Kindle Scribe Colorsoft – Handschrift und AI

Ich schreibe mittlerweile so undeutlich, dass ich Probleme habe, meine Handschrift zu erkennen. Das liegt vor allem daran, dass ich seit mehr als 40 Jahren praktisch nur noch auf Tastaturen getippt habe.

Entsprechend war ich sehr skeptisch, ob Kindle meine Handschrift lesen kann. Überraschenderweise ja! Drei Sätze in zwei Sprachen hat die Amazon AI fehlerfrei erkannt und “verfeinert”. Das heißt, es hat eine Seite meines Notizbuchs synchronisiert, gelesen und eine neue Pseudohandschrift erzeugt, die es auf einem eigenen Blatt hinten an das Notizbuch angehängt hat.

Schriftart, Strichstärke, Größe, Zeilenabstand etc. kann man dabei auswählen. Natürlich kann Kindle auch den eigentlichen Text extrahieren und in handschriftlichen Notizen suchen.

Vollständig creepy wird es dann, wenn man sich von der AI die eigenen Notizen auch noch zusammenfassen lässt.

Kindle Scribe Colorsoft – Cloud Connections

Normalerweise lade ich Dateien über amazon.de/sendtokindle auf mein Kindle. Das unterstützt eine ganze Reihe von Dateiformaten und bis zu 200 MB pro Datei: PDF, DOC, DOCX, TXT, RTF, HTM, HTML, PNG, GIF, JPG, JPEG, BMP, EPUB. Dabei habe ich bisher PDF gemieden und werde das in Zukunft häufiger nutzen, weil diese Dateien bereits formatiert sind und nicht mehr an Kindle angepasst werden. EPUB dagegen benutze ich häufig.

Mit dem neuesten Kindle Scribe Colorsoft ziehen nun direkte Cloudverbindungen zu Google und Microsoft ein. Man kann nun Dateien direkt zwischen den Clouds von Google und Microsoft auf der einen Seite und Amazon auf der anderen Seite austauschen. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass man nicht Google oder Microsoft statt Amazon verwenden kann.

Ähnlich verhält sich das auch bei den Notizbüchern. Kindle Scribe kann keine OneNote-Notizbücher bearbeiten, sondern nur Notizen dorthin exportieren. Das ging bisher bereits als PDF per Email, nun aber auch direkt in OneNote-Notizbücher. Kindle legt dazu ein neues Notizbuch an und schreibt dort hinein.

Was mir noch unklar war: Neben dem Kindle Scribe Colorsoft gibt es auch ein neues Scribe ohne Farbbildschirm, aber im neuen Design mit neuem Prozessor. Das ist dann die dritte Generation von Scribe, nach den sehr ähnlichen Geräten aus 2022 und 2024. In meinem 2022er Scribe ist die Verbindung zu Google und Microsoft (noch?) nicht aufgetaucht.

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Kindle Scribe Colorsoft – Erste Eindrücke

Kindle Scribe (links) und Kindle Scribe Colorsoft (rechts)

Seit Dienstag gibt es den neuen Kindle Scribe Colorsoft auch in Deutschland zu bestellen. Heute kam er an, in der kleineren Version mit 32 GB Speicher. Der Rahmen um das Display ist nun auf allen Seite gleich breit und erinnert deshalb eher an ein iPad, die breite Daumenauflage auf einer Seite ist verschwunden.

Kindle Scribe (links) und Kindle Scribe Colorsoft (rechts)

Wie man sieht, ist das Farbdisplay in der Standard-Einstellung etwas dunkler, was sich aber durch das Frontlight korrigieren lässt. Beide Geräte haben ein E-Ink-Display und funktionieren damit bei jeder Beleuchtung, auch im direkten Sonnenlicht. Mit der Auflösung von 300 dpi ist die Schrift knackscharf. Der Kindle Scribe Colorsoft hat darüber eine Schicht für die Farbdarstellung, die wegen der Matrix unterschiedlicher Farben nur 150 dpi auflöst.

Wenn man ganz dicht an das Display heranzoomt, dann sieht man dieses Raster. Beim Lesen stört es erfreulicherweise nicht:

Kindle Scribe Colorsoft scheint einen wesentlich schnelleren Prozessor zu haben. Das merkt man vor allem, wenn man PDFs liest. Die Farbdarstellung ist eher blass; man darf dort keine Magazin-Qualität erwarten:

Ich habe auf dem alten Kindle Scribe nie PDFs gelesen, beim Colorsoft dagegen werde ich das probieren. Hilfreich ist da für mich die Einbindung von Microsoft OneDrive, so dass ich die Dateien direkt von dort importieren kann. Das muss ich erst noch testen.

Kindle Scribe (links) und Kindle Scribe Colorsoft (rechts)

Die Rückseite ist wie bereits vorher mit vier kleinen Füßchen versehen, damit das Gerät auf dem Tisch nicht herumrutscht. Sehr angenehm. Die bisherige Zurückhaltung beim Branding hat Amazon aufgegeben. Sowohl vorne als auch hinten prangt jetzt ein Kindle-Logo. Das ist verschmerzbar.

Soweit die ersten Eindrücke. Jetzt muss ich ausgiebig herumspielen. 😊

PS: Meine Motivation für ein Kindle Scribe ist nur zum Teil, dass ich darauf auch schreiben kann. Ich benutze das Gerät vor allem zum Lesen. Und wenn ich mich mit einem Buch hinsetze, dann will ich lesen lesen lesen. Das funktioniert bei mir mit einem Kindle besser als mit einem iPad, weil ich nicht in Versuchung komme, zwischendurch etwas anders zu machen.

Kindle Oasis (links) und Kindle Scribe Colorsoft (rechts)

Ich bin beim Lesen konzentriert und lese sehr flott. Vor dem Scribe war der Oasis mein Lieblingsgerät, weil er sich so gut einhändig hielt und noch Tasten zum Blättern hatte. Ich schreibe das in der Vergangenheitsform, weil Amazon den Oasis eingestellt hat. Ich empfehle ihn aber immer noch sehr, wenn man einen gebraucht findet. Oasis hat einem 7″-Bildschirm, die “normalen” Kindles hatten nur 6″ Diagonale. Beim Scribe Colorsoft sind es nun 11″. Das hat zur Folge, dass ich selten blättern muss und einfach besser lese. Wenn ich die Schriftgröße für mich korrekt einstelle, sind die Zeilen beim Oasis sehr kurz. Beim Scribe muss Kindle seltener Wörter trennen und kann die Buchstabenabstände besser optimieren.

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Logitech Scribe bringt normale Whiteboards in virtuelle Meetings

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Virtuelle Whiteboards wie Microsoft Surface Hub sind brutal teuer und viele Unternehmen überlegen sich sehr gut, ob sie so etwas anschaffen. Zugleich gibt es einen großen Bedarf, ganz normale Whiteboards auch den Mitarbeitern zugänglich zu machen, die von zu Hause arbeiten.

Logitech hat mit Scribe nun etwas neues am Start: Man schraubt eine Kamera so an die Wand, dass sie das Whiteboard sehen kann und reichtert das mit ein bisschen Intelligenz aus, die eine Person vor dem Whiteboard durchsichtig macht und die Zeichnung klarer und kontrastreicher macht. Man muss lediglich ein Ethernet-Kabel zu einem Wandauslass führen. Ans andere Ende kommt ein PoE-Injektor mit einer USB-Schnittstelle und der Stromversorgung. So lässt sich ein PC am anderen Ende anschließen oder ein dediziertes Gerät für Teams Rooms oder Zoom Room. Scribe kann mit einem Taster ein- und ausgeschaltet werden und taucht als weiterer Teilnehmer im Meeting auf.

Der Listenpreis beträgt 1299 Euro. Für Meeting-Räume ist das ein eher kleiner Betrag, in Webcam-Dimensionen gedacht aber eine ganze Menge.

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