Kritisches Denken ist überbewertet

Kritisches Denken ist keine Generalkompetenz, die man einmal lernt und dann auf beliebige Inhalte anwenden kann. Es ist gebunden an Wissen über den konkreten Gegenstand. Ohne dieses Wissen greifen die besten Checklisten ins Leere. Kritisches Denken ohne Fachwissen ist kein Denken. Es ist Raten mit Methode.

Das ist die bisher beste Auseinandersetzung mit der Anwendung von KI als Denkhilfe, die ich bisher gesehen habe. Die Autorin ist Professorin und Leiterin eines Masterstudiengangs E-Learning und Wissensmanagement. Und sie wendet ihr Wissen auf sich selbst an:

Ich nenne dieses Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv. Unterhalb dieser Schwelle kann ich KI-Output nicht bewerten, keine guten Fragen stellen, keine sinnvollen Ergebnisse erzielen. Und ich merke es nicht. Denn der Output sieht überzeugend aus. …

Die Schwelle, die schon zu niedrig war, sinkt weiter. Wer KI nutzt, ohne genug zu wissen, merkt nicht, dass er zu wenig weiß, und baut dabei weniger Wissen auf als ohne KI. Das ist kein Leerlauf. Das ist ein Teufelskreis.

Absolut lesenswert. Dieser Beitrag beschreibt wunderbar die beiden Seiten der KI. Wo sie hilft und wo sie zerstört.

Ich habe das an anderer Stelle einmal viel weniger intelligent zusammengefasst:

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One thought on “Kritisches Denken ist überbewertet”

  1. Der Trend, den eigenen Sachverstand auszulagern, ist ja nicht neu („Der Computer ist schuld“). Gunter Dück hat das mal in einem seiner sehenswerten Vorträge im Zusammenhang mit Bankberatung für Finanzanlagen „Flachbildschirmrückseitenberatung“ tituliert. Mit KI haben wir das dann jetzt auf die nächste Stufe gehievt.

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