HP Poly Focus 625: Erste Eindrücke

HP hat zwei neue Business Headsets mit dem Namen Poly Focus 6 herausgebracht, ohne dass ich das bemerkt hätte. Letzte Woche dann kam eine Einladung der Agentur, ob ich mal eins testen wolle, und natürlich wollte ich. Geschwind das Spec Sheet heruntergeladen und dann war ich auf Anhieb eher enttäuscht. Das Design überzeugte mich nicht und Headsets mit einklappbarem Mikrofonarm sind z.B. bei Jabra schon seit fünf Jahren Standard und eher auf dem absteigenden Ast. Heute kam das Headset an und ich musste mein Vorurteil binnen Minuten revidieren.

Ich habe ein Poly Focus 625 inklusive Ladeständer mit Bereitschaftstasche, BT700 USB-C Dongle und zwei USB-Kabeln für den Anschluss des Ladeständers und zum direkten Anschluss des Headsets an USB-Lader oder PC. Diese USB-Verbindung überträgt auch Audio, sodass man das Headset auch am Draht betreiben kann. Die zweite Variante heißt Poly Focus 625 Fold und hat zwei Scharniere, mit denen man den Kopfbügel falten kann. Es hat im Lieferumfang noch ein Audiokabel für 3,5mm auf USB-C, das man unterwegs etwa in einen Flugzeugsitz stecken kann. Auf diesem Weg lassen sich Medien abspielen, aber keine Mikrofon-Aufnahmen machen.

Der Kopfbügel hat in der Mitte eine rot markierte Vertiefung, die genau in die Aufnahme des Ladeständers passt. Dort wird das Headset induktiv geladen. Auf dem Kopf entlastet der Bügel den Schädel genau in der Mitte. Dort drücken sonst viele Headsets.

Was mir richtig gut gefällt: Die ganze Bedienung ist haptisch. Kein Touch-Gedönse. Die Lautstärkeregelung hat sogar ein kleines Rädchen, das man mit dem rechten Daumen bewegt. Der Powerknopf ist eine Schiebeschalter, der auch den Pairing-Modus aktiviert. Nirgendwo liegen mehrere Knöpfe nebeneinander, so dass man abzählen müsste.

Über dem rechten Ohr liegt eine Multifunktionstaste, mit der man z.B. Teams in den Vordergrund holen kann. Das ANC wird durch Drücken des Lautstärkerädchens geschaltet, eine Vertiefung auf der rechten Ohrmuschel steuert die Wiedergabe (1x Start/Stop, 2x FF, 3x Back) oder Anrufe. Auf dem Mikrofonarm findet man einen Mute-Knopf:

Eine wirklich gute Idee, die HP bei Apple geklaut hat: Die Ohrpolster sind magnetisch befestigt und lassen sich ganz einfach austauschen, ohne irgendwelche Clips zu rasten:

Und als Zubehör gibt es Over-Ear-Polster, die das ganze Headset umbauen:

Screenshot

Dieses Zubehör hat mein Testgerät nicht. Allerdings sind mir die On-Ear-Polster weich genug und sehr bequem. Was mir allerdings besser gefallen würde, sind die stoffbespannten Polster, wie sie Apple und Jabra nun verwenden.

Ich hatte heute eine seltene Testmöglichkeit. Direkt nebenan hob ein riesiger Kettenbagger eine Baugrube aus, in gerade einmal zehn Meter Entfernung macht das einen Riesenlärm. Und genau dort habe ich dann diese Testaufnahme gemacht:

Ja, das klingt etwas metallisch. Aber es war so ohrenbetäubend laut dort, dass ich mich “normal” gar nicht hätte verständigen können. Was hier zum Einsatz kommt, nennt HP “Accoustic Fence 2”, die Weiterentwicklung einer Funktion, die Poly bereits länger einsetzt. Geräusche und Stimmen außerhalb eines sehr kleinen Radius um die Mikrofone werden komplett weggefiltert.

Das waren nur die ersten Eindrücke. Ich muss mich noch ein bisschen weiter damit beschäftigen und Vergleichsaufnahmen mit weiteren Headsets machen. Soviel kann ich jetzt schon festhalten: HP hat hier seit sehr langer Zeit zum ersten Mal wieder ein Headset, das mich überzeugt. Das habe ich so nicht erwartet.

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