vivo X51 5G :: Erste Eindrücke

by Volker Weber

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Am Dienstag ist vivo in Europa gestartet und am Donnerstag brachte ein Kurier morgens früh gleich das Top-Produkt, ein vivo 2006, das hier als X51 5G vermarket wird. Am Dienstag habe ich es noch als Flagschiff bezeichnet, aber ich habe mittlerweile gelernt, dass man von "oberer Mittelklasse" spricht, weil das Smartphone einen Snapdragon 765G Chipset hat und keinen aus der 8xx-Serie. Den gleichen Chipset verwendet auch das neue Pixel 5. Ich mag jetzt nicht die ganzen technischen Daten herunterrasseln, sondern nur ein paar Dinge, die mir an der Hardware auffallen.

Das X51 fühlt sich sehr wertig an. Ein Handschmeichler mit perfekter Fertigungsqualität, an den Rändern gebogenem OLED-Display und Glasrücksache. Hier hat vivo eine angenehm matte Oberfläche gewählt, die blaugrau schimmert, frei von Fingerabdrücken bleibt und einfach schick aussieht. Das Kamera-Modul mit vier Kameras steht ziemlich eckig heraus und die Beschriftungen zerstören ein wenig den edlen Eindruck, aber daran muss man sich nicht lange aufhalten.

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Was ist im Karton? Das Handy, ein 33W-Schnelllader, ein USB-Kabel von Typ A auf Typ C, ein Kabelohrhörer mit Silikongels und 3.5mm-Klinke, und schließlich ein kleiner Adapter, der zwischen USB-C und 3.5mm-Klinke vermittelt. Man kann also auch seinen eigenen, besseren Kopfhörer anstöpseln, wenn man den Adapter nicht verbummelt.

An der rechten Seite findet der Daumen eine Lautstärkewippe und einen Ausschalter, die linke Seite ist frei, auf der Oberseite verbirgt sich hinter einem Loch ein Mikrofon, das zweite ist auf der Unterseite zwischen DualSIM-Schublade und USB-C-Buchse, daneben gibt es einen Lautsprechergrill mit sechs Löchern. Hinter dem Display liegt ein Fingerabdrucksensor und der Lautsprecher, der beim Telefonieren ins Ohr pustet. Die 32 MP-Frontkamera schaut durch ein kleines Loch links oben im Display. Auf der Rückseite gibt es vier Kameras: 8 MP Superweitwinkel, 48 MP Weitwinkel, 13 MP Zweifach-Tele (50 mm) und 8 MP Fünffach-Tele.

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Ich habe bisher erst ein paar Dutzend Bilder geschossen, die allesamt ganz ordentlich wurden. Das Superweitwinkel ist erwartungsgemäß am Rand unscharf und das lange Teleobjektiv liefert nur bei viel Licht akzeptable Bilder. Das kurze Tele bezeichnet vivo als Portraitobjektiv und das Weitwinkel ist der eigentliche Witz dieses Geräts. Die Kamera ist nämlich in einem Mini-Gimbal gelagert, dessen Bewegungen man sehen kann, wenn man das Objektiv auf sich selbst richtet. Es soll für Verwacklungsfreie Bilder und Videos sorgen. Das lasse ich mal so stehen, denn bisher hat es meine Erwartungen noch nicht erfüllt. Dafür brauche ich noch mehr Zeit.

Entsperren lässt sich das Smartphone mit dem sehr schnell und gut arbeitenden Fingerabdrucksensor und über die Gesichtserkennung der Frontkamera. Wer zuerst kommt, macht den Weg frei. 8 GB RAM und 256 GB Speicher reichen und müssen reichen. Erweiterbar ist der Speicher nicht. Soweit alles paletti. Mir fehlt nur eine Möglichkeit, drahtlos zu laden.

Was mir noch nicht gelungen ist, ist eine Datenverbindung mit 5G. Vodafone hat hier kein 5G und Telekom hat zwar 5G, aber das X51 wollte da nicht rein. Vorerst ist das für mich kein Verlust. Ich denke, das wird noch.

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Was mir ausgesprochen gut gefällt, ist die Software. Für Europa hat vivo das hauseigene Funtouch OS 10 soweit abgespeckt, dass es aussieht, wie Google sich das vorstellt. Die Google-Suite fragt brav an, was denn alles installiert werden soll, die Einrichtung folgt dem Google-Pfad ohne dass man erst eine vivo-ID anlegen müsste. Es gibt keine Anwendungsdoubletten wie bei Samsung. Die Oberfläche kommt schlank daher, ohne jede Crapware. Dass Facebook und Instagram vorinstalliert sind, ist eine lässliche Sünde. Ruckzuck waren die gelöscht und durch Twitter und Telegram ersetzt. So fühle ich mich wohl. Ein paar Ergänzungen liefert vivo: Den iManager zur Speicherverwaltung und -optimierung, Alben zum Betrachten von Fotos und Videos, einen Foto-Video-Editor und vivo.com.

Funtouch OS 10 basiert auf Android 10 und ist aktuell mit dem September-Sicherheitspatch versehen. vivo verspricht Updates für drei Jahre. Wie häufig das passiert, werde ich in den nächsten sechs Monaten prüfen. Bis dahin ist dann hoffentlich auch Funtouch 11 da.

Was mich gleich für das Gerät eingenommen hat ist die geschmackvolle Gestaltung. Der Bildschirmhintergrund ist sehr dezent animiert. So fahren Autos auf der Straße, die man von oben sieht. Das zeigt eine große Aufmerksamkeit für Details und das mag ich.

Ich bin ein iPhone-User, der parallel ein Android-Handy benutzt. Das X51 muss jetzt mit dem Galaxy S20 ringen. Und das geht durchaus auf Augenhöhe. Allerdings wollte ich einmal wissen, was das Gerät so in einem vertrauten Benchmark wegdrückt.

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Links das iPhone 12 Pro, das es hier mit sämtlichen Laptops und iPad Pros aufnimmt, rechts das X51. Das ist etwa das Niveau des Galaxy A50 oder des Pixel 2XL. Das S20 hat mehr als doppelt so gute Werte. Ich will das nicht überbewerten, denn das X51 fühlt sich in der Benutzung flott an.

Zusammengefasst: Schickes Handy mit vielen Kameras. Was meiner Ansicht nach nicht passt, ist der Preis. Knapp 800 Euro soll das gute Stück kosten.

Comments

Interesting to see that, on the UK site at least, this phone basically markets itself as a camera rather than a telephone - 'photography redefined' - and as a tool for professional photographers!

Nick Daisley, 2020-10-27

Not surprised. It is the defining feature after all. And marketing can say what they want.

Volker Weber, 2020-10-27

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