HomePod mini ist mini. Zu mini? Keineswegs!

by Volker Weber

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Es ist witzig, dass diese beiden sehr unterschiedlichen Smart Speaker ähnlich heißen, denn sie sind sehr unterschiedlich. Homepod wiegt achtmal so viel wie Homepod mini und hat entsprechend mehr rumms. Homepod hat einen fetten Basstreiber, sieben Tweeter und sechs Mikrofone. Homepod mini hat nur einen Breitband-Treiber und zwei passive Membranen und dazu vier Mikrofone. Während der HomePod in den Raum horcht und durch Beamforming ganz gezielt Klang projizieren kann, straht der Homepod mini nach unten ab und lenkt den Sound über einen Konus in alle Richtungen.

Man könnte also meinen, dass die kleine Kugel dem großen Brummer weit unterlegen ist. Dennoch könnte sie viel attraktiver sein, weil sie zwei Jahre neuer ist. Der erste wichtige Pluspunkt geht an den U1 Chip. Damit kann der HomePod mini sehr viel genauer die Intention erkennen, wenn man den Sound vom iPhone auf den Lautsprecher übertragen will. Das geht mit Musik, aber auch mit Telefongesprächen: Einfach mit dem iPhone gegen den Lautsprecher tippen, schon geht die Audioverbindung über. Noch mal antippen und sie kommt wieder zurück. Das ist beim großen Homepod etwas Gefummel und klappt weniger zuverlässig.

Durch die neuere Hardware hat HomePod mini außerdem eine Unterstützung für das Thread-Protokoll, das von Nanoleaf und Eve mit den neuesten Geräten unterstützt wird. Ausprobieren konnte ich das noch nicht, aber Thread verspricht ein Mesh-Netzwerk zu bilden und damit auf eine höhere Reichweite zu kommen. HomePod mini kann's, HomePod nicht.

Dann gibt es natürlich viele Gemeinsamkeiten: Beide hören wie ein Luchs, wenn man Hey Siri sagt. Die Erkennungsleistung auch von vielen Metern Entfernung durch laute Musik und andere Nebengeräusche ist spooky, so gut wie das funktionert. Und man kann gleich weitersprechen, ohne auf einen Prompt zu warten.
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Beide HomePods lassen sich als Stereopaar konfigurieren, aber nur untereinander. Ein HomePod lässt sich nicht mit einem HomePod mini paaren. HomePod kann alleine oder zu zweit den Ton eines Apple TV 4k wiedergeben, HomePod mini nicht. Da fehlt das Beam Forming. Beide taugen als Home Hub für Homekit. Alle HomePod und Apple TV arbeiten dabei zusammen. Einer ist der Chef, die anderen arbeiten mit, in dem sie Verbindung zu Homekit-Gerätschaften halten.

Die Einrichtung ist simpel und läuft über die Home App auf iPhone oder iPad. Beim HomePod mini ist das besonders einfach. iPhone ins WLAN bringen und an den neuen HomePod mini halten, das geht so einfach wie bei AirPods.

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Beide HomePods haben ein fest verbundenes, geflochtenes Kabel, das viel zur Qualitätsanmutung beiträgt. Beim HomePod endet es in einem Euro-Stecker. beim HomePod mini in einem USB-C Stecker. Ein passendes 20 W Netzteil liegt bei. Dieser Power Adapter kostet bei Apple einzeln knapp 25 Euro, ein einfacheres Kabel dieser Länge würde gerne 30 Euro kosten. Das wäre schon mehr als der halbe Preis des Gesamtpakets. Für Apple ist der Homepod mini geradezu ein Schnäppchen.

Und wie ist nun die Performance einzuschätzen? Ein HomePod schlägt einen Sonos One knapp, ist aber einem Sonos Five deutlich unterlegen. Der HomePod mini spielt schmaler auf, schlägt aber einen Amazon Echo Dot oder einen Nest Mini. Worauf man beim Test achten sollte: Das Klangbild bleibt bei jeder Lautstärke erhalten. So hört man tiefe Frequenzen auch dann noch, wenn man die Musik leiser stellt. Was beide HomePods besser können: Es spielt kaum eine Rolle, wo man sich relativ zum Lautsprecher aufhält. Die Abstrahlung ist in alle Richtungen gleich.

Die Assistenten muss man kaum noch vergleichen. Wer im Apple-Ökosystem lebt, will Siri und Homekit. Amazon-Haushalte wollen Alexa und Echos. Und Android-Fans sind definitiv bei Google Assistant am besten versorgt. Auch wenn Apple Siri stetig schlauer macht, so liegen Alexa und Assistant weiter vorn. Apple punktet mit der Integration von HomePod mit iPhone. Stellt man eine Frage, dessen Antwort man ohne Display nicht versteht, dann schickt HomePod die Informationen ans persönliche iPhone. Auch die Integration von Apple Music ist vorbildlich. Schickt man den Sound der Playlist an HomePod, dann übernimmt der automatisch auch die Rolle des Players. HomePod besteht damit anders als andere AirPlay-Targets den Bier Test: Man kann die Party verlassen, um neues Bier zu holen, ohne dass die Musik stoppt, weil das iPhone nicht mehr da ist.

Bei mir haben die HomePods und Apple TV alles andere verdrängt. Alexa war mir zu pushy und Google Assistant will zu viel von mir wissen und mitschreiben. Die Spracherkennung bei Sonos hat nicht das geliefert, was ich mir versprochen habe. In Folge waren die Sonos-Player lange mit smarten Steckdosen vom Strom getrennt, bevor ich sie in bessere Hände gegeben habe. Ich benutze die HomePods lieber, auch wenn sie nicht den gleichen Klang wie Sonos bieten. Aber als Stereopaar sind sie gut genug für mich. Die HomePod mini sehe ich eher in Nebenräumen. Und für den Fall, dass ich es mal richtig krachen lassen will, habe ich zwei Play:5 und einen Sub behalten.

Comments

Wenn ich das richtig verstehe, kann man aber zwei HomePod mini als Stereo-Paar mit TV 4K Koppel, oder?

Kurt Glasner, 2020-11-17

Muss ich noch probieren, macht aber wenig Sinn, weil erst die HomePods einen Raumklang projizieren können.

Volker Weber, 2020-11-17

Taugt ein Homepod mini als Freisprecheinrichung für ein Iphone? z.B. als Ersatz für ein Jabra Speak 710 ?

Christoph Jung, 2020-11-17

Ich habe keinen Speak und kann das nicht direkt vergleichen. Aber ohne Mute-Taste wäre mir das zu umständlich. Ich habe den großen HomePod schon mal zu dem Zweck eingesetzt, fand das aber ebenfalls nicht überzeugend.

Das kann so ausgehen wie bei den AirPods Pro. Im Prinzip kann man damit telefonieren, aber man will das der anderen Seite nicht zumuten. Apple wird nicht viele Gedanken darauf verschwenden, den Klang einer Tastatur auszublenden.

Volker Weber, 2020-11-17

Habe vier HomePods und jetzt zwei Minis bestellt. Für einen Ersatz in der Küche sollte es hoffentlich reichen...

Nur auf die deutsche Stimmenerkennung müssen wir wohl weiter warten, oder?

Dennis Stender, 2020-11-17

You say that a HomePod narrowly beats a Sonos One and that the HomePod mini is superior to the Nest Mini and the Echo Dot, so I assume it is in the middle and is inferior to the Sonos One, correct?

If so, how inferior are we talking about? What major differences would you notice on a small bedroom regarding audio quality?

I currently have a Sonos One on my bedroom but I am deeply invested in the Apple ecosystem, so I would like the convenience of the HomePod mini. Do you think I would be missing much in terms of audio?

Pedro Meireles, 2020-11-18

Mein HomePod stand in einem Haus, dass ich wegen covid lange nicht benutzen konnte. Als ich wieder hinkam, war das Teil tot, tut keinen mucks mehr, egal was man tut, es taugt nur noch als Buchstütze. Bin ein bisschen sauer deswegen. Ausgetauscht gegen einen alten Marantz Verstärker und zwei Kef Boxen, angebunden mit Airport Express. Ein bisschen viel Kabel (muss man halt wie früher gut verlegen) aber der Sound ist absolut göttlich, satt, warm und „echt“. Für Siri reichen Telefon, airpod pro, ipad und Uhr, irgendwas ist immer in Reichweite .

Aber Mini werde ich wohl für Nebenräume wieder wagen, vor allem wegen HomeKit

Sami Bahri, 2020-11-18

Pedro, I had a couple of setups from Play:1, 2x Play:1 to Playbar+Sub in a large bedroom. Now I have one HomePod mini and I would not replace it with a Sonos One, simply for convenience reasons. That would be wuite different if I were on Alexa or Spotify, but I am not.

Sami, bist du sicher, was soll mit dem HomePod passiert sein? Blitzschlag, feucht geworden?

Volker Weber, 2020-11-18

Pedro, Homepod mini is definitly much closer to Sones Play:1 as to the Dot. I'd say the Sound is different and not worse

Mario Plötner, 2020-11-18

What does your crystal ball say about Apple letting other music providers on the HomePod natively?

Vitor Pereira, 2020-11-18

My crystal ball says:

1. It has already started with Pandora
2. If you want to get on, you need to accept Apple's TOC
3. Spotify has not done this yet

My hunch is that nothing will work as well as Apple Music.

Volker Weber, 2020-11-18

Warte noch auf meine beiden Minis. Wenn das taugt, minifiziere ich bis Weihnachten noch Kinderzimmer von #2 und #3 sowie Studentenbude von #1.

Martin Kautz, 2020-11-18

I agree with your hunch. I'm trying to decide whether to upgrade my last Play:1 or move everything to HomePod, the issue is we're a mixed iOS/Android household and that will not change. I don't mind moving to a different music streaming service as long as it has UK radio and I also need something that passes the beer test ;-) I

Vitor Pereira, 2020-11-18

As a mixed household, you need to stay on Sonos!

Volker Weber, 2020-11-18

Funktionieren super, reichen meiner alterseingeschränkten Audiophilie.
Lösen in Wohnküche nunmehr eine alte Teufel-Anlage ab.
Noch drei bestellt, leider erst Mitte Januar lieferbar.

Martin Kautz, 2020-11-19

Ich finde ihn überraschend leise. Klanglich gut, aber nicht so toll wie beschrieben und erhofft. Definitiv sein Geld wert. Jetzt brauche ich nur noch drei für die Kinder...

Sven Richert, 2020-11-19

Danke für den schönen Artikel,

was ich aber ein wenig vermisse ist der genaue Grund, warum letztendlich komplett weg von Sonos auf Apple HomePods gewechselt wurde?

Ist man mit den Sonos-Geräten nicht variabler/freier in vielen Dingen was Auswahl der Services angeht, abspielen lokaler Musik bzw. Hörbüchern von einem NAS (kann das der HomePod auch?) etc.

Und wie genau verhält sich der HomePod eigentlich wenn man Musik am iPhone startet und dann auf den HomePod überträgt (per dagegenhalten oder im Share Menü von iOS).
Für mich scheint es so, dass das dann immer über AirPlay läuft.
Sprich die Musik kommt eigentlich immer noch vom iPhone/iPad und nicht direkt nativ von vom HomePod.
Da sind die Sonos Geräte doch klar im Vorteil finde ich.

Freue mich auf Feedback.

Lars Bret, 2020-12-26

Bleib bei deinen Sonos-Geräten, wenn das bei dir gut passt. Hat es ja bei mir vor 15 Jahren auch.

HomePods sind ziemlich clever, wenn man sich im Apple-Ökosystem bewegt. Den Handover eines Podcast oder einer Playlist schaffen sie ganz automatisch. Sie spielen dann direkt von der Quelle. Das geht auch alles noch eine ganze Ecke weiter, als man das mit der Sonos-Brille sieht. Also morgens irgendwas hören, auf das iPhone übernehmen, dann auf AirPods, das iPhone zu Hause lassen und auf der Watch weiterhören. Bei mir haben die HomePods dann noch andere Aufgaben: Siri Access Point, Homekit Hub, neuerdings Intercom.

Meine NASse sind mittlerweile ausgeschaltet, die eingesparten Stromkosten finanzieren locker ausreichend Cloud-Speicher. Musik kaufe ich auch nicht mehr, sondern miete sie.

Volker Weber, 2020-12-26

Deine Gedanken sind aber nicht schlecht und bringen mich auch zum Überlegen.

Zumal ich für einen weiteren Raum noch einen Sonos Speaker bräuchte - aber der kostet so viel wie 2 HomePod Mini - da kann man auch direkt komplett wechseln ;-)

Eine Überlegung ist es auf alle Fälle wert.

Dafür müsste aber auch der Switch zu Apple Music gemacht werden - bin noch bei Deezer mit der Familie (und bis Deezer auf dem HomePod nativ läuft vergehen auch noch div. Monate wenn nicht sogar Jahre).

Lars Bret, 2020-12-26

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