Beats 360 nach einer Woche

Ich habe Euch letzte Woche meine ersten Eindrücke der neuen Beats 360 geschildert und nach einer Woche mit meiner Soundcheck Playlist (Apple Music, Spotify) kann ich Euch auch noch meine persönlichen Präferenzen schildern.

Besonders hilfreich ist, dass man beim iPhone auf zwei Headsets (aus dem Apple Ökosystem) gleichzeitig abspielen kann. Das ist normalerweise dafür geeignet, dass man gemeinsam mit einen Freund oder Partner hören kann, aber es bietet sich auch wunderbar für A/B Tests an.

AirPods Max und Beats 360 – zwei ungleiche Brüder

Ich habe vor fünf Jahren eines der ersten Reviews der AirPods Max geschrieben und sie sind für mich stets die Referenz geblieben, an denen sich andere Kopfhörer messen müssen. Alle schon damals beschriebenen positiven Eigenschaften haben sich bestätigt, aber es haben sich auch drei Nachteile manifestiert. Das Netz im Kopfbügel macht irgendwann schlapp, durch das hohe Gewicht sitzt der Kopfhörer bei Bewegung schlecht und das Gerät hat keinen Ausschalter.

Und diese drei Nachteile hat der Beats 360 nicht. Alle Polster lassen sich mit vertretbarem Aufwand austauschen, der Kopfhörer sitzt wesentlich sicherer auf dem Kopf und ja, es gibt einen Ausschalter. Dafür fehlt gegenüber dem AirPods Max ein Tragesensor. ANC ist bei diesem Beats ebenfalls ohne Tadel, aber der Transparenzmodus ist nicht so überzeugend wie beim AirPods Max. Der ist schlicht die Referenz – als würde man gar keinen Kopfhörer tragen. Das ist geradezu creepy. Man sieht aus, als ob man nichts hören kann, aber tatsächlich hört man alles. Beim Beats ist das nicht so ausgeprägt. Ich höre außerdem ein ganz leichtes Rauschen, wenn keine Musik läuft. Nicht störend, aber es ist da.

Ich habe nach einer Woche eine klare Präferenz für den Beats, auch wenn der AirPods Max beim Bedienungskonzept überlegen ist. Der Beats hat links für den Daumen greifbar einen Ausschalter und den Umschalter für ANC/Transparent. Rechts gibt es eine Lautstärkewippe und einen weitern Schalter für den Rest, also Media- und Call-Control. Diese Funktionen liegen beim AirPods Max auf der digitalen Krone und die Umschaltung auf der einzigen Taste. Einen Ausschalter gibt es wie bereits festgestellt nicht.

Beide verzichten auf die Touch-Controls, die etwa Sony vorzieht – für mich ein klares Plus. Beide drücken zuverlässig den ganzen Umgebungskrach weg, egal ob es nun der Dyson ist, der seit dem Einzug von Charlie wieder im Dauerbetrieb läuft oder den Baulärm von nebenan. Beide spielen druckvoll und detailliert auf. In diesem Sinne könnte ich mit beiden gut leben, ohne etwas zu vermissen. Den Ausschlag gibt allein das geringere Gewicht und der festere Sitz des Beats.

Allerdings gibt es ein paar weitere Faktoren, die für eine Entscheidung wichtig sind. Nur der Beats funktioniert gescheit mit Android. Nur der Beats lässt sich leicht von wechselnden Geräten anziehen, etwa einem Windows PC. Und er hat mit realistischen 32 Stunden eine viel längere Batterielaufzeit, mit eingeschaltetem ANC.

Und dann gibt es noch ein Feature, das Apple weder als AirPods noch als Beats liefert: Bluetooth Multipoint. Das ist die Fähigkeit, gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden zu sein, ohne dass sie vom selben Hersteller kommen, also ein Android-Handy und ein Apple MacBook, oder ein iPhone und ein Windows-PC.

Die größte Konkurrenz bleiben aber die Apple AirPods. Passen in die kleinste Tasche und sind immer dabei. Das ist ähnlich wie bei den Kameras: Ja, es gibt bessere Kameras, aber die im Smartphone ist halt immer dabei. Ich liebe Over-Ear-Kopfhörer, weil mich Ohrstöpsel auf die Dauer nerven. Das ist eine sehr persönliche Präferenz.

Müsste ich mich zwischen AirPods Max und Beats 360 entscheiden, würde ich den Beats nehmen. Apple hat fünf Jahre geschlafen. Es gab nur zwei Revisionen für den Max: USB-C statt Lightning und der neuere Chip aus den AirPods Pro 2. Beats aber hat ein frisches neues Design vorgelegt, mit austauschbarem Polstern und (fast) allen guten Eigenschaften des AirPods Max, zu einem deutlich geringeren Preis.

Die Polster sind in einigen Farben gerade im Angebot und gehen weg wie warme Semmeln.

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