
Nach Jahren des immergleichen Designs hat Beats einen vollkommen neuen Kopfhörer herausgebracht, der ein paar Innovationen mitbringt. Vom AirPods Max übernimmt er den Teleskopbügel aus Edelstahl und die wechselbaren Ohrpolster. Zusätzlich ist auch das Kopfband leicht auszutauschen und man kann zahlreiche Kombinationen aus Farben für den Bügel und die Polster bilden.

Im Lieferumfang sind Polster mit Meshgewebe in der gleichen Farbe wie die Bügel, als Zubehör gibt es sechs Farben für die Meshpolster und zwei für die klassischen Kunstlederpolster im gleichen Material wie die Beats Studio Pro. Der Kopfhörer erkennt, welche Polster montiert sind und passt ANC und Frequenzgang an die unterschiedlichen Materialien an.


Der Kopfhörer ist nach IPX4 (Schutz gegen allseitiges Spritzwasser) gegen Wasser und Schweiß geschützt. Das ist gleiche Rating, das für Außensteckdosen und Klingelanlagen vorgesehen ist. Ein solches Rating ist für Over-Ear-Kopfhörer ungewöhnlich, weil sie ja für die Bewegung der Treiber “atmen” müssen.
Eine weitere ungewöhnliche Konstruktion ist, dass die beiden Seiten des Kopfhörers weitgehend unabhängig agieren, genau wie bei den normalen ECHs wie den AirPods: Eigene Antennen, Akkus und Chips. Diese Konstruktion birgt auch einen Nachteil: Es gibt keine Audio-Übertragung per Kabel. Die Beats Studio Pro spielen auch per Audio-Kabel oder USB-Kabel ab.

Sowohl Beats Studio Pro als auch Beats 360 sind mir sehr sympathisch, weil sie nicht nur im Apple-Ökosystem perfekt funktionieren sondern die gleichen Funktionen auch mit Android bieten: Einfaches Pairing, Wechsel zwischen Geräten, etc. Außerdem lassen sie sich jederzeit “herüberziehen”. Sind sie mir verschiedenen Geräten bereits gepairt, dann kann sie im Bluetooth-Steuerelement einfach heranziehen, ohne sie an einem anderen Gerät erst zu trennen. Was sie jedoch vermissen lassen, ist eine gleichzeitige Verbindung zum Beispiel zu einem Handy und einem PC, so wie man das von Business Headsets gewohnt ist.

Beats 360 hat noch mal mehr Rumms als die Beats Studio Pro und ein deutlich wirksameres ANC. Hier werde ich noch länger Hörerfahrung sammeln und noch mal berichten, wie sich der Kopfhörer im Alltag macht. Ein Gyro- und Beschleunigungssensor unterstützt Personalized Spatial Audio, das man auch von AirPods kennt. Wie Beats Studio Pro muss auch Beats 360 auf einen Tragesensor verzichten. Nimmt man den Kopfhörer ab, spielt die Musik einfach weiter.

Meine Erwartung war, dass die Stoffpolster angenehmer sind, aber zu meiner Überraschung sind die nur als Zubehör erhältlichen Kunstlederpolster (Ultraplush) im direkten Vergleich angenehmer. Dennoch werde ich erst mal Performance Knit verwenden, weil sich die bei den Jabras als überlegen gezeigt haben.

Beats 360 wiegt 295 g und das Gewicht konzentriert sich auf die beiden Ohrmuscheln. Zum Vergleich: Der AirPods Max wiegt 386 g, der Beats Studio Pro lediglich 272 g. Mein aktuell präferiertes Over-Ear-Headset Jabra Evolve3 85 wiegt nur 214 g. Auch wenn Beats 360 objektiv nicht zu den leichten Kopfhörern zählt, trägt er sich doch sehr angenehm. Der Anpressdruck ist fest, aber nicht zu hoch, so dass sie bei Bewegung sicher sitzen und am Kopf sauber abdichten.
Der Bügel des Beats Studio Pro ließ sich mit zwei Scharnieren falten, die Ohrmuscheln aber nicht drehen. Beim Beats 360 ist es umgekehrt: Starrer Bügel, Ohrmuscheln drehbar. Entsprechend unterschiedlich sind die Bereitschaftstaschen:

Der Karton der Beats 360 enthält nur den Kopfhörer und die Bereitschaftstasche, jedoch keine Kabel. Beim Beats Studio Pro liegen USB-C Ladekabel und 3,5mm Audiokabel bei.
In einigen Märkten gibt es das ein zusätzliches Polster-Set für 10 Euro, zum Beispiel in Frankreich. In Deutschland kostet es vom Start weg gleich 60 Euro. Ich erwarte, dass die Preise bei Apple und Beats stabil bleiben, bei Amazon aber mit der Zeit niedriger wird. Wenn das passiert, werde ich berichten. Die weiter angebotenen Beats Studio Pro haben das ja auch bewiesen.
