Aktien statt Zigaretten

by Volker Weber

Hohe Rendite = hohes Risiko. Das sollte nur machen, wer das Spielgeld dafür übrig hat, sprich auch einen Verlust verschmerzen kann.

Dieser Kommentar von Thomas war zu erwarten. Ich hatte geschrieben, wie eine gute Unternehmensführung die eigenen persönlichen Finanzen positiv beeinflusst. Es ging um Tim Cook, Jeff Bezos und Satya Nadella. In dem Kommentar schwingt mit, das sei etwas für reiche Leute. Dabei hat jeder Spielgeld. Nehmen wir einfach mal ein Budget an, das jeder Raucher spielend aufbringen kann, wenn er Aktien statt Zigaretten kauft.

Ich nehme dazu mal an, die Zigarette koste im Schnitt 25 Cent, der Raucher verbrenne pro Tag 20 Stück davon. Statt dessen kauft er am Jahresende für sein Budget Aktien. Ich nehme den Kurs am 31.12. des Jahres und eine immer wieder tot gesagte Aktie, die ihre beste Zeit schon hinter sich hat. Ich fange einmal im Jahr 2000 an und halbiere dann noch mal den Zeitraum. Vereinfachte Annahme: die Möglichkeit, Bruchteile von Aktien zu kaufen gibt es nicht. Aber auf der anderen Seite kauft niemand am 31.12. immer wieder das selbe Papier. Das geht viel schlauer.

Sketch

Das Budget sind die eingesparten Ausgaben für das Rauchen. Bewahrt man das Geld einfach auf, dann macht das 32k in 18 Jahren oder 16k in 9 Jahren. Kauft man statt dessen die Aktie, sind es 1.6 M oder 55k. Und was wäre, wenn der Kurs auf einmal auf die Hälfte einbricht? Dann wartet man in Ruhe ab, bis er sich wieder berappelt, oder hat immer noch deutlich mehr als im Sparstrumpf. Der völig leer wäre, wenn man Raucher geblieben wäre. So oder so hätte man mehr gewonnen, als man für "überteuerte" Apple-Produkte hätte ausgeben können.

Comments

Nicht falsch, aber Kleinbeträge sind dennoch besser in ETF oder Fonds anzulegen. Rendite eher langweilig, Verlustrisiko dafür deutlich kleiner.

Axel Koerv , 2018-09-04

Mach die Rechnung einfach mal mit einer anderen Aktie, die im Jahr 2000 noch etwas prominenter war als Apple: Nokia. Und schon ist Rauchen gar nicht mehr so unattraktiv .

Andreas Eldrich, 2018-09-04

Falsch. Beim Rauchen verlierst du immer. Manchmal sogar Dein Leben, wie letzte Woche mein Kollege Michael.

Volker Weber, 2018-09-04

wer nicht raucht, hat meist auch Lebenszeit fürs Warten, falls der Kurs mal im Keller ist.

Samuel Orsenne, 2018-09-04

Ich möchte an Deinem Artikel gar nicht rummäkeln. Er ist in sich schlüssig und Deine Posts haben über die Jahre bereits bewiesen dass das ein guter Weg sein kann.

Allerdings locken gerade viele Mainstreammedien Kleinsparer und Sparbuchfetischisten an die Börse. Das war in der Vergangenheit oft ein gutes Indiz für einen sich dem Ende nähernden Börsenaufschwung (dabei ignoriere ich allerdings dass die deutsche sowie die US Börse schon länger nicht mehr synchron laufen).

Ich fand auch den Kommentar von Sami Bahri sehr zutreffend was Apple betrifft. Ich bin ansonsten seit über 10 Jahren Nichtraucher (und trotzdem nicht reich). Ich besitze aber auch keine Apple Aktien (allerdings zumindest Amazon).

Von ETFs halte ich persönlich wenig da man dann auch meistens die Luschen mitkauft. Aber immerhin meistens besser als sein Geld angeblichen Fontspezialisten zu überlassen.

Rauchen aufhören hat oft einen kleinen Nachteil. Ich rieche so gut wie gar nichts (das war aber auch früher schon so) außer Zigarettenrauch. Den allerdings locker auf 20m, auch im Freien. Das ist manchmal anstrengend.

Henning Heinz, 2018-09-04

Wenn man sich den Dax als Beispiel anschaut (z.B. Index-Entwicklung seit der Wiedervereinigung), stellt man fest, dass mit langfristigem Horizont der Anlage auch Börsenrückschläge nicht ins Gewicht fallen. Im langjährigen Mittel hat man Aussicht auf eine mitunter ordentliche Rendite.

Und wenn man dann noch regelmäßig gleichbleibende Beträge investiert, ist das nicht verkehrt, man verhält sich ja automatisch immer richtig.

Was Einzelwertte anbelangt: glücklicherweise kann man mittlerweile ja auch in Deutschland Bruchteile kaufen. Das macht Einzelwerte interessant, die man so evtl. nicht kaufen würde.

Sven Bühler, 2018-09-04

Das Problem ist eher, dass man neben dem Spielgeld auch richtige Ahnung vom Markt und auch dem Börsenverhalten mitbringen muss. Im nachhinein die richtigen Aktien herauszufinden, in die man vor fünf Jahren hätte investieren sollen, um jetzt richtig Geld gemacht zu haben ist einfach.
Das Problem ist, die Aktien zu finden, zu denen erst in einer Woche in der breiten Masse klar wird, dass sie in den nächsten Monaten oder Jahren hochgehen.
Wenn man erst einsteigt, wenn die Aktie hoch steht, hat man auch nichts mehr davon.

Nina Wittich, 2018-09-06

Nina, das ist falsch. Vor zehn Jahren stand Apple sehr hoch und es war dennoch schlau, die Aktie zu kaufen. Wenn ein Unternehmen Gewinne macht, gute Produkte hat, und die Produkte von den Kunden an deren Freunde empfohlen werden, sollte man die Aktie kaufen. Sonos fehlen zum Beispiel die Gewinne und deshalb kaufe ich die Aktie nicht.

Amazon dagegen ist schon seit Jahren ein No-Brainer.

Volker Weber, 2018-09-06

Nun ja, das KGV von Amazon ist eigentlich eine Katastrophe und sollte jedem davon abraten, die Aktie zu kaufen. Wichtig ist aber auch das Wachstumspotential. Hier ist eben Amazon einfach eine Wucht, die sprühen ja gerade zu vor Investitionsideen und Wachstumsfelder die es zu besetzen gibt.
Auf lange Sicht sind Aktien eigentlich immer ganz gut. Selbst wenn man einen trivialen ETF kauft, liegt man auch 10 Jahre oder länger meist ganz gut. Man darf halt nicht den Fehler machen und panisch verkaufen wenn es mal bergab geht.

Und man muss auch sich selbst und dem eigenen Urteil mal vertrauen.
@Nina: wenn man Dich vor 5 Jahren gefragt hätte, ob zB. Google zukünftig eine große Rolle in der IT spielen wird und es sich lohnt da einzusteigen, was hättest Du denn geantwortet? Doch eher ja als nein oder?

So Flops wir Nokia oder auch Bankaktien kommen immer mal vor, deswegen sollte man eben auch streuen.

Roland Dressler, 2018-09-06

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