Kirche → Dorf

Große Aufregung, dass Apple nun beginnen will, in iCloud hochgeladene Bilder gegen eine Datenbank bekannter Kinderpornographie zu matchen. Was mich wieder zu der These bringt, dass alles erst dann wichtig wird, sobald Apple es auch macht.

Microsoft und Google tun es seit 2008, Facebook seit 2011 und Twitter seit 2013.

Das sind noch nicht mal alle Maßnahmen. Wer hat bessere Vorschläge, was man zum Schutz von Kindern unternehmen sollte?

Wiederherstellung meines SMS-Empfangs

Ich kämpfe aktuell mit dem RCS-Kompetenzteams von T-Mobile bei der Wiederherstellung meines SMS-Empfangs. Dabei habe ich eine Menge gelernt:

Grundsätzlich ist es so, dass der RCS-Standard aus Gründen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre unserer Kunden es nicht erlaubt, Kunden-Informationen im Netz zu speichern. Grundsätzlich bleiben alle Informationen auf dem Endgerät der Nutzer, anders als bei anderen Messaging Diensten. Von diesem Prinzip wird nur an zwei Stellen abgewichen: Unser Netz weiß, welche RCS-Features von Ihrem Endgerät unterstützt werden, und wir haben einen Zwischenspeicher, falls das empfangende Endgerät eine Nachricht nicht entgegennehmen kann, z. B. wenn über Nacht ausgeschaltet oder im Roaming-Fall Daten ausgeschaltet sind.

Die Information, ob eine RCS-App de-installiert wurde, hat unser Netz z. B. nicht. Dadurch entsteht eine Unschärfe: für einen kurzen Zeitraum könnten Nachrichten, die an einen Ex-RCS-Nutzer gesendet werden, nicht ausgeliefert werden. Um zu verhindern, dass hier Nachrichten ‚verloren‘ gehen, wandelt das Telekom-Netz diese automatisch in SMS um – allerdings nur, wenn das empfangene Gerät ein Android ist, bei iPhones machen wir dies nicht, weil die SMS in die Standard-Inbox gehen würde und nicht in die Message+-App (Apple erlaubt es nicht, SMS in andere Apps zu lesen als ihre eigene). Die Konversation wäre sonst über verschiedene Apps verteilt. Ich weiß, dass dieses Verhalten sehr undurchsichtig ist. An vielen Stellen ist es einfacher, einen zentralen Dienste-Server und eine Client-Variante zu haben, das ginge jedoch zu Lasten des Datenschutzes.

In Ihrem Fall kommt ein Mix aus Endgeräten und Multi-SIM sehr ungünstig zusammen, da verhält sich RCS nicht so, wie Sie und ich uns das wünschen. Das verstehe ich, kann Ihnen aber versichern, dass solche Fälle wirklich sehr selten auftreten.

Der Mix aus Endgeräten besteht bei mir aus einem iPhone und einer Apple Watch. Ich gehe davon aus, dass das bei der Telekom bekannt ist. Das System kam ins Schwingen, als ich die SIM aus dem iPhone genommen und in ein Android-Gerät gelegt habe.

Ok – die Kollegen in der Technik haben manuell Ihre Nummer aus dem Capability Cache rausgenommen.

In der Reaktionskette könnte es durchaus auch noch andere Effekte gegeben haben, die einen Einfluss auf das, was Sie beobachtet haben, genommen haben (können):

Wenn Sie in Google Messages den Dienst abschalten, dann wird die RCS Capability in unserem System erst rausgenommen, wenn das Gerät eine Provisionierungsdatei ablehnt. Das kann bis zu 2 Wochen dauern, typischerweise sind das aber nur wenige Tage.

Wenn Sie die SIM aus dem Android-Gerät entfernt haben, das Gerät aber im WiFi verbunden blieb, werden die RCS-Nachrichten weiter an das Android Gerät gesendet werden…

Sie haben eine Multi-SIM, und die Telekom handhabt diese nach dem Active Paging Device Konzept: zu einem Zeitpunkt kann immer nur ein Gerät (bzw. eine SIM) als Messaging Device aktiv sein, alle anderen sind inaktiv. Heute morgen, als die Technik das überprüft hat, war Ihre Apple Watch als Active Paging Device konfiguriert. Dass Sie dann keine SMS- Nachrichten auf dem iPhone empfangen können erstaunt nicht…

Um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, dass Ihre Konstellation bei anderen Kunden auftritt, würde ich folgende Überlegungen anstellen:

Die Anzahl der Subscriber im TDG-Netz mit Multi SIM liegt bei unter 2%.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein iPhone Nutzer Android Testgerät mit seiner Karte ausprobiert, liegt (hoch angesetzt) bei 10%

Die Wahrscheinlichkeit, dass der iPhone Nutzer auf seinem iPhone die Message+-App runtergeladen hat, liegt bei <1% (im TDG-Netz, VF und O2 bieten keine Message+ App an…)

Es kommt also selten vor, dass jemand in diese RCS-Falle läuft. Immerhin hat es das RCS-Team geschafft, mich wieder zu befreien, auch wenn mein Wunsch natürlich schwer zu verstehen ist, weil es ja RCS zum Durchbruch verhelfen will. 🙂

Meine Lektionen:

  • Mit *222# (Grüne Taste) legt man den SMS-Empfang auf das iPhone.
  • Ich lege nie wieder meine Telekom-SIM in ein Android-Gerät ein, weil diese Seite nämlich nur dann funktioniert, wenn Google das RCS selbst macht und nicht etwa die Telekom.
  • Ich empfehle weiterhin Signal, um diesen ganzen Quatsch zu vermeiden.

Was machen eigentlich HMD/Nokia und Motorola?

Nokia XR20: Langlebig, aber zu einem stolzen Preis

Ich hatte neulich ein paar Briefings von kleineren (!) Android-Herstellern. Motorola, einst der Pionier, gehört heute als Marke zu Lenovo und HMD Global hat die Marke Nokia lizensiert. Beide tummeln sich vor allem im Preissegment zwischen 100 und 200 Euro, bringen aber auch immer wieder ambitioniertere Produkte an den Start.

HMD Global wird mit dem Nokia XR20 ein langlebiges Produkt positionieren, das durch eine robuste Bauart und vier Jahre Updates überzeugt. Der Pferdefuß aber ist der Prozessor, weil HMD Global sich mit einem Snapdragon 480 begnügt, bei einem angepeilten Verkaufspreis von 500 Euro. Meine Faustregel: Der Preis in Euro muss immer unter dem Snapdragon-Typ liegen. 🙂

Motorola erneuert die Edge-Serie mit gleich drei Typen. Zum Preis des XR20 gibt es dort einen edge 20 mit Snapdragon 788. Für 200 Euro mehr nutzt das Edge 20 Pro dann den Snapdragon 870, den vivo auch im X60 Pro verwendet. Das Einstiegsmodell edge 20 lite dagegen kommt nur mit einem Mediatek-Prozessor.

Bei den Software-Updates hat HMD Global einen guten Track Record, Motorola nicht so sehr. Dafür gibt es hier auch Leistung für’s Geld. Ob das gegen Xiaomi, Oppo und vivo reicht, mag ich nicht beurteilen.

Motorola edge 20 pro mit Periskop-Zoom

Facebook’s Broken Vows

Collecting data and selling ads does not build community, and it turns out that bringing people closer together, at least in the way Facebook does it, makes it easier for them to hurt one another. Facebook wouldn’t be so successful if people didn’t love using it, sharing family photographs, joining groups, reading curated news, and even running small businesses. But studies have consistently shown that the more time people spend on Facebook the worse their mental health becomes. 

Jill Lepore, The New Yorker

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