
Gestern brachte UPS ein neues Testgerät: Eine Neuauflage des Overear-Headset von Jabra. Und da gibt es viel zu erzählen, viele Bilder und auch ein paar Audio-Samples.
Evolve3 steht für die dritte Generation der Bluetooth-Headsets von Jabra. 85 ist traditionell der Typ mit ANC (Active Noise Cancellation) und ohrumschließenden Polstern. Der Fortschritt zwischen beiden Generationen könnte krasser nicht sein:



Wie man sieht, ist der Evolve3 viel schlanker und verzichtet auf einen Mikrofonarm. Das gehört eigentlich zum Evangelium der Konferenz-Headsets und ist doch äußerst unbeliebt, weil man an Call Center Agents denkt, wenn man sich mit diesen Bügeln vor dem Gesicht sieht.

Jabra probiert es bei den Evolve3 jetzt ohne. Dazu nutzen sie einen neuen Prozessor mit neuen Algorithmen und viel Marketing-AI. Das Prinzip ist: “Kenne alle Störgeräusche und vergesse sie einfach, inklusive Wind”. Ich habe das erfolgreich getestet, erst in einem leisen Raum, dann mit Krach. Hört selbst:
Man muss das mal mit zwei anderen Headsets ohne Mikrofonbügel vergleichen: EPOS Adapt 660 und Apple AirPods Max, beides Spitzengeräte der jeweiligen Hersteller:
Alle drei Aufnahmen sind unter den gleichen kontrollierten Bedingungen entstanden: Sehr großer Raum ohne akustische Dämpfung, zwei HomePods in jeweils einem Meter Entfernung, Laufstärke 50%, dieses Hintergrundgeräusch. Beim AirPods Max hört man den Hall im Raum, beim Adapt 660 hört man ganz am Ende, wie der Algorithmus ins Schleudern kommt.
Wieviel schlechter ist der Evolve3 85 als mein bisheriger Favorit, der Evolve2 65 Flex? Meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Auch mit Mikrofonarm ist der Evolve2 65 Flex nicht überlegen. Hört selbst:
Das ist für mich der alles entscheidende Test. Der neue Evolve3 löst die Aufgabe mit Bravour. Der Rest ist jetzt nur noch die B-Note.




24 Stunden kann man quasseln oder 120 Stunden Musik hören, bis der Akku leer ist. 5 Minuten laden bringt 5 Stunden Nutzung. Der Akku kann getauscht werden, wenn er in ferner Zukunft verschlissen ist. Die Polster sind nicht mehr aus Kunstleder sondern aus einem Gewebe wie beim AirPods Max. Die Ohrpolster sind ebenfalls tauschbar.
Ich will die ganzen anderen technischen Daten gar nicht runterrasseln. Die liest man am besten in der FAQ. Ein für mich entscheidendes Feature: Es gibt vier Wege für das Audio: per Bluetooth mit iPhone, per Bluetooth Low Energy mit dem Dongle, per Audio-Kabel mit einem Flugzeugsitz und per USB mit einem Computer oder anderem Gerät. Für das Call Handling unterstützt das Headset Native Bluetooth.
Alles super, auch der Preis, schrieb ich in der Überschrift. Der Preis ist einsame Spitze. Scharf kalkulierte 578,56 € netto und 688,49 € inkl. MwSt. ruft Jabra für den Sofortkauf auf. Ich halte das für ein Eröffnungsangebot für die Verhandlung mit Einkaufsabteilungen. Wer einfach in den Jabra Shop bei Amazon geht, findet das Headset heute für einen Vorbestellungspreis von 419 €. Offiziell erscheinen soll das Gerät am 15. März.
