Scheinalternative Manufaktur-EDV

by Volker Weber

Das war meine Lektüre des Tages. Ich mag gar nichts zitieren. Lest es einfach selbst.

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Comments

Ist mir ein bisschen zu eng, der Blick...
Kann natürlich nicht mit dem profunden Wissen eines studierten Informatikers argumentieren, meine skeptische und vorsichtige Haltung gegenüber Software-Großkonzernen ist sicherlich auch auf (politische) Einstellungen/Werte zurückzuführen ist und daher technisch lückenhaft..
Dennoch hat mir sehr gut gefallen, dass man sehr wohl individuelle und skalierbare Lösungen finden kann, die ohne amerikanische Cloud auskommen und rein auf Open-Source-Software basieren.. siehe hier: https://blog.netzbegruenung.de/blog/dbdk-2020-technik-review/

Fabian Müller-Klug, 2020-11-30

Mit beliebig vielen Ressourcen (Geld, Mitarbeiter, Rechenzentren, Servern etc.) kann man sicher eine Alternative zu Großkonzernen bauen. So wie man mit beliebig vielen Ressourcen auch eine Alternative zu Boeing aufbauen kann. Die heißt dann Airbus. Die Frage ist nur, reicht es, wenn das in zehn Jahren fertig ist.

Na klar kann man mit ein paar Monaten Vorlauf eine Bundesdelegiertenkonferenz rein vegan aufbauen. Und dann muss man das nur noch auf 20.000 solcher Veranstaltungen für das ganze Jahr machen. Und das Jahr danach etc. pp.

Was glaubst du, warum gestandene Großunternehmen aufhören, sowas zu machen? Und warum so ein dicker fetter Brummer wie SAP seine System auf der Microsoft-Azure-Plattform hostet. Und warum praktisch jedes Startup auf Services von Amazon aufbaut.

Volker Weber, 2020-11-30

Interessant wird es erst nach dem ersten Bild mit jeder Menge Downtimes und Performanceproblemen, Fabian. Last Minute Entwicklung ohne ausreichende Tests führten zu Arbeiten nachts um drei und Infrastrukturgebastel zur Erweiterung der Resourcen während des Betriebs. Die haben was tolles geleistet, aber dieses ehrenamtliche Learning-by-doing sollte nicht mit einem professionellen Angebot verwechselt werden.

Martin Hiegl, 2020-11-30

Das passiert(e) den Profis übrigens auch. IBM hat sich JEDES Jahr bei der Lotusphere blamiert, um ein Jahr später gegen die selbe Wand zu klatschen. Das war immer "on premises", während Microsoft schon längst auf dem Weg in die Azure-Cloud war.

Volker Weber, 2020-11-30

Auch wenn Profis basteln ist das kein professionelles Angebot. Beziehungsweise gerade dann wird es problematisch weil schnell zusätzlich Selbstüberschätzung mit reinspielt. ;-)
Ernsthaft, wenn ich den Bericht lese zweifel ich kein bisschen an der Kompetenz der Beteiligten von Netzbegruenung, fachlich sind das sicher auch Profis, aber wie du schreibst gibt es den Unterschied zwischen wiederholbarem Produkt und einmaliges Zusammenbauen (insbesondere Last Minute).

Martin Hiegl, 2020-11-30

Passend dazu morgen in der Zeitung: „Allerdings könne man nicht von überwiegend digitalen Angeboten ausgehen, so ein Sprecher. So könnten nicht alle Schulen gleichzeitig auf die Thüringer Schulcloud zugreifen, weil sie zusammenbrechen würde. “ TA vom 01.12.2020 Diese wird vom HPI auf Servern von Hetzner und Strato betrieben. Aber... der Sprecher ist von der Bildungsgewerkschaft und keiner der Sysadmins.

Stephan Herz, 2020-11-30

Mir ist dieser Blick wirklich zu eng. Aber wir sind ja hier seit einiger Zeit bei der großen Vereinfachung: Teams = super, alles andere=rückständig. Insofern ist dieser Post ja nur die Bestätigung des Minnegesangs der letzten Monate. Schaut, noch einer, der denkt wie ich !
Manufaktur heisst für mich nicht rückständig und Cloud heisst für mich nicht gleich modern. Cloud bedeutet zunächst einmal vielfach, dass wir die Arbeiten bis morgens um drei um das Chaos zu fixen nicht mehr sehen, weil sie woanders stattfinden. Manufaktur und Cloud gehen gut zusammen, wenn man unter Manufaktur individuelle Angebote aus passenden Bausteinen sieht. Ich versteige mich mal - Manufaktur heisst für mich Vielfalt mit Multi-Cloud, Best-of-Services und Best-of-Breed - "nur" Cloud heisst per se erstmal wieder Vendor Lock in, wenn man die entsprechenden Anbieter von MS, Google und AWS betrachtet.

HEIKO VOIGT, 2020-12-01

@Heiko Vogt:
Danke für die Gedanken.... das spricht aus, wofür ich die Worte und den Einblick nicht habe/hatte...

@alle anderen:
Mir ist schon klar, dass die Leistung der Netzbegrünung kein ideales Beispiel ist und hier auch einiges defizitär lief... Dennoch eine Möglichkeit, Wege anders zu gehen und sich von Vorgaben/Einschränkungen zu lösen, die auf lange Sicht Monopole zementieren werden, denke ich..

Fabian Müller-Klug, 2020-12-01

Haben Sie ein Handy? Was läuft da drauf?

Haben Sie ein Dach über dem Kopf? Wie kam das da hin? Stand das schon und haben Sie es gemietet? Oder sind sie in den Wald gegangen und haben ein paar schöne Stämme ausgesucht und ein Blockhaus gebaut?

Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Unternehmen, die irgendetwas produzieren, mieten ihre IT-Infrastruktur mittlerweile, damit sie nicht selbst bauen müssen. Glauben Sie, Unternehmen müssten ihre eigenen Server betreiben, damit Mitarbeiter miteinander telefonieren können, damit sie sich gegenseitig Mails schreiben, etc? Ja, es gibt sie noch, die alten Bastler. Man findet sie zum Beispiel am Berliner Kammergericht, die von einer Malware für Monate ausgeknockt wurden.

Wir sind nicht mehr da, wo wir 2000 waren. Wir haben ganz andere Bedrohungen, ganz andere Sicherheitslösungen, die auf Vernetzung von Signalen basieren. Wo nicht jeder in seinem eigenen Loch eingegraben ist. Ich kenne ausreichend Beispiele von Unternehmen, die auf Monate alles verloren haben, was nicht bei Microsoft auf der Azure-Plattform war.

Aber Sie haben recht. Es gibt sie noch, die guten alten Dinge. Ich habe einen einfachen Lackmustest: Windows Defender Smart Screen. Was macht das Ding? Bevor Sie eine Website öffnen, fragt der Browser Microsoft, ob das eine sichere Adresse ist. Sie haben die Wahl. Einschalten oder nicht? Die Antwort könnte für die Sicherheit Ihrer Daten entscheidend sein. Wie entscheiden Sie sich?

Wählen Sie ja, sind sie von meinem Stamm. Ich bin zu kurzsichtig, um vor dem Aufrufen der Seite zu wissen, was da lauert. Ich brauche Informationen von denen, die schon da waren. Ich brauche auch einen Service, der meine Mails auf Malware scannt und Phishing Attacken entdeckt. Und ich kann das nicht selbst aktuell halten und nur mit meinen eigenen Mails füttern. Auch da brauche ich jemanden, der nicht 200 Mails bekommt sondern 2 Milliarden.

Wenn Sie nein wählen, wünsche ich Ihnen viel Glück auf Ihrer Reise.

Volker Weber, 2020-12-01

@Heiko
SaaS ist die Lösung.
Für vieles langt eine gute SaaS Lösung.

Lernen und anpassen
Firmen haben sich vielfach schon an ihr ERP angepasst und nicht umgekehrt... gescheiterte ERP Projekte sind meistens ERP Anpassungen an Firmen.

Cloud wollen
Stichwort Cloud, ich habe das Thema scheitern sehen... bei IBM, bei T-Systems... -von Innen- wohlgemerkt. Beide haben es nicht gewollt, beide aus ähnlichen Gründen, da fegt die Cloud viel weg, was man gut kennt. Infrastrukturen, (ipxz-Systems), Services, Prozesse, Wissen...
Beide haben Kapital anderweitig alloziert... IBM in EPS und Akquisitionen bzw. Telekom in Netze und Frequenzen.
Cloud musst Du wollen, die Kuh melken, die Milch gibt und eine neue Kuh heranfüttern. Kultur muss es auch wollen.

Multi-Cloud
IBM und TS haben eine Multi-Cloud-Strategie, beide Anbieter haben ihre Mitarbeiterzahl massiv reduziert. Beide haben massiv Umsatz verloren.
Warum, wenn Multi-Cloud so gut ist?

Ich möchte bei Multi-Cloud auch zu bedenken geben... sich an einen Partner binden hat auch Vorteile, du nutzt eine Plattform, kannst Leute darauf spezialisieren und ausbilden. Sie werden die in der Plattform integrierten Funktionen nutzen und damit nur einmal implementieren.
Hat was von Ehe vs. Polygamie... echte Tiefe gewinnt man nur, wenn man sich an eine(n) Partner(in) bindet.

Monopole vs. Oligopole - Fabian
Oligopole sind der Normalfall in der Wirtschaft.
Die Bahn hat ihre 2-3 Zuglieferanten.
Die Telekom 4-5 große Netzausrüster.
Mobiltelefone mit Android und iOS haben zusammen 90 % Marktanteil.
Es gibt eine Hand voll große Autohersteller und viele Kunden.
Das sind alles KEINE Monopole, du hast eine Wahl, wenn auch nur eine kleine.
Monopole und Oligopole verschwinden schnell, wenn der Markt etwas "Neues" entdeckt... Innovation ist der Treiber.

Kleine...
Für Spezialitäten gibt es dann viele "Kleine"... mein Lieblingsbäcker... 1und1 etc.

Jürgen Sting, 2020-12-01

Eigentlich ist es ganz einfach: Standard Anforderung >> Standard Lösung. Individual Anforderung ..... genau.

Wieso sollte ein Kunde eine eigene Mail Infrastruktur betreiben wenn es doch quasi "Standard" ist? Das Gleiche gilt im Übrigen dann auch für Videoconferencing oder Dateiablage. Und vieles wird eben zunehmend immer mehr Commodity was vor 10 Jahren noch quasi Raketenwissenschaft war.

Im Übrigen: Auch Cloud Services lassen sich individualisieren. Und das sollte man auch dringend machen, wenn man Wert auf Security und Compliance legt. Es ist teilweise schon abartig, wie fahrlässig man in der Cloud Apps zweifelhafter Herkunft Rechte auf seinem Tenant erteilt wo man doch OnPrem Dateien nur über Datenschleusen nach Außen lässt.

Lieber sein Gehirnschmalz mal da rein stecken, es lohnt sich. Die Security Kette reißt nämlich immer am schwächsten Glied und das ist meist nicht der Cloud - Provider.

Roland Dressler, 2020-12-01

Hm, das ist mir persönlich ein wenig zu viel schwarz/weiß hier.

Auf der einen Seite das Berliner Kammergericht, sicher richtig. Aber dann darf man auch gerne die ct-Redaktion mit erwähnen (Artikel: Emotet bei heise).

Sind das auch Bastler?
Ich weiß nicht, ob die Cloud hier das alleinige Lösungsmuster sein sollte.
Man muss auch schauen, ob man das alles rausbringen will oder soll - wenn es geht, dann gerne.

Evtl. ist es passender, einfach das zu wählen, was für die jeweilige Situation passender ist. Und handhabbar.


Michael Oehme, 2020-12-01

Ja, das sind die größten Bastler überhaupt. Aber die Redaktion war nicht befallen, sondern der Telefonbuchverlag. Und da lag so viel im Argen wie bei den meisten Mittelständlern.

Volker Weber, 2020-12-01

Herrlich. Fast so schön wie früher die Glaubenskriege über das richtige Betriebssystem.
Ich muss dringend mehr Popcorn kaufen.

Stefan Rubner, 2020-12-01

Netzbegruenung ist super, aber 1 Woche nach der BDK ist bei einem Kreisverband die Programmverabschiedung geplatzt wegen Fehlern in den selben Tools...

Stefan Opitz, 2020-12-01

Mit Glaubenskriegen hat das m.E. wenig zu tun, eher mit der Konsequenz der schon erwähnten arbeitsteiligen Marktwirtschaft.

Die ersten Autos waren gebastelt - kein Vergleich dazu, wie die Industrie jetzt aufgestellt ist.

Wer jetzt Mehrwerte schaffen will, baut auf der Cloud auf. Ich spreche hier als Entwickler einer SaaS-Lösung. Die meiste Zeit in den letzten 3 Jahren waren wir drei Entwickler. Unsere Kosten und Personalstruktur wäre vor 15 Jahren eigentlich undenkbar gewesen - jetzt machen wir eben das Ops im DevOps mit, weil wir auf ausgereifte und extrem zuverlässige Services aufbauen können.

Wer heutzutage eigene Infrastruktur bastelt will eine Cloud zur Verfügung stellen oder verschwendet im grossen Stil das Geld der Stakeholder.

Frank Quednau, 2020-12-05

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