Copilot-minus-PC

Windows is in a state of complete insanity right now. … There was a moment when Windows had achieved a level of aesthetic consistency, reliability, that reinvigorated the laptop market. Now we are seeing a bunch of these devices coming out. Then you run Windows 11 on them and it goes “I am Copilot. I will be in your way no matter what you do for the rest of your life.” … These computers will all be great next year when they run Linux.

Nilay Patel, Editor-in-Chief The Verge at CES
(edited for clarity)

Der Copilot+PC war wohl die seltsamste Markteinführung der letzten Jahre. Eigentlich wollte Microsoft Windows-on-ARM anschieben. Laptops auf schnellen und zugleich stromsparenden Prozessoren von Qualcomm, die mit den neueren Macbooks mit Apple Silicon locker mithalten können. Und als KI-Rechner vorgestellt, nur weil sie eine NPU haben, die kleine, lokale Modelle rechnen können. Recall war das große Highlight, eine Software, die alle paar Sekunden den Bildschirm fotografiert und daraus einen durchsuchbaren Textindex destillierte. Das roch nach Überwachung und einem Sicherheitsdesaster, und das war es dann auch.

Copilot aber, der Namensgeber dieser Marke, lief weiter in der Microsoft-Cloud. Und zwar auf allen PCs, egal ob mit oder ohne Copilot+. Was blieb? Eine zusätzliche Taste. Mittlerweile nimmt Copilot nicht nur die Tastatur sondern auch Windows und den Rest der Microsoft-Software zur Geisel. Das habe ich an anderer Stelle schon beklagt und ich freue mich, dass andere Stimmen das auch sagen.

Ich bin gespannt, ob das aktuelle Microsoft-Management erkennen wird, dass Kunden PCs nicht wegen Copilot kaufen sondern allenfalls trotz.

Endlich billige Matter-Schaltstecker

Darauf habe ich lange gewartet (und auf IKEA gesetzt). Eine billige Schaltsteckdose, die dank Matter in allen Smarthome-Systemen funktioniert. Das ist Matter-over-WLAN, trägt also nicht zu einem Thread-Netzwerk bei, so wie das IKEA vorhat. Dafür funktioniert er überall, wo WLAN mit 2,4 GHz verfügbar ist.

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App-Einstellungen schnell aufrufen

iOS hat alle Einstellungen der Apps an einer Stelle gebündelt. Man findet sie unter den iPhone-Einstellungen unter Apps und dann dem Eintrag für die jeweilige App. Klingt kompliziert, ist es auch.

Man kann aber auch direkt dort hinspringen, indem man aus der App einen Shortcut aufruft. Der hat nur einen Befehl. Wie kommt man an den Shortcut? Man nimmt ihn in das Control Center auf. Beispiel Excel:

Control Center öffnen, App Settings wählen, zack ist man bei den Einstellungen des Programms

motorola signature

Schon ab nächster Woche verfügbar ist das neue Spitzengerät von Motorola. Diesmal heißt es nicht edge ultra sondern signature. Ja, alles kleingeschrieben.

Da ist alles drin, was geht. Ich will die Specs gar nicht alle runterleiern. Lest selbst:

Will ich das haben? Unbedingt. Ich finde einfach alles gut an diesem Gerät. Jede Menge Leistung, flacher Bildschirm, tolle Kameras, großer Akku dank besserer Technik in einem superschlanken Gehäuse.

Ich weiß aber nicht, warum Motorola das überhaupt anbietet, denn sie haben bisher nicht die Marke, für die viele Leute 1000 Euro (minus ein paar Cents) zahlen. Wer soviel Geld ausgibt, landet wahrscheinlich bei Apple oder Samsung. Zumal das neue Top-Gerät beim ersten Anschein einem Einsteiger für 200 Euro gleicht.

Wer das neue Smartphone ab 15. Januar über die Website bestellt, kriegt noch einen Haufen Zubehör obendrauf. Die andere Strategie heißt Abwarten. Das ist die Preisentwicklung für das razr 60 Ultra, das beste Pferd im Stall.

Space Frame für X1 Carbon und X1 2-in-1

Die nächste Generation der X1-Flaggschiffe der ThinkPad-Reihe von Lenovo bekommen eine neue Konstruktion, die man als genauer Beobachter schon außen an dem eckigeren Rahmen erkennen kann. Das Unterteil der Laptops hat zwei Deckel. So kann man im Service-Fall von oben an Tastatur und Trackpad ran und unten an den Akku und andere Komponenten. Außerdem lassen sich nun die Ports einzeln austauschen. Das gibt sicher einen hohen Score bei der Reparierbarkeit.

Lenovo baut die X9-Reihe aus

Der Laptop, der mich letztes Jahr am meisten beeindruckt hat, war der superschlanke ThinkPad X9 14 (den X9 15 habe ich nie gesehen). Ohne TrackPoint, ein Frevel für viele ThinkPad-Freunde, hatte er genau die richtige Ausstattung für mich.

Ich freue mich deshalb, dass Lenovo da mit dem X9 15p weitermacht. Das ist ein Performance-Modell mit Intel Core Ultra Series 3 Prozessoren und bis zu 64 GB RAM. Ich habe noch kein Datenblatt gesehen, aber das Profil zeigt einen “dickeren” Rechner mit mehr Schnittstellen.

Das charakteristische Design der Unterseite ist noch da, aber weniger ausgeprägt.

Eine wirklich tolle Kiste, die nicht meinem Anwendungsprofil entspricht. Ich komme mit deutlich weniger Leistung aus und brauche dafür auch nicht so einen großen Akku.

ThinkPhone 25 – acht Wochen später

Ich habe das Moto ThinkPhone nun seit acht Wochen und ich habe es definitiv mehr als mein iPhone verwendet. Das ist im besten Sinne ein Midrange-Gerät, und nicht mal ein besonders aktuelles. Technisch entspricht es weitgehend dem Edge 50 Neo. Nach meinen sehr guten Erfahrungen mit dem Edge 50 Ultra und dem Razr 60 Ultra wollte ich absichtlich mal ein “billiges” Smartphone benutzen. Was ist die Einschränkung? Für mich gar keine, weil ich so gut wie nie ein Tele brauche. 32 MP Frontkamera ist super, 50 MP Hauptkamera auch. Tele und Superweitwinkel sind definitiv durchschnittlich.

Warum mag ich das Gerät so sehr? Zunächst, weil es viel schlanker (aber etwas höher) als mein iPhone ist – und auch viel leichter. Kein Case drauf, schon mehrmals abgestürzt, not a scratch. Aus der Hand ist es mir nie gefallen, weil die Rückseite supergriffig ist. Gegenüber dem 50 Ultra gefällt mir der flache Bildschirm, der nicht um die Ecke gebogen ist. Das hat auch das neuere Edge 70.

So ein älteres Business-Modell hat auch den Vorteil, dass sich keine AI aufdrängt und sich die Enshittification noch nicht so bemerkbar macht. Nachteilig ist die immer schleppende Software-Aktualisierung bei Motorola. Android ist auf Version 15 mit dem Security Update und Google Play Services vom 1. Oktober 2025.

Das Gerät lädt mit bis zu 68 W richtig schnell, aber nicht so brutal schnell wie das Edge 50 Ultra mit 125 W. Das war jedenfalls in der Praxis kein limitierender Faktor, wenn man ein iPhone gewohnt ist.

Beim Edge 70 hat Moto jetzt einen Silizium-Carbon-Akku mit höherer Energiedichte verbaut. Damit können sie ein Gerät wie das iPhone Air bauen, ohne einen kleineren Akku in Kauf zu nehmen. Da bin ich dann mal sehr auf ein zukünftiges Ultra gespannt.

Motorola Edge 70

2025: Ein Marie-Kondō-Jahr

2025 war ein Jahr, in dem ich den Müll rausgetragen habe. Das Prinzip ist einfach. Lege alles auf einen Haufen und dann entscheide: Macht es mich glücklich, wenn ich diesen Gegenstand in die Hand nehme? Wenn die Antwort nicht ja ist, weg damit.

  • LinkedIn war Anfang des Jahres das erste Opfer. Ich habe mich lange genug über die Art von Beiträgen amüsiert, die meine überaus erfolgreichen Freunde dort posten. Maßnahme: Ein Posting Anfang 2025 mit dem Inhalt “Resolution for 2025: no LinkedIn”. Alle anderen Inhalte gelöscht. Alle Benachrichtigungen ausgeschaltet. Eine Tagline unter meinen Namen: “Email vowe@vowe.net or Signal vowe.01 – no LinkedIn messages”. Danach habe ich die Plattform ignoriert. Bis zum Tod von Frau Brandlinger:
  • Das zweite Opfer war Microsoft Edge. Der Grund dafür ist die miese Praxis von Microsoft, mir immer wieder ihre Einstellungen aufzwingen zu wollen. Es gibt kein Nein. Ich habe dieses übergriffige Verhalten in einem englischen Beitrag genauer erläutert.
  • Das dritte Opfer war alles, was auf den Namen Copilot hört. Die selbe Seuche wie bei Edge und Bing. Dazu kam auch eine Anfrage von Heise, ob ich nicht vielleicht einen Kommentar dazu schreiben könnte. Einen Tag später war er geschrieben und noch einen Tag später veröffentlicht. Copilot loszuwerden ist eine fortlaufende Aufgabe, siehe oben. Ein Buch zu schreiben ist sinnlos, weil man jeden Monat zwei Revisionen braucht:
  • Auch das vierte Opfer war von Microsoft: Recall. Das ist eine Funktion, die alle paar Sekunden einen Screenshot des Bildschirms macht und daraus im Hintergrund einen durchsuchbaren Index baut. Gruselig, aber vergleichsweise einfach loszuwerden. Wobei Microsoft auch das nicht wirklich glauben will und bei größeren Updates wieder nachinstalliert.

Man erkennt ein Muster: Microsoft wird von einer Lösung zu einem Problem. Folgerichtig denke ich über Alternativen nach. Im Dezember habe ich an zwei aufeinander folgenden Tagen macOS und Windows 10 von zwei nicht mehr unterstützten Laptops entfernt und durch Linux Mint ersetzt. Das ist viel einfacher als man sich denken mag. Apple ist schon lange dafür bekannt, alte Hardware abzuschütteln, aber dass Microsoft PCs zu Schrott erklärt, die mehr als ausreichend Leistung haben, ist neu. Der Widerstand dagegen ist hartnäckig.

  • Ein bisschen mit tränendem Auge habe ich dieses Jahr auch meinen Clubhouse-Account mit knapp 20.000 Followern gelöscht. 2021 hatten wir großen Spaß auf dieser Plattform und ich habe sehr viele liebe Menschen kennengelernt, über Staaten und Kulturkreise hinweg. Als das Interesse nachließ, versuchte die Plattform einen Neustart, der gründlich misslang. Ein Opfer der Enshittification.

Ich bin sehr konsequent beim Aufräumen. Wenn ich einmal den Rücken kehre, dann drehe ich mich nicht mehr um. Facebook und Twitter sind zwei Beispiele, wo nur noch ein Grabstein steht, mein Youtube-Kanal ist ebenfalls leer. Instagram habe ich gleich zweimal gelöscht, einmal als vowe und dann nochmal als volker.weber. WhatsApp habe ich vor Jahren durch Signal ersetzt. Das rate ich dir auch. Geht nicht? Oh, doch.

Im Augenblick entwickle ich eine ganz starke Aversion gegen AI-generierte Inhalte und Software, die mit AI verschlimmbessert wird. Ihr kennt sicher den Qualitätsverlust bei Software und Dokumentation, als man der Ansicht war, man könne menschliche Fachleute durch Automaten ersetzen. Das gibt es dank AI jetzt überall.

  • Nicht alles, was ich wegwerfen musste, war in 2025 freiwillig. Größter Verlust: America. Kaputt.

Zweitausendzweihundertzweiundzwanzig Tage

Ich habe letzte Woche ein kleines Jubiläum verpasst. 2222 Tage habe ich kein Flugzeug mehr betreten. Meine letzten Flüge 2019 hatten alle einen beruflichen Hintergrund. Urlaubsflüge habe ich schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gebucht.

Die Pandemie hat mich gelehrt, dass Kurztrips für Besprechungen eine riesige Zeitverschwendung sind. Was früher mal mindestens zehn Stunden dauerte, kann ich mittlerweile in einer Stunde erledigen. Ich habe dann konsequent alle Einladungen zu solchen Veranstaltungen dankend abgelehnt. Ein ganz großer Dank gebührt Michael Bully Herbig für den Business-Kasper.

Ich hatte mich übrigens verrechnet, weil ich nach meiner letzten Reise nach Mailand im Februar 2019 auch noch mal im November nach London flog. Sonst wären es zum 1. Januar 2025 schon 2500 Tage gewesen.