Sonos Legacy :: Meine Empfehlung

by Volker Weber

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Ziemlich viel Aufregung in den letzten 24 Stunden wegen der Sonos-Ankündigung, nicht mehr alle Geräte mit Updates zu versorgen. Ende 2015 habe ich bereits mit den Sonos-Entwicklern über dieses Problem gesprochen und ich bewundere die Truppe, dass sie das so lange herauszögern konnte. Zwei Dinge finde ich unglücklich:

Die Katze ist also aus dem Sack: Computer halten nicht ewig und Sonos-Player sind Computer, auch wenn sie wie Lautsprecher aussehen. Das wird den Amazon Echos und Apple HomePods auch nicht anders gehen. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal darauf hingewiesen, dass es zwei Klassen von Sonos-Geräten gibt: Mit und ohne AirPlay. Selbst wer kein AirPlay braucht, erkennt, welche Geräte viel und welche wenig Leistung haben. Jetzt gibt es also drei Klassen:

Meine Empfehlung lautet weiter, die Legacy-Geräte zu verkaufen oder zu verschenken. Außerdem sollte man nicht mehr in Geräte ohne AirPlay investieren. Das ist die nächste Generation, die in ein paar Jahren "legacy" wird.

Was das Upgrade-Angebot angeht (30% Rabatt gegen Stilllegung von Legacy-Geräten), ist das eine Rechenaufgabe. Verkauft man einen Play:5.1, bekommt man dafür sicherlich mehr als die 30% bei der Anschaffung eines One ausmacht.

Und es handelt sich tatsächlich um Upgrades und nicht nur um Umtausch. Ein Play:5.1 lässt sich locker durch einen Move ersetzen, ein Stereopaar Play:5.1 kann weniger als ein einzelner Play:5.2. Der Port gewinnt gegenüber dem Connect unter anderem einen Signalausgang, der Vollverstärker und Receiver schalten kann. Der Amp hat weit mehr Leistung und einen besseren Klang als ein Connect:Amp.

Ich sehe derzeit keinen anderen Hersteller solcher Geräte, der einen längeren Support als Sonos bietet. Dennoch sollte man sich überlegen, wohin man sich entwickelt. Alexa-Nutzer kommen mit den Echos für weniger Geld viel weiter als mit Sonos-Geräten. Wer bei Apple zuhause ist, dem nützen HomePods wahrscheinlich mehr als Sonos-Player.

Comments

Super zusammengefasst 😊

Schneider Ursus, 2020-01-22

Besonders wenn man nun die zu erwartende Lebensdauer berücksichtigt ist der aktuell tatsächlich preiswerteste Sonos-Lautsprecher von IKEA (100 EUR, lange Lebenserwartung). Ganz schlecht sieht es dagegen für die Playbar aus (800 EUR, kurze Lebenserwartung).

Vielleicht sollte Sonos über ein Mietmodell nachdenken.

Torsten Rausche, 2020-01-22

Ich hab das Material durchgelesen, das Sonos mir geschickt hat. Was ich NICHT verstanden habe: Gibt es eine Einschränkung, für welche Geräte(arten) ich die 30% anwenden kann?

Ich habe eine Play:5.1 bei mir (mein einziges Sonos-Gerät). Wenn ich dafür jetzt mit 30% Rabatt eine Playbar oder Playbase kaufen würde, das wär doch ein Deal, oder?

Sorry, wenn das ne doofe Frage ist.

Daniel Tietze, 2020-01-22

Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, meine 5.1-Player zum Kauf anzubieten, zumindest ohne den Hinweis auf den Legacy-Aspekt. Und wer kauft das dann noch?

Stefan Tilkov, 2020-01-22

Ich habe meinen Connect (das letzte legacy-Device aus dem Sonos Zoo) an einen gewerblichen Ankäufer verkauft, der einen Preis zahlte der locker am oberen Ende der eBay-Preisrange war, eher noch etwas drüber - und dazu keinen Stress mit der Plattform eBay und keine Gebühren. Ich war mit dem erzielten Preis für ein derart altes Elektronikgerät mehr als zufrieden.

Dann bei Thomas angefragt, und dort einen Sonos Port gekauft. Der Preis für das Update war absolut im Rahmen, wenn ich als typisch deutscher Nörgelkopp was zu meckern suchen würde dann wäre es einzig: ich hätte das Gerät gerne in weiss gehabt...

Daniel Meyer, 2020-01-22

Daniel, ich verstehe das als keine Einschränkung. Vielleicht kannst du sogar ein 5.1 Set kaufen und 600 Euro sparen.

Stefan, verkaufe nur an Leute, die du nicht leiden kannst.

Volker Weber, 2020-01-22

Ein gutes hat die ganze Sache - mein alter, gebrickter CR200-Controller (Touch-Display erkennt keine Berührung mehr, war wohl ein weiter verbreiteter Produktfehler) ist zumindest auf dem Papier wieder 30% von irgendwas wert und nicht mehr nur ein Briefbeschwerer.

Marc Beckersjürgen, 2020-01-22

Gute Zusammenfassung Volker.

Ich denke das größte Problem ist das alte Geräte auch Updates neuerer Geräte verhindern. Hoffentlich bleibt es wirklich nicht so... alles Andere bzgl. Lebenserwartung, Support-Zeitraum, und Rabatte erscheint angemessen.

Ulli Mueller, 2020-01-22

Die Apple HomePods gibt es ja aber offiziell nicht überall.

Federico Hernandez, 2020-01-22

Oder vielleicht allgemeiner: Sonos Geräte nur in den ersten 2-3 Jahren nach erscheinen kaufen. Dann bekommt man lange Updates.

Wer sich 2009 einen Zoneplayer S5 gekauft hat, wird wohl eher kein Problem mit dem Support-Ende haben. Wer sich noch 2015 einen (als Play:5) gekauft hat, wird sich wohl eher ärgern.

Manfred Wiktorin, 2020-01-22

"Computer halten nicht ewig" halten wohl schon, aber nicht ewig nutzbar. Hier hängt z.B. ein iPad mini der ersten Generation an der Wand, nichts neues geht mehr, nicht mal Philips Hue App, lediglich ein alter radio player tut noch seinen dienst. S*** happens .....

Ingo Harpel, 2020-01-22

Ja, der ist etwa 7 Jahre alt.

Volker Weber, 2020-01-22

I don't care about receiving updates but I do care that the devices I have which are perfectly good for my needs continue to work as they do today.

I still expect the app to allow me to configure them until they physically break. If that's not the case then no more Sonos for me ever.

Fortunately, the playbar can't be made completely obsolete by virtue of the optical connections. But I will be very annoyed if the Play 1s stop working because Sonos pulls the plug on them. That's not environmentally right.

Jason Hook, 2020-01-22

Das steht auf AppleInsider soeben:

Users will then need to take their products to a certified recycling facility. If no recycling facility is available, Sonos will pay the user to ship a product back to Sonos for recycling.

Interessant. Jetzt stehe ich das mit dem ‚bricken‘ etwas besser gegenüber - hoffentlich wird es wirklich auch recycelt😊

Schneider Ursus, 2020-01-22

Was mich ärgert, ist das hier zwei Play5.1 im Stereopaar ihren Dienst einfach so tun und ich sie nun tauschen soll, damit die anderen Play:1 ab Mai noch Updates erhalten.
Ich seh, ehrlich gesagt, keinen Grund, wieso man das Softwareseitig nicht anders lösen kann - es sein denn, man will nicht.

Die beiden Play5.1 tun nun fast 9 Jahre ihren Dienst und ich hab grad lange überlegt, welche internetfähigen Geräte, hier im Haushalt, auch nur annähernd so alt sind und noch fast täglich in Gebrauch sind. Das ist für mich ein klares Pro für Sonos.

@Vowe - Du schreibst: "Ein Play:5.1 lässt sich locker durch einen Move ersetzen, ein Stereopaar Play:5.1 kann weniger als ein einzelner Play:5.2" - ich kenne die Unterschiede nicht (so im richtigen Leben und nicht nur laut Datenblatt) - was würdest Du als Update zu einem Play5.1 Stereopaar empfehlen - 2xMove oder 2xONE (SL oder nicht)? Oder braucht es doch zwei Play5.2 um die alten gleichwertig zu ersetzen? Oder tut evtl ein 5.2 das selbe was vorher 2 Play 5.1 machten?

Danke
Michael

Michael Witzorky, 2020-01-22

Aus einem Beitrag auf t3n von gestern: „...Die nicht mehr aktualisierten Produkte können laut Sonos weiterhin (Ergänzung von mir: genutzt) werden. Um wie gehabt Musik zu streamen, müsse man die alten Speaker jedoch in einer separaten Sonos-Umgebung installieren. Eine entsprechende Software-Funktion zur Steuerung zweier Instanzen werde im Laufe der nächsten Monate in die Sonos-App integriert.“

Michael Kiess, 2020-01-22

Das geht (aus meiner Sicht) nicht. Die legacy Player dürfen nicht die Updates für neuere Geräte verhindern und es darf auch keine getrennten Umgebungen geben.

Das bekommen sie transparent in den Griff oder sägen sich damit ernsthaft was ab. Das ist für mich der Knackpunkt.

Hubert Stettner, 2020-01-22

Sonos waren für mich Geräte, für die ich gerne auch mal schmerzhaft viel Geld bezahlt habe, aber in der Zuversicht, dass die halt deshalb teurer sind, weil sie einfach gepflegt werden. Das war so irgendwie das Naturgesetz. Es ist kein kaufen und schon ist der Kunde vergessen.
Das ändert sich gerade. Technisch kann ich das teilweise nachvollziehen, aber das darf nicht dazu führen, dass existierende Hardware aus dem Netz geschmissen wird. Bei mir isses "nur" ein Connect. Und der hängt an einer Anlage mit >20 Jahre alten Lautsprechern, aber der Heimkinoverstärker ist state-of-the-art mit höchstwertigsten DACs.
Schön, wenn Sonos jetzt beim Port modernere DACs verbaut. Aber die brauch ich nicht. Unterstützung für Highres Streamingservices, dann mit Ausgabe über den Coax, wäre sicher per Software noch nachrüstbar. Gehört hab ich von sowas aber auch noch nicht. Somit ist der Port für mich zur Zeit kein Mehrwert. Ausser, dass ich damit der Drohung entgehen könnte, das meine restliche Infrastruktur (3 Play1, 1 Play 5.2) keine Updates mehr bekommt.

Torsten Pinkert, 2020-01-22

Michael, statt zwei Play:5.1 kann man auch einen Play:5.2 nehmen.

Volker Weber, 2020-01-22

Schade, dass es keine Bastelei gibt, die einen Play 5.1 einfach in einen Aktivlautsprecher verwandelt, den man an einen billigen Echo Dot anschliessen kann ... Second Life.

Peter Meuser, 2020-01-23

Peter, der Play:5.1 hat doch einen (analogen) Eingang.
Als Aktivlautsprecher kann man den definitiv weiterverwenden.
Wie auch die Soundbars von Sonos (in dem Fall dann Toslink).

Manfred Wiktorin, 2020-01-23

Bullshit. Hört auf, so zu schwadronieren, ohne irgendwas zu wissen. Das ist eben kein Aktivlautsprecher und keine Soundbar. Sieht so aus, aber zwischen Eingang und Ton spielt Software.

Volker Weber, 2020-01-23

Aber die Eingänge sind standardisiert, da wird sich nie was ändern. D.h. die werden funktionieren so lange Sonos sie nicht in der Software deaktiviert (und kein Hardware-Defekt vorliegt). Und wenn sie das tun, können sie ihr eigenes Grab schaufeln.

Klar, bei Toslink/HDMI ist es mit neuen Tonformaten etwas komplizierter. Aber Stereo wird auch da immer funktionieren.

Manfred Wiktorin, 2020-01-23

Zwischen Ohr und Mund ist ein Hirn. Hoffentlich.

Volker Weber, 2020-01-23

Ich habe zu lange gezögert und nun entsprechenden Handlungsbedarf.
Ich ringe grade mit mir, ob ich die 5.1er auf 5.2 upgrade oder jetzt den Spuk beende und aus dem System raus gehe.
Ich liebe die Playbar mit den unkomplizierten Rears und die Integration in die „Hausmusik“.
Den Sundown für meine Play:5.1 könnte ich grade noch nachvollziehen, wenn ich neben den Play:5.1 nicht noch Playbar und Play:3 hätte, bei denen ich nun „die Lunte brennen“ sehe.

Bei der Lösungssuche fällt mir Yamaha mit den Musiccast Produkten auf. Haben auch AirPlay. Die MusicCast Bar 40 entspricht einem neueren Playbar. Die YAS 306 ist ohne Rearmöglichkeit, dafür aber an sich bereits ein 7.1 Soundbeamer.

Hat hier evtl. jemand die Yamahas selbst oder in Aktion gehört?

Tobias Hauser, 2020-01-23

P.S. die Preise für „gut“ erhaltene Play:5 Gen 1 bei professionellen Ankäufern schwanken zwischen 50 und 200€. Sind diese Ankäufe und Preisangaben verlässlich?
Sorry für den Follow-up Post, Daniels Post zu den Ankäufern machte mich neugierig.

Tobias Hauser, 2020-01-23

Natürlich kann man sich auch eigene Lösungen bauen, mit Raspis/Hifiberry, Echos, whatever, und sich aus diversen Open Source Töpfen dann die Software dafür zusammenbauen.

Auch das ist eine wirtschaftliche Entscheidung - man zahlt weniger Geld, dafür verbrät man mehr an Lebenszeit. Das ist dann halt die Balance zwischen „ich bastel gerne, das ist ein Hobby“ und „ich möchte Zeugs das einfach out of the box funktioniert“. Auch Themen wie der berühmte WAF spielen da durchaus rein.

Wie Volker schon sagt: wir reden hier nicht über stumpfe Lautsprecher, sondern über Computerprodukte. Und da gibts dann halt den ganzen Strauß an Lifecycle-Themen. Und da von einigen Seiten auch gerne mit „was Sonos macht ist nicht nachhaltig“ argumentiert wird: Welches Produkt in euren Wohnzimmern, welches eine irgendwie geartete Netzwerkfunktion hat, wird vom Hersteller mindestens 5, eher mehr als 10 Jahre lang aktiv supported, gepflegt, verbessert so wie Sonos es tut? AV-Receiver? Fernseher? Die smarten Funktionen von Bluray-Playern? Set-Top-Boxen? Wohl nicht.

Und da kommen wir an den Punkt wo Sonos, von dem PR-Desaster abgesehen, durchaus nachhaltig ist. Gerade wenn man dann auch über den Preis argumentiert, das man dafür quasi bei jeder Black-Friday Aktion den gesamten Echo/Chromecast/Whatever Fuhrpark austauschen kann, jahrelang, bis man preislich bei einem Sonos System ist - das ist genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit.

Daniel Meyer, 2020-01-23

Ich sehe das genauso wie Hubert:
„Die legacy Player dürfen nicht die Updates für neuere Geräte verhindern und es darf auch keine getrennten Umgebungen geben.“.
10 Jahre sind weder Können noch Kunst. Gute Hardware - auch Computerware - kann auch 30 und mehr Jahre einfach nur funktionieren. Gerne ohne Updates und gerne ohne AirPlay oder wasweissich.
Von mir aus kann ein AirPlay gerät dann eben nix an non airplay’s weiterreichen oder dergleichen - aber es kann wirklich nicht schwer sein die o.g. Anforderungen unter einen Hut zu bringen.

Florian Vogler, 2020-01-23

Check your email, Sonos just retracted.

The Sonos CEO send out an apology email titled "All Sonos products will continue to work past May".

They are working on a better solution.

Gruss,
Ulli

Ulli Mueller, 2020-01-23

It's the same story, told in a different way.

Volker Weber, 2020-01-24

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