Zone Vibe 100 und Brio 500: Neue Logitech-Produkte

Die Brio 500 Serie von Webcams ist nicht mit der Brio 4k zu verwechseln, der Mutter aller hochauflösenden Webcams. Dies ist ein völlig neues Design mit einfachen, aber nützlichen Ideen. Die Verbindung zwischen Kamera und Stativ ist magnetisch. Mit einem Griff kann man die Kamera vom Bildschirmrand abnehmen. Dabei erkennt ein Lagesensor, wenn sie nach unten zeigt und dreht dabei das Bild um 180 Grad. So kann man schnell mal eben zeigen, was vor einem auf dem Schreibtisch passiert, ohne sich dabei zu verrenken. Ein Dreh verschließt die Kamera physisch, so dass sie keine privaten Momente aufnehmen kann. Auf der Vorderseite sieht man zwei Mikrofone und ein Aktivitätslicht, aber keine 3D-Kamera für Windows Hello.

Ich bin sehr auf den Test gespannt, da die Kamera verspricht, dem Sprecher zu folgen und die Belichtung so zu korrigieren, dass man stets im besten Licht formatfüllend abgebildet wird.

Die Zone Vibe 100 Serie sind Over-Ear-Headsets mit einklappbarem Mikrofonarm. Und sie sehen dabei weder wie ein Gamer- noch wie ein Business-Headset aus. Das gefällt mir. Die Kissen liegen nicht auf den Ohren, sondern auf dem Kopf auf. Und nicht zuletzt sind sie sehr preiswert: Mit knapp über 100 Euro geht es los. Im Bild oben kann man die beiden Mikros am Mikrofonarm sehen, die dafür sorgen sollen, dass man nur die Stimme, nicht aber die Nebengeräusche aufnimmt. Eine aktive Geräuschunterdrückung für die eigenen Ohren gibt es nicht.

Ich muss das alles noch selbst testen, vor allem wie bequem sie sind, weil ich da mit den Logitech Zone Wireless schon mal schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber die technischen Daten überzeugen: 40 mm-Treiber, 18 Stunden Laufzeit, Multipoint-Unterstützung, Stummschaltung durch den Button am Mikrofonarm oder einfach durch Hochklappen. Interessant auch das Gewicht. Zone Vibe wiegt nur so viel wie die leichten On-Ears Jabra Evolve2 65 und Poly Focus 2, liegt aber am Kopf an. Das könnte super-bequem sein.

Was bei mir für immerwährende Verwirrung sorgt, ist die Trennung in B2C- und B2B-Vertriebskanäle bei Logitech. Brio 500 ist B2C, Brio 505 ist B2C. Zone Vibe 100 ist B2C, Zone Vibe Wireless ist B2B. Lesen wir mal die Pressemitteilung:

Im Portfolio der neuen Webcams und Headsets stechen die Brio 505 und Zone Vibe Wireless besonders heraus. Als dedizierte B2B Varianten bieten diese zusätzlich zur gewohnten Logitech Audio- und Videoqualität sowie Anwenderfreundlichkeit auch ein möglichst einfaches Gerätemanagement für Unternehmen. So stellen IT-Teams mit geringem Aufwand sicher, dass auch die persönlichen Collaboration-Geräte der Mitarbeitenden immer einsatzbereit sind und können bei Bedarf die Ausstattung im Unternehmen schnell nach oben skalieren. Für IT-Teams, die Büroarbeitsplätze und Heimbüros ausstatten müssen, bietet die Brio-Serie Plug-and-Play, ist mit den meisten Videokonferenzplattformen kompatibel und wird voraussichtlich für Microsoft Teams, Google Meet und Zoom zertifiziert sein. Dank der Logitech Sync-Integration mit Brio 505 können IT-Administratoren die Firmware aktualisieren und Probleme beheben, so dass hybride Teams zusammenarbeiten können, ohne den Anschluss zu verlieren.

Wenn wir das Wasser rauskochen, bleibt auf dem Tisch: Die B2B-Geräte lassen sich zentral verwalten und aktualisieren. Bei den Headsets gibt es noch einen wichtigen Unterschied: die einfachste Version hat keinen Bluetooth-Dongle, den man für die Integration in Teams & Co verwenden sollte. Wo aber gehört dann Zone Vibe 125 hin? Mit Dongle, aber ohne Management?

In jedem Fall sind das spannende Geräte, die ich mir näher anschauen werde.

Jabra Panacast 20: “Move over BRIO”

Die beste Webcam von Welt? Bis gestern hätte ich gesagt, das ist die Logitech BRIO. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Denn heute Morgen brachte UPS die Jabra Panacast 20. Und seit dem Auspacken bin ich verliebt. You sexy beast!

Im Karton ist ein mit Stoff bezogenes Case und darin sind die Kamera und ein USB 3.0-Kabel. Die Kamera hat ein Metallgehäuse mit Kühlrippen. Sie lässt sich auf ein Stativ montieren, hat aber zusätzlich eine Halterung für den Bildschirmrand.

Das Kabel überträgt mit USB 3.0 von USB-C auf USB-A. Ich habe es sogleich gegen ein kürzeres ersetzt, das auf beiden Seiten USB-C hat.

Der Größenvergleich zeigt, dass die BRIO quer angeordnet ist, während die Panacast eher schmal aufträgt. Bei der BRIO ist die Halterung eingeklipst, während sie bei der Panacast integriert ist. Darum kann das Kabel bei der Panacast nach unten weggeführt werden und steht nicht so weit raus.

Beide liefern ein unglaublich gutes Bild, aber die Panacast setzt sich mit dem intelligenten Zoom ab. Der Bildausschnitt ist stets richtig, weil die Kamera stets den richtigen Bildausschnitt wählt und entsprechend hineinzoomt.

Alternativ kann man auch mit Picture-in-Picture ein Übersichtsbild zeigen und dies in den manuell eingestellten Ausschnitt einblenden.

Die Mikrofone überzeugen mich bei beiden Kameras nicht. Aber das könnt Ihr alles in diesem TikTok sehen: (Kopfhörer aufsetzen)

@vowe.net

Die neue #Panacast 20 von #Jabra ist der Hammer! Schlägt sogar die #Logitech #BRIO

♬ original sound – Volker Weber

Was fehlt, wird nachgereicht. Etwa ob die PanaCast auch bei schlechtem Licht mithalten kann. Große Kontraste haben sie schon einmal weniger in Schwierigkeiten gebracht als die BRIO.

Soweit alles super. Bis auf den Preis, der aktuell bei gut zwei BRIOs liegt. Der Vergleich hinkt allerdings, weil man die BRIO deutlich unter ihrem empfohlenen VK kaufen kann.

Wir müssen mal über Kabel reden

In den Köpfen hat sich ein Denkmuster festgesetzt, das so aussieht: “Wir machen überall einen USB-C Stecker dran und alles wird gut.” Dabei vergisst man schnell, dass “passt” nicht etwa “funktioniert” heißt.

Beispiel gefällig? Ein iPad Pro mit M1-Prozessor hat einen Thunderbolt-Port mit USB-C. Im Karton liegt ein Kabel mit zwei USB-C Steckern und ein Netzteil. Mit dem Kabel lädt das iPad Pro wunderbar auf. Steckt man das gleiche Kabel in den USB-C Port eines Monitors, lädt es ebenfalls. Und sonst passiert wahrscheinlich … nichts. Warum? Weil das ein USB 2.0 Kabel ist. 480 Mbit/s reichen nicht für ein 4k Display.

Noch ein Beispiel: Die Logitech BRIO ist meiner Ansicht nach die beste Webcam, die man kaufen kann. Sie hat hinten eine USB-C Buchse. Tauscht man das mitgelieferte, etwas steife Kabel gegen ein anderes USB-C Kabel, löst die Kamera auf einmal nur noch 720p statt 4k auf. Warum? Weil man ebenfalls wieder ein USB-C Kabel mit zu geringem Datendurchsatz benutzt hat.

Noch eins: Man kauft sich ein neues Pixel 6 und schließt es an eines der vielen USB-C Kabel an, die man schon hat. Aber es lädt nicht. Warum? Weil das Kabel kein USB PD unterstützt, oder das Netzteil nicht das passende PD Profil kennt.

Nur weil etwas gleich aussieht, heißt es nicht, dass es auch gleich funktioniert. Wer auf dem Segelboot schon mal Diesel in den daneben liegenden Wassertank gefüllt hat, der hat die Lektion für’s Leben gelernt.

Man könnte jetzt dafür plädieren, nur noch Thunderbolt 4 Kabel zu kaufen. Da wird man dann anders kalt erwischt. Die gibt es nämlich nur bis ca. 80 cm Länge, damit da auch 40 Gbit/s durchgehen. Das ist für ein Ladekabel wahrscheinlich viel zu kurz. Man braucht mindestens einen weiteren Typ: 2 m lang, mit 10 Gbit/s und 100 Watt.

Liebe Juristen und Politiker, beschließt bitte keinen Steckerzwang. Das ist viel zu kurz gedacht. Das ist nicht mal ein Plädoyer für Lightning. Der macht nämliche ebenfalls nur USB 2.0.

Das ist Stand heute. Die Technik schreitet voran.

Beste Webcam von Welt: Logitech BRIO im Angebot

Ich habe viele Webcams probiert und auch nach Jahren ist BRIO die beste Webcam, die ich gesehen habe. 4k Auflösung, funktioniert auch mit wenig Licht. Absolut unproblematisch, WENN man sie mit dem richtigen Kabel angeschlossen hat. Die ganzen Ladekabel übertragen Daten nämlich nur mit 480 Mbit/s und damit macht die BRIO nur 720p. Schließt man ein USB-Kabel mit 5 GBit/s an, dann läuft sie erst zur Form auf. Bei USB-A erkennt man diese Kabel am blauen Plastikstück im Stecker. Viel Glück bei USB-C.

Es gibt zwei Editionen der BRIO: das normale Paket und die Streaming Edition. Beide sind aktuell im Angebot für rund 130 Euro, vor gut einem Jahr waren sie für das Doppelte nicht zu bekommen. Die Streaming Edition ist etwas billiger, hat aber keinen Nachteil. Sie enthält einfach ein 12-monatiges Frei-Abo für die Streaming Software XSplit. Diese Werbung bringt ein paar Euro ein, so wie Norton Antivirus auf PCs. Kann man installieren, muss man aber nicht.

Was ich aber dringend empfehle, statt der Software aus dem Karton, ist Logi Tune. Diese Software ist stets top-aktuell, ist viel schlanker und hat bei mir eine neuere Firmware installiert.

Logi Tune

Bisher habe ich meine Logitech BRIO immer mit der App “Camera Settings” konfiguriert. Vorgestern ist mir dann Logi Tune untergekommen und das ist viel aufgeräumter und versteckt die unwichtigen Settings hinter Color Adjustments. Tune hat mir auch gleich eine neue Firmware angeboten.

Kurios: Die Download-Seite für die BRIO heißt “undefined Downloads”. Vielleicht ist sie deshalb so schwierig zu finden.

Als letztes Jahr auf einmal alle eine Webcam brauchten, da kostete die BRIO plötzlich 30 Euro mehr als den Listenpreis von 239 Euro. Mittlerweile hat sich das wieder beruhigt und der Preis ist wieder bei 150 Euro angekommen. Das finde ich akzeptabel für die immer noch beste Webcam am Markt, die auch mit wenig Licht sehr gut funktioniert. Wichtig ist übrigens, die Kamera mit mindestens USB 3.0 anzuschließen, sonst liefert sie statt 4k nur 720p. Achtet auf das Kabel!