du hier schon weitere Erfahrungen, die du mit uns teilen magst?

Gruß
Johannes

Johannes Koch, 2019-09-30

Eigentlich nicht. Das Ding ist komplett unauffällig. Die Tastatur fühlt sich mit der Zeit billiger an als beim ersten Eindruck und sie ist auch nicht hintergrundbeleuchtet. Aber das Konzept Chromebook funktioniert einwandfrei. Sehr schön, ist der Touchscreen. Damit lassen sich Android Apps vernünftig nutzen.

Volker Weber, 2019-09-30

Danke. Ich überlege ernsthaft für meine Familie so ein „Ding“ zu organisieren, deswegen die Nachfrage.

Johannes Koch, 2019-10-01

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