Heimautomatisierung mit Shelly 2.5 PM

by Volker Weber

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Nach und nach mache ich unser Heim schlau. Ich habe absichtlich kein zentrales Bussystem sondern eine dumme Verkabelung. Aber die rüste ich Schritt für Schritt mit per Software schaltbaren Relais aus. Die normale Schalterfunktion bleibt erhalten, aber das Relais kann per WLAN geschaltet werden. Das funktioniert aus dem Stand mit Alexa oder Google Home und bei mir per Homebridge mit Homekit. Shelly betreibt eine Cloud, die ich nicht nutze. Über die kann man die Relais auch ohne die drei Großen bedienen.

Shelly hat ein sehr breites Angebot, aber mein Lieblingsmodell ist der Shelly 2.5 PM. Der kann sehr viel, etwa Rolladen mit automatischer Endabschaltung fahren, Doppelschalter bedienen und er misst auch den Stromverbrauch. Ich steuere damit Jalousien, das Licht im Treppenhaus mit automatischer Abschaltung und jede Menge andere Lichtsituationen.

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In dem Bild oben sieht man eine typische Anschaltung. Wichtig ist, dass in der Dose ein Neutralleiter (N) liegt. Die Schutzerde (PE) braucht man nicht, das das Relais in der Wand verschwindet. Außerdem muss die Dose ausreichend Platz für das Gerät haben. Das ist bei mir immer der Fall. In meinem Beispiel waren drei Neutralleiter in einer Klemme, die exakt so aussah, wie die der Schutzerde. Diese 3er-Klemme habe ich durch eine 5er ersetzt, damit ich dort ein kurzes Kabel für den Anschluss an Shelly-N aufklemmen konnte.

Der Doppel-Schalter ist um 90 Grad nach links verdreht. Das Kabel, das ursprünglich am dem rot markierten Eingang rechts auflag, ist jetzt am Shelly-L angeklemmt, die beiden Kabel, die an den Ausgängen des Schalters waren, liegen beim Shelly auf 01 und 02. Damit ersetzt der Shelly den Schalter. Drei kurze Kabel verbinden den Doppelschalter mit dem Shelly. Das braune Kabel holt L vom Shelly ab, das schwarze Kabel liegt auf SW1 und das hellgraue auf SW2. Damit kann der Schalter die Ausgänge 01 und 02 direkt bedienen.

Annotation 2020-01-23 222521

Das Relais hat einen eigenen Webserver, mit dem man es konfigurieren kann und lässt sich durch sein offenes API in alle Heimautomatisierungen integrieren. Einziger Nachteil, das Ding macht süchtig. Es gibt auch ein einfacheres Modell mit nur einem Kanal, das aber keinen Strom misst.

Comments

Zum Thema offenes API: Da ist die Shelly 2.5 Demo mit der Open-Source Software Streamsheets für REST API oder MQTT Fans vielleicht interessant, siehe:

https://streamsheets.blog/2019/11/28/how-streamsheets-work-stream-processing-and-iot-for-non-programmers/

Kristian Raue, 2020-01-24

Der Ansatz, die Aktoren hinter dem Schalter zu verbauen, befreit von der Pflicht, dass die Lösung der Wahl mit den Schalterprogrammen der Legacy Hersteller kompatibel sein muss (was für mich letztlich ein starkes Kriterium für Homematic IP war).

Bei mir wäre auch in den Dosen nicht immer Platz dafür - klasse, wenn das bei Dir so ist.

Hubert Stettner, 2020-01-24

Mit dem Shelly 1PM gibt es auch ein einfaches Modell mit einem Kanal, das Strom messen kann.

Thomas Radigewski, 2020-01-24

Das hatte ich übersehen. Danke.

Gerade nachgeschaut, der ist fast so teuer wie der Shelly 2.5 PM: https://vowe.net/get/B07QB2JBZC

Volker Weber, 2020-01-24

Shelly 1: 10 €, Shelly 1PM: 15 €. Shelly 2.5 20 €
https://shop.shelly.cloud/
Musst dich aber auf längere Lieferzeiten einstellen, wenn Du etwas mit bestellst was (noch) nicht lieferbar ist, da sie alles zusammen versenden.

Thomas Radigewski, 2020-01-24

Ja, kann man machen, aber dafür habe ich keine Geduld.

Volker Weber, 2020-01-24

Coole Integration und wirklich unauffällig.
Mich beschäftigt, ob dein Rollladenschalter einer mit einer Wippe links und rechts ist? Einer wo die rechte Wippe die linke Wippe sperrt (und umgekehrt)?

Wolfgang König, 2020-01-24

Nein, das ist bei mir ganz anders. Aber mit genauso einem Schalter würde das funktionieren.

Volker Weber, 2020-01-24

Das will ich noch mal erläutern.

Mein Shelly ist hier im normalen Schaltermodus. Einer schaltet 3 Spots mit 8 Watt, der andere 6 Leuchten mit insgesamt 99 W.

Der Shelly kennt einen Rolladenmodus, bei dem er immer nur einem Kanal Strom gibt. Und er kalibriert sich mittels des Strommessers. Wenn der Rolladen an den Anschlag oben oder unten fährt, ändert sich der Stromverbrauch. Er geht entweder hoch, weil der Motor gebremst wird, oder auf Null, weil der Motor abschaltet. Damit weiß der Shelly, in welcher Stellung der Rolladen nach wieviel Zeit ist. Er kann also auch halb zu machen oder ein kleines Stück auf.

In jedem Fall "gewinnt" die Software, auch wenn der Schalter auf "hoch" steht, kann der Shelly runter fahren, wenn er den Befehl per Software bekommt.

Volker Weber, 2020-01-24

Danke für die Erläuterung, Volker! Dann wäre der Shelly genau das Richtige für mich. Bei Homematic muss man in diesem Fall leider den ganzen Schalter tauschen und damit auch die zur Schalterserie gehörenden Taster. Das wäre eher supoptimal.

Wolfgang König, 2020-01-24

Hab mir derletzt einen 1PM in die Garage gebaut um die Autosteckdose zu schalten und zu messen. Den ersten hat ein Softwareupdate irgendwie platt gemacht, da muss ich nochmal schauen, dass ich ihn zurückgesetzt bekomme, aber der zweite funkt einwandfrei.

Martin Hiegl, 2020-01-25

Danke für den Artikel, der mir jetzt den letzten Impuls gegeben hat die Shellys die schon seit ein paar Monaten hier rumlagen endlich einzubauen und auszuprobieren. Und in der Tat, hohe Suchtgefahr, Nachschub ist bereits bestellt.

Nachdem ich meine beiden Shelly 1 verbaut habe wage ich mich jetzt an den Shelly 2.5 und gucke mir an wie der verkabelt werden muss. Beim Vergleichen meines Verständnisses der Verkabelung mit Deinem Artikel ist mir aufgefallen, dass Du Dich glaube ich oben verschrieben hast. Die Kabel an den Ausgängen des mechanischen Schalters müssten an SW1 und SW2 gehen, und an 01 und 02 hängen die Verbraucher. Auf Deinem Foto ist das auch genau so verkabelt.

Kai Stukenbrock, 2020-01-26

Wir meinen das gleiche. Ich beschreibe die Kabel, die an den Ausgängen *waren*. :-) Das muss ich noch besser machen.

Volker Weber, 2020-01-26

Und Deine vom Schaltplan abweichende Nutzung des 2. L Terminals hat mich auch zum Denken angeregt, aber jetzt habe ich es verstanden. Kein Problem solange man in Summe unter 16A bleibt...

Kai Stukenbrock, 2020-01-26

Haha, danke. Stimmt, habe ich nicht gründlich genug gelesen. Ist alles echt nochmal ein ganz neues Gebiet für mich und eine intellektuelle Herausforderung; ich lerne sehr viel und habe Spaß dabei, aber bei jedem Wiedereinschalten der Sicherung nach Einbau eines neuen Shelly bin ich leicht nervös ob nicht gleich "Puff" macht...

Kai Stukenbrock, 2020-01-26

Die beiden L sind zusammengeschaltet. Deshalb kann man das so nutzen. Klassisch würde man einfach L am Schalter abzweigen, in dem man dort das kurze Kabel zusätzlich aufklemmt. Aber da der Leistungsstrom durch den Shelly läuft und der Schaltstrom über den Schalter nur sehr klein ist, wollte ich den gar nicht über das kurze Kabel laufen lassen. Das ist dann eine Klemme weniger im Leistungskreis.

Volker Weber, 2020-01-26

Der Shelly 1 ist etwas aufwändiger zu verkabeln, weil man dort 0 und 1 potenzialfrei schalten kann. Wenn du dort Leistung drüber laufen lässt, dann brauchst du dreimal L. Einmal am Schaltereingang, dann noch mal an Shelly-0 und ein drittes Mal an Shelly-L.

Den Shelly 1 benutze ich zum Beispiel, um einen Türsummer zu bedienen. L und N für die eigene Stromversorgung. Und dann den Türsummerkreis mit 0 und 1 schließen. Das sind nur 12 V und das hätte ich mit dem Shelly 2.5 nicht hinbekommen.

Volker Weber, 2020-01-26

Guten Morgen,
Ich habe die Shelly’s mit geflashter firmware, dann hängen Sie direkt im HomeKit!
Frage zu dem 2.5: es kursieren Beschreibungen, dass die Abwärmeentwicklung recht hoch ist! Stimmt das?

Thomas Nowak, 2020-01-27

Wie oft bekommen diese geflashten Shellys Updates?

Volker Weber, 2020-01-27

Die Shelly’s sind cool.

Wer andere günstige Hardware sucht, der kann gut die China-White-Labels von Tuya (bei Amazon zum Beispiel Gesund) oder Sonoff kaufen und diese mit Tuya Convert (https://github.com/ct-Open-Source/tuya-convert) auf eine eigene Firmware umflashen. Ich nutze dafür esphome, da das ganze Smart Home mit Home Assistant läuft.

Jan Kampling, 2020-01-28

Sofern mit "geflashter Firmware" Tasmota (http://tasmota.com) gemeint ist, so kann ich zwar keine explizite Aussage über die Häufigkeit der Updates machen, aber sie kommen regelmäßig und das schon seit einer recht langen Zeit.

Markus Jabs, 2020-01-28

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