Eine Abstimmung zur #LucaApp

Die Politik ignoriert die Kritik an der unsicheren Flickschusterei Luca App und liefert die eigenen Bürger dieser zentralen Datensammelei in privater Hand aus, statt auf die Corona-Warn App zu setzen. Ich wollte mal wissen, was meine Follower auf Twitter denken. Das Votum ist eindeutig: 17 von 559 Leuten konnten sich für die Luca App erwärmen. Letzter Platz, noch geschlagen von Papier und Stift.

12 thoughts on “Eine Abstimmung zur #LucaApp”

  1. Ich fand die Aussage in den Twitter-Kommentaren interessant, dass der Check-In der CWA für die Gastronomie gar nicht ausreicht, da sie ja Kontaktdaten ihrer Gäste protokollieren müssen. D.h. man müsste zusätzlich trotzdem Zettel ausfüllen lassen. Das würde vielleicht die Vorliebe der Gastronomen für LUCA erklären.

  2. Der Kopf stinkt vom Fisch her. Das haben die Ministerpräsidenten in ihren landesspezifischen Corona-Verordnungen festgeschrieben. Die Corona-Warn App benötigt diese Informationen nicht, kann aber um Tage schneller und gezielt warnen.

  3. Ich würde auch gerne die Corona Warn App verwenden, aber ich habe bisher noch kein einziges Lokal gefunden, wo sie benutzt wird. Und wenn die Alternativen sind: kurzer Scan per Luca App oder umständlich Zettel ausfüllen dann ist die Luca App ganz klar das geringere Übel. Und Lokale, die nur Zettel unterstützen, nerven…
    (Die Luca App nervt auch etwas, weil immer der Modus voreingestellt ist, bei der das Handy einen QR Code anzeigt, was aber nirgends unterstützt wird, also muss man immer erst umschalten, um den QR Code vom Lokal zu scannen und dann wieder die Genehmigung zur Verwendung der Kamera abnicken. Einfach ist anders).

  4. Ich hab die Luca App nicht drauf, kann aber den Sinn dahinter verstehen.
    Wenn so nen Gesundheitsamt den Job hat Infektionen nachzuvollziehen, dann wollen die halt auch Informationen darüber haben wer, wann und wo. Und nicht nur ein “jo, hab schon Bescheid gesagt, der wird sicher freiwillig vernünftig sein”.
    Ich hab Freitag hier regional zweimal nen Zettel ausgefüllt, oldskool wie letztes Jahr. Heute beim durch die Stadt fahren und gucken, was es noch gibt, standen an einigen Lokalitäten auch große Luca Aufsteller. Nächste Woche mal testen wie es da funktioniert, wenn man die App nicht hat.

    1. Leider hat man da draußen (Hier: Kreise Paderborn und Höxter) diese Wahl nicht. Lokale Politik und Wirtschaftsverbände setzen (wegen Unwissenheit oder Angst vor Gesichtsverlust) weiter konsequent auf Luca, Kunden bleibt daher nur Luca oder Papierliste. Niemand greift durch.

      Den Gesundheitsämtern hilft es übrigens nicht weiter, da die Angaben nicht verifiziert sind, leicht gefälscht werden können, und so oder so alle abtelefoniert werden müssen um zu prüfen wo genau hat jeder gesessen um dann zu beurteilen ob ein Risiko bestand. Erfahrungsberichte aus vielen GAs zeigen das in der Regel nicht mal die Papierlisten verwendet werden, da die Daten nicht relevant sind.

      Mit der CWA hat man also schnellere Warnung der betroffenen Kontakte sowohl über die „alte“ Bluetooth Funktion („Nähe“) als auch über die Checkin Funktion, ganz ohne Belastung der GAs.

      Und da haben wir noch gar nicht über die ganzen IT-Security-Probleme von Luca gesprochen.

      1. Was hilft den Gesundheitsämtern nicht weiter, die Luca App? Da wird zumindest die Handynummer per SMS verifiziert, was die Leute auf die Zettel schreiben verifiziert dagegen niemand.

        1. Abgesehen davon das, wie von mehreren Seiten (unteranderem Mitarbeiter in Gesundheitsämtern oder auch betroffenen Gastor-Betrieben) berichtet wird, die Unterlagen selten angefordert werden: die Daten sind genau so wenig verlässlich wie Papierlisten, eher weniger da der Gastronom nicht sauber überprüfen kann was eingetragen wurde oder ob wirklich eingecheckt wurde. Die Verifikation mit SMS wurde lange nicht sauber gemacht, man konnte beliebige Nummern verwenden. Mir ist nicht bekannt das die alten Accounts vor dem “Securityfix” deaktiviert wurden. Auch bei den Schlüsselanhängern wird nichts verifiziert.

          Dazu kommt, wie schon gesagt, das die Daten für die Gesundheitsämter eher nutzlos sind, bedingt durch die fehlenden Angaben zur örtlichen Nähe der Personen untereinander. Beispiel Zoo Hannover, für den zumindest lange nur ein QR Code verwendet wurde. Da muss dann wieder jeder potentielle Kontakt unter den tausenden Besuchern einzeln überprüft werden, wann war der Infizierte wo, wann waren alle anderen in seiner Nähe, wenn überhaupt.

          Mit der CWA wären alle betroffenen umgehend informiert, ohne das Gesundheitsamt zu belasten.

          Und beim gegenteiligen Fall, wenn jeder Tisch seine eigene Luca-Location ist: dann muss auch wieder genau geprüft werden welcher Tisch steht wo, wer ist von den Leuten in der Location betroffen, wer muss informiert werden.

          Auch hier wäre die CWA direkt die Lösung.

          1. Das CWA die bessere Lösung wäre bestreite ich ja nicht, sie wird halt nur nicht von der Gastronomie verwendet. Und ob man mit Luca eingecheckt hat kann man sehr wohl prüfen und es wurde bei mir auch immer gemacht, wenn ich mich recht erinnere. Auf dem Display steht auch der Name des Lokals, bei dem man eingecheckt ist.

  5. Wir waren letzte Woche an der Nordsee. Erste Gasstätte ohne Luca App keine Bedienung, Zettel angeblich nicht möglich. In der nächsten Gasstätte brachte man uns eine Hefter mit allen dokumentierten Gästen des Tages und ließ uns allein damit.

  6. Hier mal mein kleiner Erfahrungsbericht aus der letzten Woche (Kurzurlaub in einer ehemaligen Modellregion an der Ostsee):
    Fast in allen Restaurants/Geschäften wird man beim eintreten gefragt ob man denn die Luca-App hat. Nach dem Hinweis aufs einchecken wird aber genau das nicht kontrolliert. Man hört dann immer von den eintretenden Gästen “Check du mal ein”. Da hat der ein oder andere den Sinn nicht verstanden.
    Und was der Unterschied zwischen Innen- und Außengastronomie genau ist, da habe ich auch ein anderes Verständnis. Außengastronomie weil man das Dach auf und zuschieben kann?
    Nach 5 Minuten erinnert die Luca-App ans auschecken. Besser wäre wenn z. B. die Bedienung beim Kassieren einfach mal freundlich darauf hinweisen würde oder die Zeit des “durchschnittlichen Aufenthaltes” hier Anwendung findet. Na ja, so ist man dann “versehentlich” auch schon mal 10 Stunden in einem Lokal … (ja, man könnte auch mit dem Geokram arbeiten, ist nur doof wenn man dann das Handy liegen lassen muss, weil man mal raus gehen will, z. B. auf die öffentlichen Toiletten oder ihr kennt das: “Oh, ich schaue mal schnell nach den Taschen da drüben”).
    Manche Restaurants haben sogar die Tische mit individuellen QR-Codes versorgt. Bei einem passte dann aber die Anzeige in der Luca-App nicht zu dem Schild auf dem Tisch und zum zweiten Frage ich mich noch ein wenig nach den Sinn. Mich interressiert ja nicht zwingend wer vorher/nachher da gesessen hat, sondern wer mit mir da war.
    1 Restaurant hatte einfach weder Luca noch Zettelwirtschaft!?
    Toll fand ich das Restaurant, das direkt die Speisekarte abgeschafft hat und diese durch einen QR auf dem Tisch ersetzt hat. Wenn die jetzt noch auf dem Mobiltelefon richtig schön dargestellt wird, dann ist es perfekt.
    Insgesamt also eine eher durchwachsene Erfahrung. Die CWA wird nur aufholen können, wenn die QR-Codes kompatibel sind. Ansonten wird dieses Rennen wie der Kampf zwischen VHS / Video 2000 / Betamax ausgehen.

  7. In Bayern setzen Restaurants und Kneipen anscheinend verstärkt auf darfichrein.de, das von der Dehoga Bayern gepusht wird. Keine App, nur Link über QR-Code. Die Luca App musste ich bisher noch gar nicht verwenden, sondern nur darfichrein oder Papier.

  8. Webseite in Verbindung mit Autofill vom Telefon war letztes Jahr eigentlich immer ok. Unsere Lieblings Burgerbude um die Ecke nutzt digital-waiter.de das hat auch letztes Jahr schon gut funktioniert.
    Das ist jetzt nochmal ein paar Monate Thema und dann ist die Nummer eh durch.

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