
Ich bin seit gut 20 Jahren ein Touchpad-Nutzer. Zunächst auf iBook und MacBook, dann mit dem Magic Trackpad. Das lag daran, dass die Apple-Mäuse so schlecht, die Touchpads dagegen gut waren. Als ich zurück zu ThinkPads ging, behielt ich das bei und ignorierte den Trackpoint, ohne den ich früher nicht leben wollte.
Dann kamen die guten MX-Mäuse von Logitech. MX Master 4 ist definitiv mein Favorit. Sie hat mich tatsächlich dazu gebracht, wieder zur Maus zu greifen. Dabei brauche ich nicht einmal ein Drittel der Funktionen dieses kleinen Wunderwerks. Sie liegt einfach gut in der Hand, das umschaltbare Wheel ist der Hit, sie trackt sauber auf meinem Glastisch. Aber sie hat einen dicken Nachteil: Ich finde es lästig, sie mitzunehmen. Und da kommt jetzt die Mobi Fold ins Spiel. Sie lässt sich einfach zusammenklappen und passt dann in die Hosentasche, kleiner als ein Klapphandy.

Zugeklappt ist sie automatisch ausgeschaltet, sodass man sie nicht unbeabsichtigt benutzt oder vergisst, sie auszuschalten. Aufgeklappt ahmt sie die ergonomische Form der MX nach. Und sie trackt ebenfalls perfekt auf Glas. Das ist nicht selbstverständlich. Was mir fehlt, ist vor allem das haptische Scrollwheel. Die mittlere Taste hat mir zu sehr (mittelmäßige) Trackpad-Vibes. Ich musste die MX Master vom Tisch verbannen, damit ich die Mobi Fold wirklich benutze.

Wie alle modernen Logitech-Geräte lässt sie sich per Bluetooth oder Bolt verbinden und dabei zwischen drei Computern wechseln. Das macht man mit einem kleinen Druckknopf unter der Maus. Die Maus ist symmetrisch und die Funktion der linken und rechten Maustaste lässt sich umschalten. Sie taugt also auch für Linkshänder.
Überhaupt ist die Maus über die Options+ Software sehr gut anzupassen. Das Touchpad in der Mitte hat zum Beispiel zwei Click-Zonen, die man frei belegen kann.

Options+ unterstützt mittlerweile auch auf anderen Geräten als der MX Master den Actions Ring. Damit lassen sich acht frei wählbare Aktionen auslösen. Das soll den Anwender produktiver machen, aber ich bin zu so viel Customizing nicht zu überreden. Für mich sind das beeindruckende Funktionen, nach denen ich nie gefragt habe.

Ich bin bei der Bewertung am Ende hin- und hergerissen. Ja, die Maus ist präzise und funktioniert einwandfrei auf allen Oberflächen. Ja, sie ist schön kleine zusammenlegbar. Nein, sie kann die MX Master nicht ersetzen und ich würde vermutlich eher das perfekte Touchpad des ThinkPads benutzen als die Mobi Fold.
Ich habe die Mobi Fold for Business getestet. Die hat im Lieferumfang einen Bolt-Empfänger für USB-C. Der eigentliche Unterschied aber steckt in der Firmware, da sich die normale Mobi Fold für Konsumenten ebenfalls mit einem Bolt-Empfänger nutzen lässt. “For Busines”-Geräte lassen sich mit Logi Sync von Unternehmen verwalten und updaten. Ich habe das häufig durcheinander gebracht. Wozu braucht man Bolt? An seinen privaten Geräten so gut wie nie. Bolt ist wichtig für Unternehmen, welche die Verwendung von Bluetooth aus Sicherheitsgründen verbieten.
Eine kuriose Anekdote: Ich war bei der Inbetriebnahme enttäuscht, dass die Batterie der Maus nur zu zwei Drittel gefüllt war. Ich war einfach davon ausgegangen, dass sie mit AAA-Batterien funktioniert. Weit gefehlt: Sie lässt sich ruckzuck per USB-C aufladen. 😊
