Die Versloppung der Welt

Ein befreundeter Rechtsanwalt:

… meine Quote, wieviel % aller neuen Mandatsanfragen von einer KI geschrieben wurden, ist jetzt gefühlt bei über 90%. Immer schon inklusive rechtlicher Einschätzung und Prozessstrategie, falls ich von der Sache nichts verstehe. Und einer langen Bulletpoint-Liste, was ich alles zu tun hätte, bevor man mir dann vielleicht das Mandat erteilt.

Im Augenblick lehne ich die meisten KI-Anfragen wacker ab, weil ich genau weiß, wie es danach weitergeht. Aber ich bin ja nicht alleine mit dem Problem. In meinen beruflichen Gesprächszirkeln haben wirklich ALLE das Problem und ALLE stehen ihm gleichermaßen ratlos gegenüber.

Wie geht es danach weiter?

Neue Mandantin, ich mache eine Klage mit fünf Seiten inklusive Formalien. Gegnerin erwidert mit zehn Seiten inklusive Formalien. Mandantin “erarbeitet” dazu Stellungnahme per ChatGPT: 117 Seiten kleingedrucktes mit knapp 200 Seiten “Anlagen”, die ihrerseits auch nur aus Text bestehen. Dazu noch eine seitenlange E-Mail, in der sie die Stellungnahme “erläutert”.

Wir brauchen jetzt nicht viel Phantasie, um sich den Arzt vorzustellen, der von seinen Patienten mit ChatGPT zugetextet wird. Oder eine Flut viel zu langer Mails in der Inbox.

Die gute Nachricht für den Rechtsanwalt ist, dass er leichtes Spiel mit gegnerischen Parteien hat, die von der AI beraten werden. Einfach gewonnene Prozesse.

Leave a Reply

🟥 Please provide your full name if you want your comment to be published. 🟥