Ist Apple dein Freund?

"Apple, Google, and Meta are very excited to announce the release of new AI-driven products. We guarantee that they will respect your privacy. Unfortunately, these products are not available in Europe, as they have laws to protect your privacy."

Mrs. Betty Bowers (@mrsbettybowers.bsky.social) 2026-06-08T18:33:12.229Z

Ihr kennt das: “Der Schutz deiner Daten ist uns sehr wichtig. Deshalb fragen wird dich jedesmal, bis du nachgibst, ob wir deine Daten mit unseren 863 Partnern teilen dürfen.”

Vergiss das lächerliche Windows Recall, das nur Screenshots machte und auswertete. In Zukunft will AI alles wissen und bewerten, was du siehst, speicherst, überträgst. Das soll zunächst dem Jugendschutz dienen, aber warum da aufhören? AI will deine Fotos kennen, deine Mails, deine Nachrichten, deinen Terminkalender etc. Damit AI für dich denken und handeln kann. Um dir ein Konzert-Ticket zu kaufen, muss es natürlich auch an dein Geld kommen.

Warum gibt es Siri AI nicht in der EU? Weil die EU nicht zulässt, dass Apple-Sachen nur mit Apple-Sachen funktionieren. Beispiel: iPhone-Spiegelung. Gibt es seit Jahren, aber nicht hier. Man kann ein Android auf den PC spiegeln, weil dort der Hersteller kein eigenes Öko(nomie)-System schützt. Aber bei iPhone geht es nicht, weil Apple will, dass du dir einen Mac kaufst.

Ich finde das, was Betty Bowsers da schreibt, sehr amüsant. Aber hier liegt sie daneben. Es geht überhaupt nicht um Privacy. Die ist in Zeiten von AI sowieso tot. Es geht um den DMA, den Digital Markets Act, der die Amis so sehr stört, dass sie lieber die EU zerstören wollen.

Die Eu hat eine Antwort an Apple: EU law is not negotiable.

4 thoughts on “Ist Apple dein Freund?”

  1. Mich würde eine Begründung der EU interessieren, warum der vorgeschlagene “Trusted System Agent” nicht akzeptabel ist.

  2. Das schöne an der Argumentation von Apple ist man sieht was sie alles können. Anstatt Drittanbieter-Apps einfach Apple oder Google einsetzen.

    „ Zweitens beim Datenzugriff: Die Maßnahmen würden Drittanbieter-Apps unbegrenzten Zugriff auf die sensibelsten Nutzerdaten ermöglichen – Benachrichtigungen, SMS, Kontakte, Bildschirminhalte und installierte Apps. Diese Datenkombination reiche aus, um Nutzerprofile zu erstellen, die etwa Gesundheitszustand, Religion, sexuelle Orientierung, politische Überzeugungen und finanzielle Lage offenbarten. Apple schreibt, die Maßnahmen öffneten eine „Büchse der Pandora“: So würde diskriminierende Preisgestaltung ermöglicht, die zum Beispiel auf Signalen für Sucht oder Notlagen gründet.“
    Quelle: https://www.heise.de/news/Streit-ueber-KI-Anordnungen-der-EU-Google-erhaelt-Hilfe-von-Apple-11293280.html

  3. Für mich (als eigentlicher Laie) klingen beide Seiten plausibel. Einerseits wird die Angriffsfläche größer, je mehr Schnittstellen geöffnet werden. Andererseits frage ich mich, warum Interoperabilität ggü Drittanbietern für Apple zwingend “ungeprüfter Vollzugriff” bedeuten soll.

    Daher mein Fazit: Ich lebe weiterhin mit dem dümmsten Sprachassistenten der Welt und amüsiere mich darüber, pflege weiterhin die sauber laufenden alten Apple Produkte im Haushalt und beobachte das KI-Thema aus der Ferne.

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