Bildungs-Flatrate für Schüler und Schülerinnen

by Volker Weber

Wegen der Corona-Pandemie nimmt die Digitalisierung in der Bildung mehr Fahrt auf. Zusätzlich zu den Förderprogrammen von Bund und Ländern für den Glasfaserausbau und die Digitalisierung von Schulen wird nun ein weiteres 500-Millionen-Euro-Paket auf den Weg gebracht. Ein Ziel dieses Pakets ist es, dass allen Schüler*innen der Zugang zur digitalen Bildung ermöglicht wird.

Dieser neue Mobilfunktarif „Education“ ist ein vom Vertragspartner gemanagter Tarif. Er dient ausschließlich der Datennutzung und ist nur für Bildungsinhalte nutzbar. Welche Inhalte das konkret sind, wird von unserem Vertragspartner definiert. Wir wollen vielen Schüler*innen einen mobilen Zugang zum Netz ermöglichen. Unabhängig von der jeweiligen Infrastruktur und der Ausstattung der Schulen in den einzelnen Bundesländern. So können sie von überall aus digital lernen und auf die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung zugreifen.

Vertragspartner sind Schulen und Schulträger. Der Education Tarif soll kostenlos und ohne Volumenbegrenzung bereitgestellt werden.

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Comments

Hört sich nach „dead on arrival“ an, allein schon wegen der Definition der Bildungsinhalte durch den Vertrsgspartner.

Stefan Rubner, 2020-08-21

Kommt drauf an. Ich kenne Schulen, da kommunizieren alle schon lange über Microsoft Teams, haben OneNote-Kursbücher und Elternbeiräte schaffen Hardware für arme Schüler bei. An anderer Stelle wird irgendwas mit OwnCloud zusammenstopselt.

Volker Weber, 2020-08-21

"Wer den Tarif beziehen kann, legen die die Schulen fest"? Das kann nichts werden, jedenfalls nicht flächendeckend. Aus eigener Erfahrung sind Schulen mit solchen Entscheidungen und administrativen Prozessen überfordert. Schade. Gut gemeint, aber so mE kaum praktikabel.

Tobias Vogel, 2020-08-21

Haben wir heute Cassandra-Tag? Das muss nicht aus dem Stand flächendeckend klappen. Da müssen ein paar mit gutem Beispiel vorangehen und das Gras runtertreten. Dann können andere hinterhertrotten.

Volker Weber, 2020-08-21

Womit du bestätigst, was ich meine: hilft wenn überhaupt nur denen, die's eh schon können und das Angebot vermutlich nur für Einzelfälle brauchen. Und selbst da würde ich erhebliche Probleme in der Umsetzung sehen.

Stefan Rubner, 2020-08-21

Heute morgen habe ich erst wieder bei heise online gelesen, wie die Fundis diejenigen zu Fall bringen wollen, die es schon können.

Volker Weber, 2020-08-21

Wenn die Schule eine Entitlement für alle Schüler und Lehrer aussprechen kann (wie für O365 teilweise ja auch), könnte das was werden. Diejenigen, die es nicht brauchen, geschenkt. Aber es gibt sicher genug, die davon profitieren können.

Armin Auth, 2020-08-21

@vowe: das ist aber eine ganz andere Diskussion, auch wenn wir da vermutlich ebenfalls unterschiedlicher Meinung wären. ;)

Stefan Rubner, 2020-08-21

Wir in der verbotenen Stadt und im Umland finden das schlichtweg großartig! Ich bin im Vorstand des Fördervereins der Schule meiner Kinder (in der mein Bruder und ich auch schon waren) und haben versucht, die Schule beim Onlineunterricht zu unterstützen. Wir dürfen der Schule keine WLAN-Infrastruktur kaufen, installieren oder bereitstellen, keine Server- oder Cloud-Infrastruktur bezahlen (aus vielerlei interessanten Gründen) aber jetzt können wir jedem bedürftigen Schüler ein Handy, iPad, Chromebook oder was auch immer eine SIM-Karte unterstützt bezahlen. Oder der Schule Klassensets von Geräten.

Sven Richert, 2020-08-21

Fördervereine können da sicherlich in Abstimmung mit Schule und Träger unterstützen, die Frage ist dabei immer wieweit und wie lange.

Und die Abwicklung dieser Sache geht über den Vertragspartner, das ist nicht der Förderverein.

Aber Anschaffung von Tablets oder Rechnern im allgemeinen ging meines Wissens schon immer, die Rechnerräume bei unseren Kindern im Gymnasium sind alle durch den Förderverein finanziert worden.

Wenn da keine Aluhüte in Schulleitung oder der Trägerorganisation sitzen, hättet ihr quasi für lau auch O365. Aber was weiß ich, wie beknallt man in OF-Land ist, man hört ja so manches...

Armin Auth, 2020-08-21

Ja, das ging schon immer, aber wenn Du kein leistungsfähiges WLAN in der Schule hast, dann ist das semi-interessant. Und den Kinder eine SIM-Karte kaufen? Denke nicht darüber nach.

Sven Richert, 2020-08-21

Doof nur, dass MS Teams spätestens mit Schremms2 tot ist. :/

Johannes Matzke, 2020-08-21

Aha. Kennnst Du Dich da aus?

Volker Weber, 2020-08-21

@Sven: Aus Interesse: Ich vermute, die interessanten Gründe haben unter anderem was mit "Folgekosten" zu tun? Wobei sich Sachen wie WLAN, Internet-Anbindung und so auch aus dem Digitalpakt bezahlen lassen, dass muss eigentlich gar nicht beim Förderverein landen.

Klar finde ich die Möglichkeit klasse, dass bedürftigen Schülern dann ein Endgerät zur Verfügung gestellt werden kann. Wo ich den Haken sehe habe ich direkt eingangs geschrieben. Wie genau würdet ihr denn (auch wenn ihr als Förderverein nicht zuständig seid), die kostenfreien "Bildungsinhalte" definieren? Und was passiert, wenn ein Nutzer dann andere Inhalte abruft? Werden die dann geblockt oder berechnet oder was? Müssen dann seitens der Schule/des Trägers "Whitelisten" von Servern mit Bildungsmaterial erstellt werden, damit man aus Teams, der schuleigenen Owncloud, Moodle oder der HPI Schulcloud auch auf begleitendes Material verlinken kann? Wie sieht die reale Umsetzung bei Schülern aus, die zwar eine SIM-Karte haben, aber nicht genügend Datenvolumen? Wechseln die dann ständig die SIM oder kriegen die ein Zweit-Handy? Wer finanziert die Endgeräte, wenn es keinen Förderverein gibt?

Am Ende des Tages krankt das Angebot der Telekom an demselben Problem, wie die Digitalisierung an Schulen überhaupt: Einzelangebot, nicht abgestimmt, nicht zu Ende gedacht und auch nicht unbedingt am Bedarf orientiert. Schuld tragen hier mE die Länder, die auch gerade wieder vom Bund motiviert mit der Gießkanne durchs Dorf laufen und dabei übersehen, dass es mit dem Hinstellen von Hardware und einer Internet-Anbindung nicht getan ist. Aber es ist halt publikumswirksam, da x hundert Millionen aufzurufen. Von daher wäre die Telekom auch schön blöd, wenn sie nicht auf den Zug aufspränge um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern.

Ganz abgesehen davon ist die Diskussion um MS Teams völlig überflüssig, da für Teams ähnliches gilt. Es ist ein tolles Tool, das - je nach Ausgangslage und Engagement der Beteiligten - mit mehr oder minder großem Erfolg im Lockdown geholfen hat, einen Ersatz für Präsenzunterricht zu schaffen. Das gleiche gilt für Jitsi, Big Blue Button und was für andere Notnägel gerade zum Einsatz kamen. Das heisst aber nicht, dass egal welches der genannten Tools geeignet für eine Digitalisierung im Bildungswesen ist. Denn die zielt nicht darauf ab - und sollte es meiner Meinung nach auch nicht -, den Präsenzunterricht durch Fernunterricht zu ersetzen.

Das benötigte Konzept an der Stelle ist deutlich umfassender und komplexer als die auf die reinen DSGVO-Aspekte reduzierte Diskussion, die aktuell hauptsächlich läuft. Ein wichtiger Schritt wäre, dass zumindest die Länder mal ihren Akt zusammenkriegen, und da einheitliche Vorgaben (im Gegensatz zu "Empfehlungen" oder gar "Verboten ohne Nennung von Alternativen") machen, die dann z.B. auch einen Wissenstransfer beim Schulwechsel eines Lehrers ermöglichen. Oder dass man sich mal klar macht, dass mittlerweile auch für Schulen dedizierte Admins brauchen könnten, um auch an Einrichtungen ohne engagierte Nerds im Kollegium oder der Elternschaft tragfähige Architekturen aufbauen zu können.

Aber wenn man sich den von Volker vermutlich angesprochenen Artikel ansieht, dann wird klar: wir kleben halt auf absehbare Zeit weiter Pflaster und halten uns mit Nebelkerzen und Nebenschauplätzen auf. Weil dicke Bretter bohren will halt keiner, ist anstrengend.

Stefan Rubner, 2020-08-21

Stefan, jetzt gib dem Johannes wenigstens noch die Chance, sich nicht nur den Fuß abzuschießen, sondern auch noch den Krankenwagen abzufackeln.

Volker Weber, 2020-08-21

Ja, ich ein bisschen kenne ich mich da aus.

Johannes Matzke, 2020-08-21

Johannes, dann hilf uns doch ein Bisschen, zu verstehen, was Du meinst. Die vertragliche Vereinbarung, die Daten nur in Europa zu hosten, reicht nicht?

Ragnar Schierholz, 2020-08-21

@Ragnar: auch auf die Gefahr hin, dass ich dann auch „Fundi“ oder „Aluhut“ genannt werde: nein, tut sie nicht. Am Ende des Tages ist der Speicherort der Daten sogar mehr oder weniger egal und es wundert mich, dass sich alle daran aufhängen.

Entscheidend ist bei der Speicherung von Daten die per DSGVO geforderte Verpflichtung, den unberechtigten Zugriff Dritter auf eben diese Daten zu verhindern. Je nach Sichtweise ist das bei Nutzung von Diensten, die von in den USA beheimateten Firmen bereitgestellt werden, aufgrund dortiger Gesetze möglich oder halt eben nicht. Die jüngste Entscheidung des EuGH legt für einige/viele „nicht möglich“ als aktuell rechtssicherere Variante nahe.

Und solange es da keine entsprechenden Verfahren und Urteile gibt, wird das mit der Unsicherheit bei den Anwendern - und den Glaubenskriegen in Foren etc - auch so bleiben.

Aber wie eingangs gesagt: mit dem Ort der Datenspeicherung hat das eigentlich nur am Rande zu tun. Von daher fällt auch der gern herangezogene Speicherort unter „Nebelkerzen und Nebenschauplätze“.

Dass bei Windows, Office, Teams und Co. noch die Frage der Telemetriedatensammlung dazu kommt, ist dann wieder eine ganz andere Geschichte (Verpflichtung zu Datensparsamkeit). Auch wenn da letztendlich ebenfalls wieder dasselbe gilt.

Stefan Rubner, 2020-08-21

"Je nach Sichtweise" ist eine schöne Beschreibung.

Volker Weber, 2020-08-21

Hach. Und dann bejammern wir wieder die Digital-Diaspora in der unsere Kinder aufwachsen müssen. Es ist echt tragisch, aber die erlebte Realität hat weder mit Schrems2 noch der DSGVO im Ansatz etwas zu tun, scheint es. Und das gilt für O365 wie für nahezu alles, was die Kinder auf ihren Handys haben. Aber theoretisiert gerne weiter, der Zug ist schon lange durch.

Armin Auth, 2020-08-21

Heute kam mein Sohn mit seinem neuen Chromebook nach Hause. Zweiter Schultag in der siebten Klasse. Jetzt dürfen sie die Geräte mit nach Hause nehmen. Inder Klasse 1 bis 3 hatten sie noch iPads. Klasse 4 bis 6 Chromebooks die in der Schule bleiben mussten. Ab der zehnten bekommen sie „richtige“ Laptops. Google Classroom mit Google Drive, Google Docs und Gmail wird fleißig von Lehrern und Schülern benutzt. In einer sehr beeindruckenden Weise. Auch andere Apps und Services. Programmiert wird auf den Chromebooks via online REPLs (Python) - in den früheren Klassen mit Scratch. Auch mit Präsenz-Unterricht werden Hausaufgaben, etc. via GoogleClassroom verteilt. Die Schule hat zudem eine App (Drittanbieter für Schulen), die zur Kommunikstion zwischen Schule und Eltern vorgesehen ist zum Beispiel für Krankmeldungen von unserer Seite oder zur Übermittlung von Nachrichten, Änderungen im Stundenplan, Anwesenheit, etc. von der Schule aus. Wenn ich mit den Lehrern reden will benutzen wir Google Meet.

Wir wohnen ca. 100m von der Schule entfernt. Das WLAN sehen wir hier noch. Sowie alle anderen SSIDs der Stadt oder sogar Roaming-SSIDs wie EDUROAM von den Hochschulen und Universitäten.

Die Handies werden normalerweise morgens von den Schülern abgegeben und am Nachmittag wieder ausgeteilt. Manchmal werden die Handies aber auch mit in den Unterricht einbezogen. Anki und Flashcards, topografische Karten und Navigation. Foto und Filmdokumentation.

In dieser Hinsicht, bin ich schon froh, dass es keine Aluhütte hier gibt. Nichtsdestotrotz wird auch über Privacy mit den Schülern gesprochen. Ziemlich pragmatisch aber.

So ist es bei uns hier in Göteborg.

Federico Hernandez, 2020-08-21

Armin, der Widerstand wird über WhatsApp organisiert. :-)

Volker Weber, 2020-08-21

@Stefan: Die Folgekosten hätten wir auch übernommen. Es waren der Datenschutz, das Emmissionschutzgesetz, das Telekommunikationsgesetz aber vor allem die Probleme mit dem Einbau an sich. Hatten wir zuvor auch mit einer Photovoltaikanlage, die wir spenden wollten, die sogar noch Geld erwirtschaftet hätte.

@Armin: Die DSGVO ist grundsätzlich großartig und langfristig ein Wettbewerbsvorteil, Schrems et al. belegen, dass sie kein zahnloser Tiger ist. Das muss ich ja quasi von Berufs wegen sagen. Ich würde mich freuen, wenn die Schulen selbst empowered werden würden, das alles selbst und lokal zu betreiben und idealer Weise alles in OpenSource und 100 % DSGVO konform. Das wird uns 2020 aber nicht gelingen. Und bevor wir noch weitere 10 Jahre verschlafen, dann gerne heute mit Teams wie bei Euch und WebEx und lo-net² bei uns. Übrigens, auch eine lokale 100 % DSGVO-konforme Open Source-Lösung kann zu bösen Leaks führen.

@Federico: Tack så mycketk für gar nichts ;-)

@vowe: Eher Instagram und TikTok. Sicherlich nicht Facebook.

Sven Richert, 2020-08-22

Die Schulen sollen das selbst und lokal betreiben? Wie hoch schätzt den Aufwand, eine Schule auf das Sicherheitsniveau eines Azure-RZ zu bringen? Und auf eine Uptime von 99.9?

Volker Weber, 2020-08-22

Das ist eine romantische Idee, Volker. Ich fände das toll, wenn die Schulen wenigstens einen echten dezidierten ITler hätten, einen gescheiten Internetzugang, überhaupt Budget für Hardware und das dann mit interessierten Lehrern und Schülern selber stemmen könnten.

Schulen werden wohl nie in der Lage sein, das Sicherheitsniveau und die Uptime von Azure zu erreichen. Aus meiner Sicht wäre es aber auch nicht notwendig, sie sind im Analogen ja auch nicht auf dem Sicherheitsniveau und der Uptime von normalen Unternehmen. Ins Lehrerzimmer einzubrechen ist viel einfacher, als in die Büros meiner Firma. Unterricht ist von 7:35 bis 16:50 h, 5 Tage die Woche, weniger als 40 Wochen im Jahr. Das sind vollkommen andere Dimensionen,

Aber egal wie niedrig wir die Anforderungen schrauben würden, wir sind Lichtjahre davon entfernt, das selber machen zu können. Deshalb schrub ich ja auch, dass wir jetzt mit Teams, WebEx, lo-net² und was auch immer gehen müssen. Die tatsächliche oder in manchen Fällen nur vorgeschobene nicht-DSGVO-Konformität dieser Produkte ist ja i.d.R. nicht mehr aufgrund des falschen Serverstandorts oder grundsätzlicher technischer Unzulänglichkeiten gegeben (außer Zoom), sondern von fehlenden oder unterschiedlich zu interpretierenden Vertragsklauseln geschuldet. Telemetrie und die grundsätzliche Vertraulichkeit der Daten sind die wichtigsten Punkte. Nicht der CLOUD Act.

Microsoft hat sich in den letzten Jahren was das angeht in die richtige Richtung bewegt. Aus meiner Sicht nicht weit genug und es gibt immer noch valide Punkte, die die Datenschutzbeauftragten dann zu Recht kritisieren. Die Unternehmen hören das und setzten Teams, Office 365 usw. trotzdem ein. Nicht, weil sie ignorant sind und sie der Datenschutz nicht interessiert, sondern weil es ein vernünftiger Kompromiss aus Kosten, Leistung, Sicherheit, Verfügbarkeit, Benutzerfreundlichkeit, Machbarkeit, Umweltschutz, Compliance und allem anderen darstellt.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann dass die Schulen beim Vendor Lock-In besser aufpassen, als die Unternehmen das gemacht haben. Zum einen bin ich dagegen, dass alle Schulen in Deutschland, im Bundesland, im Kreis das Selbe machen, zum anderen, dass die Schulen alles mit einem machen. Aber das wird wahrscheinlich nicht passieren, weil es initial mehr Know-How und vor allem höhere Bereitstellungskosten benötigen würde. An die Betriebskosten in 10 Jahren wird niemand denken. Oder an die Kosten, wieder mit einem anderen gehen zu können.

Sven Richert, 2020-08-22

Einfach oben bei Federico lesen. Ist gar nicht so schwierig.

Volker Weber, 2020-08-22

Ich kenne mich in Schweden nicht aus, aber in der verbotenen Stadt, Hessen und auch in Deutschland ein wenig. Ich würde es den Göteborg-Offenbach-Gap nennen und glaube nicht dran.

Sven Richert, 2020-08-22

@Sven: Oh, PV wäre das nächste Projekt auf meiner Liste, hättest du da ggf. mehr Infos dazu? Ansonsten: 100% d´accord.

@vowe: Svens Aussage war „sollten empowered werden“, nicht „sollten betreiben“. Von daher sind deine Fragen zwar aus technischer Sicht relevant, sie gehen aber an der eigentlichen Problematik vorbei.


Stefan Rubner, 2020-08-22

Ja, empowered sind sie ja, so wie die Schule vorlebt, auf die Armins Kinder gehen.

Volker Weber, 2020-08-22

Ich kann das gerne mal nachhören, aber ich glaube nicht an den mythischen IT-Jacko, den die Schulen vorhalten sollen.
Unsere Schule hat einen externen Partnern, der bei der O365-Administration unterstützt, das Kollegium wurde in den Sommerferien noch einmal in der Nutzung nachgeschult.
Aus dem (Landes-?)Programm „Gute Schule 2020“ wurde bei uns ein neuer Server für die Schulverwaltung und eine komplette WLAN-Ausstattung beschafft, dazu auch das O365. Aber wir sind keine Schule in städtischer Trägerschaft, die mussten erstmal Schulklos renovieren, das durften wir (dankenswerterweise) nicht.
Wir reden im wesentlichen um eine Cloud-Infrastruktur mit einem extrem hohen Anteil BYOD-Anteil. Das einzige was ich machen musste um da drauf zu kommen war eine einmalige Anmeldung an einem PC in der Schule, um meine Schul-Identität zu aktivieren. Das war es.
Die Administration der Rechnerräume in der Schule wird damit auch extrem vereinfacht und mit W10 ist ein zurücksetzen der PCs ein Kinderspiel. Ich denke das kann vom/von den Informatiklehrern, ggf. mit Unterstützung vom Hausmeister geleistet werden. Externe Unterstützung dürfte dann nur minimal sein.

Armin Auth, 2020-08-22

@vowe: siehe Armins Kommentar bzgl. Trägerschaft. Äpfel mit Birnen vergleichen kann ich auch ;) Ich würde vermuten, dass nicht staatlich getragene Schulen bei den Entscheidungsprozessen deutlich näher an dem sind, was wir aus Unternehmen kennen. Staatliche Schulen ticken da leider ganz anders, zumindest nach meinen Erfahrungen.

@Armin: da du das an eurer Schule anscheinend sehr nah begleitet oder verfolgt hast: wie lange war da der Projektzeitraum von Planung bis Umsetzung? Echte Interessensfrage, damit ich mal ein Gefühl für realistisch machbare Hausnummern bekomme, weil was ich aktuell von Schule/Träger höre liegt im mittleren einstelligen Jahresbereich.

Stefan Rubner, 2020-08-22

@Stefan - ich bin Vorsitzender des Fördervereins nd verfolge das in dieser Funktion und als Vater. Ich frage da mal nach, denke aber, dass das relativ zügig ging, besonders dank des Gute-Schile Programms in NRW. Andere städtische Gymnasien nutzen auch O365, das kann eigentlich dann nicht so schwierig gewesen zu sein. Wir hatten letztes Jahr angeboten, einen Rechnerraum zu aktualisieren, das war wegen der Landesförderung nicht notwendig. Was noch fehlt ist eine vernünftige Breitbandanbindung, wir dürfen nicht vergessen dass wir potentiell 1.100 Nutzer am Netz haben könnten, aber das gibt der aktuelle Anschluss nicht her.

Ein Döneken am Rand, was mich nur kopfschüttelnd zurücklässt: die Stadt Krefeld wird wohl nicht an dem neuen Programm teilnehmen, mit dem pro Schüler 500€ zur Anschaffung von Geräten bereitgestellt wird, weil man niemand hat, der das abwickeln kann. Kopf-Tisch, aber sowas von, auch wenn der Betrag eigentlich viel zu niedrig ist für Anschaffung und Betrieb.

Armin Auth, 2020-08-22

@Stefan: Was ist jetzt schon wieder PV?

@vowe: Zwischen „Wir haben WLAN und benutzen Teams“ und Self-Empowernment passen noch Dutzende von Fußballfeldern oder umgerechnet einige Male das Saarland.

@Armin: Wir haben eine öffentlichen Schule mit fähigem Direktorium, ausreichend engagierten Lehrern, funktionierendem Elternbeirat sowie finanziell und personell gut ausgestattetem Förderverein. Kaputte Klos oder runtergekommene Räume sind bei uns nicht das Problem. Das müsste in Hessen nirgends ein Problem sein, wenn man sich rechtzeitig kümmert. Das auch das noch besser sein könnte – geschenkt.

Ein externer Service-Provider wäre mir auch recht, aber dem Informatiklehrer und dem Hausmeister oder der Schulsekretärin und den Medienassistenten das aufzuhalsen ist m.E. der falsche Ansatz. Da gibt es bestimmt welche, die das können und auch gut machen würden, dafür werden sie aber weder bezahlt noch ist das karriereförderlich. Und was machst Du, wenn die krank werden oder weg gehen und ihre Nachfolger/Vertreter (falls es gleich oder überhaupt welche gibt) das nicht können oder wollen? Hatten wir schon, keine gute Idee.

Sven Richert, 2020-08-22

@Sven, versuche mal lösungsorientiert und nicht problemgetrieben zu sein. Eine Lösung kann und muss es sein, das so simpel zu gestalten, dass man mit minimalem internen und externen Support stemmen kann. Alles on Premise scheidet da eigentlich komplett aus.

PV - Photovoltaik, vulgo Solarzellen.

Armin Auth, 2020-08-22

Jetzt kommen wir in den Lösungsbereich. Das ist gut. Armin, der Stefan will das für die Schule seiner Kinder. Ist wahrscheinlich einer der Top10-Sysadmins des Landes, aber ist deinen Weg noch nicht gegangen. Ich stelle gerne den Kontakt her.

Volker Weber, 2020-08-22

Danke Volker, wir beide kennen uns schon 30 Jahre. Ich denke, er hat schon eine Menge Tipps hier bekommen, ab jetzt wird es teuer 😉

Armin Auth, 2020-08-22

@Armin: Erstmal danke, bin ich schon gespannt. Dann: Ich glaube wir beackern hier zumindest zeitweise unterschiedliche Themen. O365/Teams ist technisch kein Problem. Es ist freigestellt ob man eine Lizenz der Schule nutzen will oder eine eigene. Falls keine eigene vorhanden ist, ist in < 24h eine von der Schule da. Anbindung ans Internet ist auch kein Problem, 1Gbit/s synchron aktuell mit Option auf 10 zu Preisen, die mir vor Neid die Tränen in die Augen treiben. WLAN gibt's flächendeckend auf dem gesamten Campus. Jetzt kann man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass damit schon alle Probleme gelöst sind, da WLAN und Teams vorhanden sind. Ich sehe und erlebe das halt anders.

Stefan Rubner, 2020-08-22

Klar. Die Technik ist nur eine Seite der Medaille. Natürlich kommt es auf die Lehrer an, die das neue Klavier auch bespielen müssen. Dafür müssen die geschult werden, dazu auch noch ihre Unterrichtsvorbereitung entsprechend umstellen. Kopien und alte Overheadfolien gehen dann nicht mehr, und didaktisch muss da ordentlich nachgelegt werden. Die Kinder hingegen haben nach meiner Einschätzung die wenigsten Probleme, solange sie selbst vernünftige Endgeräte haben, die wachsen ja mit den neuen Medien und Techniken auf. Wir alten Säcke hatten ja nichts, mit der Ausstattung zu unserer Zeit wäre da nullkomma nichts gelaufen.

Armin Auth, 2020-08-22

@Armin: Das tue ich, in dem wir jetzt in der Lage sind, bedürftigen Schülern aufgrund des Education-Tarifs Geräte zu finanzieren (siehe oben). Alles andere wäre Spekulation.

@Stefan: Bzgl. PV (man, was stand ich auf dem Schlauch) 1. Niemand darf aufs Dach. 2. Die Statik des Flachdachs wurde seinerzeit nicht darauf ausgelegt, man müsste das prüfen, das macht keiner. 3. Eine PV braucht Betriebsstrom, der kommt evtl. aus dem Netz, wer bezahlt den? (komischerweise nehmen sie das Geld, das man mit der Anlage einspart gerne, dass das man damit verdienen kann auch). 4. Risiko/Haftung/Versicherung. 5. Niemand darf aufs Dach, auch nicht zum Kucken. Der Vorschlag kam seinerzeit von einem sehr engagierten Mitglied, der macht sowas hauptberuflich, auch mit Behörden. Der hätte das alles kostenlos gemacht, wir hätten die Hardware bezahlt. Er schüttelt wohl immer noch mit dem Kopf.

Bzgl. WLAN und Teams: Ihr seid schon echt weit (aus meiner Sicht) und habt die notwendigen Dinge hinter Euch gebracht. Ist halt noch nicht hinreichend. Ist das eine öffentliche Schule? In welchem Bundesland?

Sven Richert, 2020-08-22

@Sven: Danke, Statik hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm (und das wo's so offensichtlich ist).

Dass wir Teams haben heisst leider nicht, dass das auch immer genutzt wird/werden kann - steht den Lehrern ja zum Einen frei und die Verfügbarkeit von Endgeräten bei Lehrern und Schülern ist zum anderen nicht zu 100% gegeben. Aber insgesamt lief das im Lockdown schon recht gut und hat sich im Wesentlichen auf Teams eingeschüttelt.

Die große Frage ist aktuell tatsächlich: kann man im Fall der Fälle weiter Teams benutzen oder wird das noch kurzfristig vom KM verboten? Wenn das passiert, was dann und wie schnell geht das umzusetzen? Wie sieht das aus mit Lehrkräften, die als Mitglied der Risikogruppe weiter zuhause bleiben, wie realisiert/gestaltet man deren Unterricht für die Schüler "vor Ort" und hält sich gleichzeitig an die Maximalzahl von Personen pro Raum? Und, und, und ;)

Das WLAN ist zwar flächendeckend vorhanden, die Qualität aber in einigen Bereichen nahe an "unterirdisch" - wir arbeiten aber auch daran ;)

Ja, öffentliche Schule in BaWü.

Stefan Rubner, 2020-08-22

Tja, verhindern ist immer einfacher als machen. Wie ich diese Reichsbedenkenträger hasse. Aber machen ist halt geiler 😉

Krefeld, NRW. https://marienschule-krefeld.de/
Freier Träger (Schulstiftung in der Tradition der Ursulinen).

Aber wie gesagt, das städtische Hannah-Arend-Gymnasium auf der anderen Straßenseite hat auch O365 für alle. Und Teams. Ob und wie die mit WLAN in der Schule ausgestattet sind weiß ich nicht, aber Unterricht auf Distanz lief im Prinzip wie bei uns.

Armin Auth, 2020-08-22

Das hat für mich nicht wirklich mit Bedenkenträgertum zu tun, sondern mit Erlebtem. Deswegen wäre ich gern drauf vorbereitet, dass das KM tatsächlich Teams verbietet (was zumindest nicht ganz unwahrscheinlich ist), damit da schon ein Plan B vorhanden ist und nicht wieder alle wie zu Beginn von Corona im Headless-Chicken-Mode agieren.

Und nebenbei lerne ich gerade, dass es zwar anstrengend aber auf der anderen Seite durchaus auch lehrreich sein kann, sich mit den diversen Problem und, ja, auch Bedenken in diesem, im Vergleich zu Unternehmen doch ganz anderen Umfeld auseinander zu setzen.

Aber viel lieber beschäftige ich mich damit, was Digitalisierung außer "Unterricht auf Distanz" noch sein kann, wie sich die daraus entstehenden Ideen weitgehend plattform-unabhängig und auch möglichst unabhängig von und unschädlich für eventuell ja doch noch kommende Vorgaben aus dem KM umsetzen lassen.

Knackpunkt dabei sind unter anderem die von dir angesprochenen Schulungen der Lehrer. Auch ich hätte keine Lust, meine Zeit mit Schulungen zu verbringen, die dann durch eine KM-Entscheidung obsolet werden. Deswegen finde ich mich gerade in der für mich absurden Position, dass ich mir von der Politik Entscheidungen wünsche, anstatt meinem Naturell folgend einfach zu machen.

Und wenn ich dann noch ganz viel Muße habe, dann denke ich schon auch darüber nach, ob es denn wirklich O365/Teams sein muss, oder ob man nicht andere Alternativen hätte, die dann vielleicht auch noch positive Nebeneffekte wie mehr digitale/informationelle Kompetenz mit sich bringen. Aber das sind dann echte Luxus-Gedankenspiele. Gleiches gilt für Experimente, wie zum Beispiel die Ausstattung der Rechnerräume mit Raspis statt PCs.

Naheliegender und greifbarer sind dann Konzepte zum Ersatz von Schulbüchern durch PDFs auf Tablets und den daraus resultierenden Auswirkungen auf den Unterricht. Braucht es dann noch Hefte oder sollen auch die Mitschriebe digital erfolgen? Per Pen oder mit Tastatur? Wie gestaltet sich dann die Abgabe der Hausaufgaben und deren Kontrolle? Und ja, wie sieht das dann mit der DSGVO aus? Wie lassen sich digitale Klassen überhaupt einführen und welche Steine müssen da aus dem Weg?

Oder in kurz: gedanklich bin ich eigentlich eher bei der Umsetzung dessen, was Federico beschrieben hat, werde aktuell nur von so Kleinigkeiten wie der Realität aufgehalten :-D

Stefan Rubner, 2020-08-22

Du warst nicht gemeint mit dem Bedenkenträger.

Ein paar Punkte nur, vielleicht gefärbt aus dem gleichzeitigen Erleben im Konzern:
- ich sehe grundsätzlich keine anderen Probleme als diejenigen, die eine Menge Unternehmen für sich analysiert und positiv beantwortet haben. Daher stehe ich O365 auch positiv gegenüber, denn das werden - ob wir uns etwas anders wünschen oder nicht - unsere Kinder spätestens beim Eintritt in einen Beruf wieder antreffen, das gehört in Kürze zum Bereich Basisqualifikation.
- Die DSGVO gibt einen Rahmen, in dem man O365 einsetzen kann (sonst würde das niemand in Deutschland einsetzen können).
- Teams - kennst du ein Tool, kennst du alle. Ich habe in den letzten Jahren von NetMeeting über Sametime, S4B zu Teams alles kennengelernt und dazu die anderen Tools als Gast bespielt, ob Webex, GotoMeeting, Zoom uvm. Das ist eine Scheindiskussion mit der Einschränkung dass Teams so viel mehr ist und sein kann als die reine Webmeeting-Funktionalität
- Elektronische Bücher: wesentliche Hindernisse sind von den Verlagen ausgehend. Volker würde sagen: repeat after me, DRM...

Fragt mal eure Kinder, ob sie in der Schule schonmal Kahoot! gespielt haben. Wenn nein, schaut es euch einmal an. Tolle Sache, über die man spielerisch Wissen abfragen und anhand der Rückmeldungen auch Defizite aufgreifen kann. Die Quizze müssen vom Lehrer aufgebaut werden, können dann aber gespeichert und wieder holt bzw. den Schülern auch zum Selbstlernen bereit gestellt werden. Das ist dann noch einmal ganz etwas anderes - und kann sowohl im Präsenz- als auch Distanzunterricht eingesetzt werden.

Armin Auth, 2020-08-22

Hab' Kahoot mal mit auf die Liste der "recommended items" gesetzt.

Stefan Rubner, 2020-08-23

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