iPad Pro :: Wie schnell ist schnell?

MacBook Air, MacBook Pro, Mac mini, iMac 24″, iPad Pro. Das ist nun die fünfte Maschine mit demselben Prozessor, dem Apple M1. Ich halte nicht so viel von Prozessor-Benchmarks und das können deshalb andere viel besser als ich. Aber ich schaue gerne mal, was beim Benutzer ankommt und nehme dafür den Browser-Benchmark JetStream2. Der misst den ganzen Stack aus Maschine, Betriebssystem und Browser. Ihr könnt direkt vergleichen und denselben Benchmark in Eurem Browser laufen lassen. Vergleicht auch mal die verschiedenen Browser auf Eurem PC und Ihr werdet schnell bei Microsoft Edge auf Chromium-Basis landen.

iPad Pro M1 vs. iPhone 12 Pro vs. ThinkPad X1 Yoga Gen 6 i7-1165G7

Was sieht man auf dem Bild? Dass der iPad Pro selbst den neuesten ThinkPad Yoga mit dem Core i7 der elften Generation mit Microsoft Edge locker abhängt. Das schafft auch das iPhone 12 Pro mühelos. Und wo steht der iPad Pro 2021 im Vergleich mit iPad Pro 2020 und iPad Pro 2018?

Die letzten drei iPad Pro von 2018, 2020 und 2021, verglichen mit dem iPhone 12 Pro

Hier zeigt sich, dass der Unterschied zwischen A12X und A12Z zu vernachlässigen ist und dass ein A14 auch nicht so viel schneller ist. Aber ein M1 bringt eine ganz andere Leistung an den Start.

Ich liebe die iPad Pro 12.9 Zoll, seit ich den ersten 2018 in die Hand nahm. Aber das sind richtig teure Maschinen, die vierstellig kosten. Wer sich überlegt, lieber ein 11-Zoll-Modell zu kaufen, dem rate ich dringend zu diesem iPad Air. 256 GB Speicher, die gleiche Leistung wie das iPhone 12 Pro da oben im Bild. Das ist ein Top-Gerät.

Apple TV :: Mehr als ein Hobby

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Apple hat ein neues Apple TV 4k herausgebracht. Für wen lohnt das Upgrade?

Ich habe ein Samsung TV und ein Apple TV 4k. Der Samsung ist mittlerweile zum Display degradiert und hat keinen Zugang zum Internet mehr. Zu viel Schnüffelei, zu viel Gängelei bis hin zur von Samsung eingeblendeten Werbung. Sämtliche Inhalte kommen vom Apple TV, das Video direkt per HDMI, der Ton spielt drahtlos über zwei HomePods aus, die eine beeindruckende Klangkulisse erzeugen. ARD, ZDF, arte, Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, Apple TV+, sowie die ganze Suite von TV Pro: Live TV, Mediathek und Fernsehzeitschrift – ich bin ein Intensivverwender. Installiert, aber selten verwendet: TED, DailyMotion, vevo, Vimeo, joyn, playable, VLC, YouTube. Gar nicht genutzt: Apple Arcade.

Apple hat nun ein neues Modell gleichen Namens herausgebracht:

  • A12 Bionic, ein 64-bit ARM-basierter SoC (system on a chip) der 2018 in iPhone XS, XS Max und XR erschien und 2019 in iPad Air und iPad Mini, und schließlich 2020 im iPad Einzug erhielt. Es war der erste Chip, der in 7 nm-Technik gebaut wurde. Ein Biest!
  • Mit soviel Power kommen neue Fähigkeiten: High Frame Rate HDR, Dolby Vision und HDR10, HDMI 2.1, Dolby Atmos, Wifi 6 sowie das Home Automation Netzwerk Thread.
  • Eine völlig neue Fernbedienung Siri Remote, die man auch einzeln nachkaufen kann und die auch mit Apple TV HD kompatibel ist.

Von außen sind die beiden TV 4K nicht zu unterscheiden, der Sprung von A10 auf A12 ist nicht erkennbar. Der Umstieg war relativ schmerzlos: Man schaltet One Desktop in den Settings ein. Dadurch werden alle Apps auf dem neuen Apple TV automatisch installiert und das Layout des Hauptbildschirms bleibt erhalten. Lästig war, dass ich mich in den Apps neu anmelden musste. Die Bluetooth Pairings mit den AirPods werden wie bei Apple üblich übernommen. Bis zu zwei kann man gleichzeitig verbinden und damit z.B. nachts Krawall auf die Ohren geben, ohne Kinder und schlafende Hunde zu wecken.

Wohin mit dem alten Apple TV? Meine Idee: Im Heimbüro per HDMI an einem Monitor anschließen, so dass ich gleichzeitig ein TV-Programm im Hintergrund laufen lassen kann. Auch hier kommt der Ton über AirPods oder HomePods.

Das führt direkt zur Frage “lohnt sich das Upgrade”? Meine Ansicht nach nicht für das “alte” Apple TV 4K. High Frame Rate HDR gibt es bisher erst von Red Bull TV. Da ist das neue TV 4K einfach seiner Zeit voraus.

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Die neue Fernbedienung will man übrigens unbedingt haben. Die legt Apple auch dem Apple TV HD bei. Ich habe einen Freund, der sämtliche alten Remotes austauschen wird. Der Siri-Knopf ist an die rechte Seite gewechselt, wo man ihn stets mit dem rechten Daumen erreicht. Auf der Front gibt es dafür nun einen Mute-Knopf, den ich schmerzlich vermisst habe. Am wichtigsten aber ist das runde Bedienungselement oben, das in der Mitte ein Touchfeld und außen vier Buttons hat. Legt man einen Finger auf eines dieser Buttons, dann erscheint nach kurzer Zeit auf dem Fernsehbildschirm eine Laufleiste und man kann in einem Video herumfahren, indem man auf dem Ring kreist, so wie früher bei iPods. Sehr clever gemacht, aber nicht so leicht zu entdecken. Dieses runde Bedienungselement ist auch blind einfach zu erstasten und sorgt dafür, dass man weiß, wo oben ist. Ich weiß nicht, wie oft ich die alte Remote falsch rum gehalten habe.

Eine Funktion, die für das neue Apple TV 4K beworben wird, funktioniert auch mit dem alten. Man kann die Color Balance mit Hilfe eines iPhones anpassen. Man hält das iPhone sehr nah an den Fernseher und dann misst der Lichtsensor auf der Vorderseite des iPhones mehrere Referenzflächen aus. Schließlich kann man unkalibrierte und kalibrierte Bilder vergleichen. Bei mir was das Original zu blau und ich bin auf die kalibrierte Ansicht gewechselt.

Als Nicht-Spieler habe ich Apple Arcade nur kurz getestet. Xbox One Controller per Bluetooth verbunden. Geht. Sieht unglaublich flüssig aus, egal welches Game ich geladen habe. Aber was verstehe ich schon davon? 🙂

Was mir noch auffiel: Mir wird bei der Installation angeboten, mich bei einem Vodafone-Konto anzumelden, das ich nicht habe. Damit wird das Apple TV wohl zusätzlich zur “Cable Box”.

Ich habe eigentlich nur ein Problem mit den Apple TVs: Apple TV, die App, möchte gerne das zentrale Fenster in die Welt des TVs sein und integriert dazu andere Apps wie Amazon Prime, ZDF, arte etc. mit den eigenen Angeboten von Apple TV+. Und versucht gleichzeitig mir Videos aus dem eigenen Store zur Miete anzubieten. Da fehlt ein wichtiger Schalter: Nur bereits bezahlte Inhalte anbieten. So lange der nicht da ist, bewege ich mich äußerst vorsichtig durch das Dickicht, um mir Inhalte aus dem Apple TV+ Katalog anzuschauen, etwa das großartige Ted Lasso. Sobald meine Probezeit abgelaufen ist, werde ich das Abo allerdings nicht verlängern und dann wird die Apple TV App nicht mehr aufgerufen. Amazon ist bei Prime schon dabei, Netflix und Disney+ teilen wir uns in der Familie, die Öffis haben wir sowieso und Apple TV+ fügt dem nicht genug hinzu, ein weiteres Abo zu bezahlen.

Apple Music ohne Verluste und zwei neue Armbänder

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Apple hat heute bekannt gegeben, dass Apple Music seinen Abonnent:innen branchenführende Audioqualität durch 3D-Audio mit Unterstützung für Dolby Atmos bieten wird. 3D-Audio gibt Künstler:innen die Möglichkeit, für ihre Fans immersive Audioerlebnisse mit echtem mehrdimensionalen Sound und Klarheit zu schaffen. Apple Music Abonnent:innen werden zudem mehr als 75 Millionen Songs in Lossless Audio hören können — so wie die Künstler:innen sie im Studio produziert haben. Diese neuen Funktionen werden für Apple Music Abonnent:innnen ab nächsten Monat ohne zusätzliche Kosten verfügbar sein.

Apple bringt ein superschönes Pride-Armband raus, das ganz oben auf meiner Wunschliste steht. Und haut bei Apple Music so richtig einen raus.

Lossless, also ohne verlustbehaftete Komprimierung ist so ein Alte-Männer-Thema. Und das ist ein Premiumthema, das sich alle Streaming-Dienste extra bezahlen lassen. Bei Apple ist das ab Juni einfach drin, so wie 3D-Audio. Ich schaffe keinen Doppelblindtest zwischen AAC256 und Lossless. Ich vermute, die meisten anderen auch nicht.

Apple wird nun herausfinden, wieviele Kunden sich dafür überhaupt interessieren. Höhere Bitraten haben nämlich auch Nachteile, etwa erhöhten Datenverbrauch und mehr Speicherplatz.

Apple macht gerade eine Menge richtig, etwa “Apple Music pays artists a penny per stream, double that of Spotify”, während sich Spotify und Facebook zunehmend lieb haben.

Vor mehr als zwei Jahren habe ich Spotify zugunsten von Apple Music gekickt, im Nachhinein eine gute Entscheidung.